30.12.2016, 16:26 Uhr

Luchse: wieder mehr Nachweise und Sichtungen in Oberösterreich

Der OÖ Landesjagdverband setzt sich verstärkt für die erfolgreiche und nachhaltige Besiedelung der Luchse ein. (Foto: J. Thurner/OÖ Landesjagdverband)

Nach der Ausrottung der Luchse im 19. Jahrhundert in Österreich und den erfolgreichen Wiederansiedelungsversuchen in den 1990er Jahren werden in Oberösterreich wieder mehr Luchsnachweise und Sichtungen gemeldet.

BEZIRK, OÖ. Die Luchse, die in Mitteleuropa vom Aussterben bedroht sind, brauchen das Verständnis und den Schutz der Bevölkerung, um in Oberösterreich wieder heimisch zu werden. Der OÖ Landesjagdverband setzt sich gemeinsam mit Naturschutzorganisationen verstärkt für die Besiedelung der Luchse ein.

Ende des 20. Jahrhunderts wurden Versuche unternommen, die Tiere in unseren Breiten wieder anzusiedeln. Damals wurden 17 Luchse aus den slowakischen Karparten eingefangen und im Gebiet des heutigen Sumava Nationalparks in Südböhmen wieder freigelassen. Ab 1990 breitete sich die Population zunehmend auch über die Grenzen Tschechiens hinweg aus, sodass seit Mitte der 1990er Jahre einige Luchsrisse und -sichtungen auch aus dem Mühlviertel
gemeldet wurden. Der OÖ Landesjagdverband setzt sich bereits seit Beginn der ersten Ansiedelungen für den Schutz und den nachhaltigen Verbleib der Luchse in Oberösterreich ein. Mit Erfolg: Die Jäger berichten in den vergangenen Monaten wieder vermehrt von Luchsnachweisen in ihren Revieren.

Meldungen auch aus Kirchdorf

„Wir freuen uns sehr, dass alleine in den letzten sechs bis acht Wochen die Rufe der Tiere im südwestlichen Teil des Bezirks Urfahr-Umgebung gehört werden konnten. Belegte Sichtungen gab es im Bereich des Mondsees und einige Meldungen gerissener Rehe konnten durch speziell geschulte Jäger dem Luchs in den Bezirken Rohrbach, Urfahr-Umgebung, Freistadt sowie Kirchdorf und Steyr-Land zugeordnet werden“, sagt Landesjägermeister Sepp Brandmayr über die Heimkehr der Luchse.

Wildbiologe Christopher Böck ergänzt: „Letztes Jahr wurden auch Luchsrisse bei Rehen aus den Bezirken Ried und Vöcklabruck gemeldet. Wichtig ist, verlässliche und objektive Daten zu bekommen. Um diese zu erhalten, zahlt der OÖ Landesjagdverband Meldeprämien für Luchsnachweise, wenn diese von Luchsbeauftragten bestätigt wurden. Diese Daten werden dann international wissenschaftlich vernetzt.“
Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass acht bis neun Luchse im Mühlviertel leben. Die Gesamtpopulation im bayrisch-böhmisch-österreichischen Gebiet wird auf 60 bis 80 Tiere geschätzt. Im Voralpen- und Alpenraum Oberösterreichs werden es ebenfalls so viele Exemplare sein.

Mehr Akzeptanz für Luchse

Soll der Luchs dauerhaft in unserer Kulturlandschaft erhalten bleiben, braucht es Akzeptanz von Seiten der nichtjagenden Bevölkerung vor Ort sowie den Jägern. Verstöße - etwa Abschüsse der ganzjährig geschonten Tierart - werden in Oberösterreich mit einer Geldstrafe von bis zu 2200 Euro sowie dem Entzug der Jagdkarte geahndet. Luchse stehen national ganz oben auf der Roten Liste, gelten sie doch als stark gefährdet. „Der Ausbreitung der Luchse steht oftmals die Einstellung der Menschen zur gesamten und komplexen Natur im Wege. Um Aufklärungsarbeit zu betreiben und die vom Aussterben bedrohten Luchse,
nachhaltig zu erhalten, arbeitet der OÖ Landesjagdverband gemeinsam mit der Abteilung Land- und Forstwirtschaft, der Naturschutzabteilung und NGOs an verschiedensten Artenschutzprojekten“, sagt Landesjägermeister Sepp Brandmayr.

Mehr zum Thema auf www.ooeljv.at oder www.fragen-zur-jagd.at
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