Krankenhäuser Kirchdorf und Steyr verschmolzen
Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum startet erfolgreich ins neue Jahrzehnt

Michael Hubich, Walpurga Auinger, Franz Harnoncourt, Heinz Kosma (von links)
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  • Michael Hubich, Walpurga Auinger, Franz Harnoncourt, Heinz Kosma (von links)
  • Foto: Klaus Mader
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Vor mehr als zwölf Monaten wurden in einer Aufsichtsratssitzung der ehemaligen gespag die Pläne zur Zusammenführung der beiden Krankenhäuser in Kirchdorf/Krems und Steyr beschlossen. Am 1.1.2020 ist das gemeinsame Pyhrn-Eisenwurzen-Klinikum Wirklichkeit geworden.

KIRCHDORF, STEYR. „Kooperationsprojekte dieser Art demonstrieren einmal mehr, welch große Bedeutung der intensiven Zusammenarbeit im Gesundheitswesen heutzutage zukommt", sagt dazu Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander. "Heute sind Kliniken umso besser aufgestellt, je übergreifender und enger sie miteinander arbeiten. Mit der Etablierung des Salzkammergut Klinikums im Jahr 2014 haben wir bereits Pionierarbeit geleistet – mit wertvollen Erfahrungen, die dem gesamten Team jetzt zugute gekommen sind.“

Bereits seit November 2018 arbeiten einzelne Projektgruppen kollegial zusammen, um für das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Abläufe und Strukturen zu überarbeiten und zu optimieren.  „Ganz gleich, ob Recht, IT, Technik, kaufmännische Agenden, Personal, Kernleistungsprozesse, Organisation, PR und Kommunikation oder Prozessberatung – in allen Teilprojektgruppen wurde intensiv daran gearbeitet, das Projekt Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr erfolgreich wachsen zu lassen. Für diese großartige Arbeit im Vorfeld und natürlich auch jetzt im Endspurt möchte ich mich heute bei allen Beteiligten herzlich bedanken“, sagt der OÖG-Vorsitzende Franz Harnoncourt.

Zwei Milliarden Datenbewegungen

Der Kaufmännische Direktor Heinz Kosma skizziert am Beispiel der IT die Komplexität der Zusammenführung in der Silvesternacht: „Mehr als 80 Programme und mehr als zwei Milliarden
Datenbewegungen wurden in der Silvesternacht in rund 32 Stunden von den Kliniken Kirchdorf und Steyr ins neue Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum übertragen. Über 60 zusätzliche Mitarbeiter waren am 31.12.2019 im Dienst. Um 16 Uhr schließlich konnten wir die komplette Umstellung erfolgreich beenden.“
„Um den erhöhten administrativen Aufwand bestmöglich abfangen zu können, gab es im Nachtdienst auf vielen Stationen in der Pflege Doppelbesetzungen“, ergänzt Pflegedirektorin Walpurga Auinger und bedankt sich bei den vielen  Kollegen, die den Jahreswechsel im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum im Dienst verbracht haben.

Neujahrsbaby krönte die Zusammenführung

Dramaturgischer Höhepunkt war um 00:18 Uhr die Geburt der kleinen Lina, die auch zum oö. Neujahrsbaby 2020 gekürt wurde. „Zweifelsohne ein gutes Vorzeichen für das neue Klinikum“, sind sich alle Beteiligten einig.

Künftige Schwerpunktsetzungen

Das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr garantiert mit seinen rund 2.600 Mitarbeitern eine medizinische Vollversorgung der Region. Mit dem Family Center im Klinikum Kirchdorf und dem „Baby-friendly Hospital“ Steyr wird von Beginn an eine optimale Versorgung garantiert. Bei rund 1.700 Geburten jährlich erhalten die werdenden Mütter eine individuelle Betreuung und sie können sich für eine der zahlreichen Geburtsformen entscheiden.

Die Akutmedizin und der Bewegungsapparat bei Jung und Alt sind klare Schwerpunkte des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums, ist es doch inmitten einer Erlebnis- und vor allem Wintersportregion situiert. So werden in der Unfallchirurgie des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums Kirchdorf in den Wintermonaten jährlich rund 800 Wintersportler aus den umliegenden Skigebieten versorgt. Vor allem die Expertise im Bereich Schulter- und Handchirurgie der unfallchirurgischen Abteilungen in Steyr und Kirchdorf ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

In der Orthopädie arbeiten, dank Doppelprimariat, beide Häuser bereits seit Jahren Hand in Hand. Besonders bei der Knie- und Hüftimplantologie ist das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr in Oberösterreich führend. Die tagesklinische Versorgung von Patienten der Lungenheilkunde, der Psychiatrie und der Psychosomatik für Erwachsene ist ebenfalls ein wichtiger Schwerpunkt im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Dank einem gefäßchirurgischen Zentrum in Steyr und dem Schwerpunkt in Kirchdorf arbeiten beide Häuser auch in diesem Bereich eng zusammen.

Kooperation mit niedergelassenen Ärzten forcieren

„Für die Zukunft ist klar, dass die Kooperation mit dem niedergelassenen Bereich noch mehr forciert werden soll. Vorreiter ist hier das Klinikum Kirchdorf mit seiner Kindergruppenpraxis direkt im Haus. Durch eine starke Vernetzung mit dem niedergelassenen Bereich kann vermehrt auch in Richtung Prävention und Gesundheitsförderung gearbeitet werden“, betont der Ärztliche Direktor Michael Hubich.

Medizinische Ausbildung profitiert

Für angehende Mediziner bietet die Gründung des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums ebenfalls viele Vorteile. So werden weite Teile der Ausbildung künftig unter einem Dach absolviert. Was Krankenhäuser ganz allgemein verbindet, ist die Tatsache, dass sie immer große Arbeitgeber und Orte von Freud und Leid sind. Sie sind zweifelsohne starke Integrationsorte in ihrer jeweiligen Region und zeichnen sich durch einen ganz eigenen Spirit aus. „Diesen individuellen Spirit zu halten und zugleich in eine größere Organisation einzugliedern, ist nun die oberste Zielsetzung. Das heißt, es geht um Gemeinsamkeit, nicht um Einheitlichkeit. Die große Herausforderung lautet, eine Kultur des Miteinanders zu schaffen. Ziel ist nicht, etwas wegzunehmen, sondern
miteinander etwas Neues entwickeln“, wünscht Harnoncourt der Kollegialen Führung und den
MitarbeiterInnen eine erfolgreiche Zukunft.

Facts & Figures Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf Steyr

• 860 Betten
• 2.600 Mitarbeiter
• 50.000 stationäre und 415.000 ambulante Patienten
• Versorgungsgebiet von 2.200 Quadratkilometern – rund 153.000 Einwohner
• 21 Abteilungen
• 10 Institute

Autor:

Martina Weymayer aus Kirchdorf

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