10.12.2014, 18:00 Uhr

Köttmannsdorf steigt ins Tauschgeschäft ein

Der "Kost-Nix-Laden" in Klagenfurt (Bild) wird sehr gut angenommen. Nun wird auch in Köttmannsdorf einer eröffnen (Foto: Pössenbacher)

Familien sollen in Zukunft vom Tausch von "Waren" und Fähigkeiten profitieren.

KÖTTMANNSDORF (vp). Auch die Gemeinde Köttmannsdorf ist beim "Audit familienfreundliche Gemeinde" (siehe unten) dabei. Die Projektverantwortliche GR Justine Doujak, Obfrau der Frauenbewegung und des Seniorenbundes, sprüht nur so vor Ideen. Zentral sind nun aber zwei Sozialprojekte, die ab Jänner umgesetzt werden sollen.

Tauschen statt kaufen

Eine Herzensangelegenheit ist Doujak die Einrichtung eines "Kost-Nix-Ladens", den es etwa auch in Klagenfurt schon gibt. In diesem wird nicht mit Geld bezahlt, sondern es ist eine Art Tauschgeschäft. Laut Doujak sollen in einem ersten Schritt vor allem Kinder bzw. Mütter im Vordergrund stehen.
"Im ,Kost-Nix-Laden' kann man dann zum Beispiel Gewand, Spielzeug oder Bücher abgeben, die man nicht mehr braucht, die aber noch intakt sind. Es ist ein Geben und Nehmen." Ist dem Kind der Pulli zu klein, gibt man ihn im Laden ab und nimmt sich eine größere Größe. Ein anderes Kind profitiert dann von der kleineren Größe.

Selbst will Doujak von Haus zu Haus gehen und um nicht mehr Benötigtes bitten, um einen Grundstock für die Eröffnung zu erreichen. "Der Laden soll in einer Klasse der Alten Volksschule eingerichtet werden und Freitag Nachmittag und Samstag Vormittag geöffnet sein. Mitglieder des Seniorenbundes und der Frauenbewegung sind als ehrenamtliche Helfer vor Ort." Schließlich soll der "Kost-Nix-Laden", ausgestattet mit kleinen Tischen und einer Spielecke, auch als Kommunikationstreffpunkt dienen.

Fähigkeiten tauschen

Auch beim zweiten Projekt steht das Tauschen im Zentrum. Nur geht es hier um Fähigkeiten und ums Helfen, erklärt Doujak. Da könnte ein Jüngerer etwa den Rasen bei einem Älteren mähen oder ein Pensionist im Notfall auf ein Kind aufpassen. "Ich möchte auch ein Mal im Monat junge Menschen dazu bringen, dass sie in der Alten Volksschule Älteren den Umgang mit dem Computer erklären."
Angebot und Nachfrage nach solchen Dienstleistungen würden über die Gemeinde akkordiert, Doujak würde ebenfalls als Vermittlerin fungieren.

Zur Sache: Audit familienfreundliche Gemeinde

Es handelt sich um einen kommunalpolitischen Prozess mit dem Ziel, familienfreundliche Maßnahmen nach Bedarf zu setzen und zu zeigen, welche in der Gemeinde bereits vorhanden sind. Der Prozess läuft unter Einbindung der Bevölkerung aller Generationen. Nach erfolgreicher Umsetzung wird man mit einem Gütezeichen vom Bundesministerium für Familien und Jugend ausgezeichnet.
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