18.03.2017, 10:09 Uhr

"Keine halben Sachen"

Zahlreiche Menschen in Hinterstoder engagieren sich freiwillig für die Gemeinde – auch Paula Lang und Ilse Fruhmann. (Foto: Marlis Stubenvoll)

Der freiwillige Einsatz vieler engagierter Menschen macht einen kleinen Ort wie Hinterstoder lebenswert.

HINTERSTODER (wey). Im Juli 2016 wurde das Zukunftsprofil Hinterstoder vom Gemeinderat beschlossen. Eines der darin enthaltenen Leitprojekte nennt sich „Engagement vor den Vorhang“.

Um sichtbar zu machen, wie groß die Beteiligung der Bürger im Ort ist, warum sich die Leute engagieren und welcher Aufwand dahinter steckt, werden verschiedene Personen vor den Vorhang geholt. Dazu hat sich Marlis Stubenvoll aus Hinterstoder im Sommer 2016 auf die Suche gemacht und eine Artikelreihe namens „Hinterstoder Freiwillig“ erarbeitet.

"Haudegen des Ehrenamts"

Unter anderem ist sie bei Ilse Fruhmann und Paula Lang gelandet. Dass Geld nicht immer der Lohn der Arbeit ist, wissen die beiden Frauen – Marlis Stubenvoll bezeichnet sie als "Haudegen des Ehrenamts" – nur zu gut. In Ilse Fruhmanns Fall blühen die Früchte ihrer Mühen in der Kneippanlage – der kalte Wasserstrom und der Kräutergarten entspringen ihrer Initiative für einen gesünderen Ort. Der Platz zur Kaltwasserkur nach dem alten Rezept des Mönchs Sebastian Kneipp schöpft aus ihren Ideen und Handgriffen im Garten. Ilse Fruhmann erzählt: "Vom Bürgermeister ging vor einigen Jahren der Wunsch aus, mehr für die Gesundheit im Ort anzubieten. Ich habe damals gesagt, dass für mich nur dieser Platz hier an der Steyr als Kneipp-Platz infrage kommt. Nach einigen Gesprächen mit dem Eigentümer bekam ich dann das Okay. So habe ich angefangen. Und ich mache keine halben Sachen. Fertig."

Unermüdlicher Einsatz

Paula Langs unermüdlicher Einsatz passiert verdeckter. In Lagerräumen sortiert sie einen riesigen Fundus an Flohmarktware. Daneben leistet sie mit Besuchsdiensten im Ort, im Krankenhaus oder im Altenheim jenen Gesellschaft, die nur selten ein bekanntes Gesicht sehen. Nur Ende Juli kommt beim Sozial-Flohmarkt wortwörtlich die ganze Ladung ihrer Arbeit zum Vorschein. "Ich habe damals meine Arbeit durch Krankheit verloren", berichtet Paula Lang. "In Hinterstoder habe ich mich gesundheitlich wieder erholt. Ich fand, ich war noch zu jung zum Nichtstun. Heute motiviert mich die Freude der Leute, die ich besuche. Immer wieder höre ich ein `Du könntest ruhig öfter vorbeischauen´. Das gibt Kraft um weiterzumachen, solange man kann. Ich halte es einfach für richtig."
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.