13.03.2018, 18:08 Uhr

A2-Milch: Innovation aus dem Kuhstall

Roswitha und Gerhard Reingruber mit Maria und Fritz Wallner (v.li.)

Die "Urmilch" als bekömmliche Alternative zu gewöhnlicher Kuhmilch

INZERSDORF. Innovation kann überall stattfinden, auch in Kuhställen. Und diese liegen im Alm- und Kremstal Oberösterreichs, wo sich zwei Milchbauern dem in Österreich neuen Thema „A2-Milch“ verschrieben haben. Aktuell starten die beiden im heimischen Lebensmittelhandel durch und sind mit ihrer „A2-Milch, die Urmilch“ ab sofort bei Rewe in über 1.000 Filialen gelistet. Erhältlich ist die „Länger Frisch“-Milch im 1-Liter-Tetrapack sowie ein Naturjoghurt. Aber nicht nur der Geschmack überzeugt, sondern auch und vor allem die gute Verträglichkeit: A-zwei Milch ist besonders bekömmlich und damit eine echte Alternative für all jene, die „normale“ Kuhmilch nicht gut vertragen.


Nische am Milchmarkt – Benefit für Konsumenten

Gründungspartner der heimischen A-zwei Milchproduktionsgemeinschaft sind die beiden Bauernfamilien Wallner und Reingruber, die seit Generationen Milchwirtschaft auf ihren Höfen betreiben. „A-zwei Milch ist eine natürliche, aber eben besondere Form von Kuhmilch“, erklärt Gerhard Reingruber aus Inzersdorf. Sein Kollege Fritz Wallner, Milchbauer aus Scharnstein, ergänzt: „Man kann sagen, bei A-zwei stimmt die Chemie“. A-zwei Milch ist – ähnlich wie Schaf-, Ziegen-, Büffel- und Muttermilch – besser bekömmlich, und das ohne künstliche Verarbeitung oder Zusätze. Der Hintergrund für die bessere Verträglichkeit liegt in Genetik, und zwar im Hinblick auf das Eiweiß, das in der Milch enthalten ist.


Wertschöpfung 100 Prozent in Österreich

Die Wertschöpfung von A-zwei Milch, die Urmilch, findet zu 100 Prozent in der Region statt. Die A-zwei-Betriebe sind technisch und in Bezug auf die Tierhaltung auf dem neuesten Stand, das Joghurt wird vor Ort verarbeitet, die Milch in der Molkerei ums Eck abgefüllt. Vor der Umstellung auf A-zwei Milch wurden alle Kühe zum DNA-Test geschickt, um zu testen, welche Variante des Beta-Kaseins sie produzieren. Insgesamt 60.000 Euro haben die beiden A-zwei Bauern für Proben und die Umstellung des Tierbestandes auf A2-Vieh ausgegeben, derzeit stehen 70 reinerbige A2-Kühe auf ihren Höfen, allerdings keine exotischen Rassen, sondern das hierzulande heimische Fleckvieh. Auch hier zeigt sich der Bezug zur Region: „Andere Kuhrassen produzieren reine A2-Milch. Aber ob die sich bei uns wohlfühlen würden, ist eine andere Geschichte“, so Milchbauer Reingruber.

Das Ziel der beiden Landwirte ist klar: „Wir möchten wieder mehr Konsumenten zur Milch zu bringen, und zwar zur echten Kuhmilch.“ Denn immer mehr Menschen bezeichnen sich als laktoseintolerant und stellen den Konsum von Milch- und Milchprodukten ein. Dabei hat laut Studien nur jeder Fünfte der Betroffenen eine echte Laktoseintoleranz. Die meisten Allergien mit Reaktionen wie etwa Verdauungsstörungen entwickeln sich eigentlich gegen die Proteine der Milch. Die Umstellung auf laktosefreie Milch würde daran nichts ändern. „Wir bieten eine echte - und dabei naturbelassene – Alternative für diese Konsumenten“, analysiert Reingruber die große Zielgruppe an Menschen, die tatsächlich Milch nicht vertragen oder sich nach dem Konsum von Milch unwohl fühlen. Und weiter: „Wir sind überzeugt, A-zwei Milch wird den gesamten Milchmarkt revolutionieren.“

Über A-zwei Milch:

A-zwei Milch ist für Menschen, die Milch schlecht vertragen, eine echte Alternative. Anders als gemeinhin angenommen, haben diese meist keine Laktose-Unverträglichkeit, sondern eine Allergie gegen einen bestimmten Anteil des Milcheiweißes, das in der Milch europäischer Kühe meist vorhanden ist. Milcheiweiß enthält etwa zu 80 Prozent Kasein, unter anderem das so genannte Beta-Kasein, das wiederum aus Ketten von 209 Aminosäuren besteht. Und hier liegt der Knackpunkt: Denn welche Aminosäure an Position 67 eingebaut ist, macht den Unterschied. „A2“ steht für den Genotyp der Beta-Kaseinvariante A2A2 und wird von Kühen gegeben, die eine entsprechende genetische Konstitution aufweisen. Interessant dabei: Die Milch von Schafen, Ziegen und Büffeln und sogar Muttermilch enthält immer die A2A2-Form beim Beta-Kasein, daher ist diese auch von all jenen Menschen gut verträglich, die Probleme mit Kuhmilch haben. Die herkömmliche Kuhmilch, die bei uns erhältlich ist, ist jedoch eine Mischung aus A1- und A2-Milch, die von vielen nicht gut vertragen wird.

Weitere Informationen: a2milch.at

Fotos: PG Studios, Photo Fashion
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