Alpen-Adria-Tour 2026
Alpen-Adria-Region – wir rücken enger zusammen
- SPÖ-EU-Delegationsleiter Andreas Schieder nimmt am 11. September an der "Alpe-Adria-Tour" teil.
- Foto: SPÖ Delegation
- hochgeladen von Birgit Lenhardt
Die "Alpe-Adria-Tour" führt durch die vier Länder Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments, Andreas Schieder, Matjaz Nemec, Marko Vesligaj nehmen daran teil. Die Tour findet am Donnerstag, den 10. September 2026, und Freitag, den 11. September 2026, statt und hat zum Ziel, die Integration der EU-Mitgliedstaaten Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien zu stärken.
ÖSTERREICH. Angesichts zahlreicher geopolitischer Herausforderungen muss Europa noch enger zusammenwachsen, um dem Druck von außen und innen standzuhalten. Dabei vergessen wir oft, dass der offensichtlichste Weg hin zu einer starken Europäischen Union direkt neben uns verläuft. Um die Europäische Union als Ganzes zu stärken, müssen wir enger mit unseren Nachbarn zusammenrücken. In diesem Kontext gibt es bereits viele positive Beispiele einer erfolgreichen Zusammenarbeit, doch es bleibt noch viel zu tun. Mitglieder des Europäischen Parlaments aus der Alpen-Adria-Region haben sich dieser Aufgabe angenommen und reisen gemeinsam durch Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien. Sie bringen die Europäische Union den Menschen näher, gehen die zentralen Herausforderungen der Menschen in dieser Region an und unternehmen einen ersten Schritt hin zu einer starken Alpen-Adria-Region innerhalb einer stärkeren Europäischen Union.
Viele Herausforderungen
Menschen in Grenzregionen stoßen im Alltag oft auf Barrieren beim Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung und anderen öffentlichen Dienstleistungen. Eine der häufigsten Herausforderungen ist die grenzüberschreitende Mobilität. Viele Menschen leben in einem EU-Land und pendeln zur Arbeit in ein anderes. EU-Bürgerinnen und EU-Bürger steht es grundsätzlich frei, sich in jedem Mitgliedstaat niederzulassen und dort zu arbeiten. Doch der Bauarbeiter aus Slowenien, der täglich nach Österreich pendeln muss, sieht sich mit Staus, wiederkehrenden Grenzkontrollen, hohen Transportkosten und dem Mangel an Alternativen zum eigenen Auto konfrontiert. Die EU hat bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den Alltag von EU-Bürger:innen in Grenzregionen zu erleichtern. So finanziert und unterstützt die EU unter anderem den Ausbau des TEN-T-Eisenbahnnetzes, um die Regionen innerhalb Europas besser zu vernetzen und somit die noch bestehenden unsichtbaren Grenzen abzubauen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Anbindung des Logistikzentrums und Eisenbahnknotenpunkts Villach-Fürnitz an das TEN-T-Netz, die die Förderung durch EU-Mittel ermöglichte. Durch die Anbindung an den Hafen von Triest wurde der Knotenpunkt zudem zum ersten grenzüberschreitenden Zollkorridor der EU ausgebaut, wodurch Probleme bei den Zollkontrollen aus dem Weg geräumt werden konnten. Dennoch gibt es noch Potential, das genutzt werden muss. Wir dürfen uns nicht nur auf den Ausbau der Bahninfrastruktur konzentrieren, sondern müssen Bahnreisen allgemein attraktiver gestalten. Das bedeutet, weiter an einer Lösung mit einem einheitlichen Ticketsystem für die gesamte EU zu arbeiten und die Fahrpreise zu senken. So wird Pendeln schneller, günstiger und klimafreundlicher.
Hand in Hand
Klimafreundliche Mobilität ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen den Klimawandel. Trotzdem müssen wir an vielen Stellschrauben drehen, um dieses Rennen nicht zu verlieren – und das am besten gemeinsam. Auch die Bewältigung der Folgen des Klimawandels gelingt nur Hand in Hand. Die Hilfe unserer Nachbarn spielt hier oft eine entscheidende Rolle. Immer häufigere Hitzewellen und anhaltende Dürreperioden setzen Europa einem wachsenden Waldbrandrisiko aus. Verheerende Brände treffen Länder wie Kroatien dabei besonders hart. Daher ist die effektive Aktivierung der bestehenden europäischen und nationalen Zusammenarbeit wichtiger denn je. Mechanismen wie der EU-Katastrophenschutzmechanismus gewährleisten, dass die Hilfe die betroffene Bevölkerung so schnell wie möglich erreicht, unabhängig von den Landesgrenzen. Insbesondere im Bereich der Krisenprävention könnte eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Frühwarnsystemen dazu beitragen, die Ausbreitung verheerender Brände in ganz Europa zu verhindern.
Mehr Europa
Doch ob wir Mobilität verbessern, unseren Nachbarn in Not helfen oder gemeinsame Projekte verfolgen wollen – ohne ausreichende Finanzierung ist das nicht möglich. Im Licht der noch laufenden Verhandlungen über den neuen mehrjährigen EU-Haushalt steht daher für uns fest: Wir brauchen mehr Europa, nicht weniger. Während die Europäische Kommission eine stärkere nationale Verantwortung für den EU-Haushalt fordert, plädieren wir für einen Ansatz, der über Grenzen hinausdenkt und die Regionen enger zusammenrücken lässt. Das bedeutet regionale Verwaltung von Projektmitteln und die Bereitstellung von ausreichend Förderungen für europäische Kooperationen.
Chance für die Alpe-Adria-Region
Die Alpen-Adria-Region ist weit mehr als nur eine Aneinanderreihung von Ländern – die gesamte Region ist historisch, sowie durch gemeinsame Interessen und die tägliche Zusammenarbeit eng miteinander verbunden. Dies sollte als Chance gesehen werden – eine Chance, das Leben der Bürgerinnen und Bürger in der Alpe-Adria-Region zu verbessern und noch enger zusammenzuwachsen. Verbunden durch die Geschichte, arbeiten wir Hand in Hand in der Gegenwart, um unsere gemeinsame Zukunft zu gestalten.
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