21.11.2016, 16:40 Uhr

Der Nikolaus - Volksheiliger und Kinderfreund

Bernhard Paluc, ein Nikolo in Kössen

Die Nikoläuse sind am 5. Dezember wieder unterwegs

KÖSSEN(jom).
Am 5. Dezember ist Nikolo-Tag, an diesem Tag sind in Kössen an die vier Nikoläuse unterwegs und besuchen die Familien. Die BB sprach dazu mit Bernhard Paluc, einen erfahrenen Nikolaus aus Kössen über die jährliche Aktion der Pfarre. Die Anmeldungen im Pfarramt laufen derzeit auf Hochtouren. Es werden bei uns nur freiwillge Spenden verlangt, die für kirchliche oder soziale Zwecke verwendet werden.

Paluc (JG 1984) ist seit gut fünfzehn Jahren bei der Organisation der Nikolo Besuche in Kössener Haushalten dabei. Ich bin gerne in der Rolle des Heiligen, es ist ein schöner Brauch und irgendwann wächst man in diese Aufgabe hinein, erklärt Paluc. Er weiß wovon er spricht, ist selbst verheiratet, hat zwei Kinder, ist Bauleiter einer Installateurfirma in Kössen, langjähriger Pfarrgemeinderat, Gemeinderat und aktiv im Trachtenverein.
Hauptsächlich besucht er an drei Tagen Haushalte in Kössen im Halb Stunden Takt von ca. 16:30 bis 21:00 Uhr. Die schönsten Erlebnisse gib es auch immer im Altenwohnheim oder in der Volksschule Bichlach, die ich auch Besuche und beschenke, so Paluc. Dazu gibt es einen Fahrer und auch zwei Mädchen als Helfer in Gestalt von Engeln.
Man muss auf das richtige Auftreten und Verhalten achten, es soll würdevoll sein und auch Spannung aufbauen. Dazu gehört das richtige Outfit, bestehend aus Hirtenstab, Mitra, einem weißen Bart und ein Meßgewand sowie das Goldene Buch mit den Informationen, die die Eltern angeben. In dieser Gestalt haben die Kinder natürlich große Erfurcht, aber mit ein bißchen schauspielerschem Talent und Improvisationen kann ich auf die Kinder eingehen und sie einbinden sowie den Brauch vermitteln, so Paluc. Es ist wichtig, eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen und es ist mit einer großen pädagogischen Verantwortung verbunden, erklärt Paluc.

Die Eltern glauben oft, sie können Erziehungsfehler durch die mahnenden Worte des Nikolauses ausbügeln, Dazu sind wir aber nicht da, so Paluc.
Des öfternen kommt es auch vor, daß von den Kindern ein Lied vorgesungen oder ein Gedicht vorgetragen wird, das sind dann auch schöne Erlebnisse. Die Kinder sollen sich ja zu Recht auf ein schönes Fest freuen können und den Heiligen als ihren Freund ansehen.

Es sei auch schon vorgekommen, da wir in der Dunkelheit nicht das richtige Haus gleich gefunden haben und somit unser Zeitplan durcheinander gekommen ist. Paluc kann auch lustige Ereignisse berichten. Einmal bin ich vor einem Haus ausgerutscht und gestürzt und die Kinder haben mir aus dem Fenster zugeschaut. Auch in diesem Fall, als ich die Mitra im Wagen vergessen hatte und so vor die Kinder trat, mußte ich mein Programm anpassen.

Von Vorteil ist es auch, erklärt Paluc, wenn Nikoläuse die Schulbank drücken, die uns immer wieder angeboten wird. Es gibt dort praxisorientierte Tipps, sowie einen Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Wer als Nikolaus von Haus zu Haus geht, sollte natürlich wissen, wer Nikolaus war und was die Legende über ihn berichtet.
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