"Die Orden der Nacht"
Besondere Bachmann-Skulptur in Klagenfurt enthüllt
MIT VIDEOS: "Ich bin sehr dankbar, dass das Kunstwerk im Garten des Elternhauses steht": Anlässlich des Ingeborg-Bachmann-Gedenkjahres wurde in Klagenfurt eine außergewöhnliche Skulptur enthüllt.
KLAGENFURT. Für Ingeborg Bachmann, deren Geburtstag sich heuer am 25. Juni zum 100. Mal jährt, wird das kärnten.museum unter dem Motto "Ingeborg Bachmann – Eine Hommage" am 18. Oktober, dem Todestag der Kärntner Schriftstellerin, eine Sonderausstellung eröffnen. Teil dieser Ausstellung ist der Künstler Anselm Kiefer, der einen eigenen Ausstellungsraum gestalten wird. Bereits zwei Tage vor ihrem Ehrentag wurde Bachmanns erstes Geburtstagsgeschenk enthüllt: die Bronzeskulptur "Die Orden der Nacht (für Ingeborg Bachmann)" von Anselm Kiefer.
Eine ganz besondere Skulptur
Die Skulptur trägt den Titel eines Verses aus Bachmanns Gedicht "An die Sonne": "...schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht..." und ist Teil von Kiefers Werkensemble "Die Frauen der Antike", mit dem er weibliche Persönlichkeiten, die lange im Schatten der Geschichte standen, in den Mittelpunkt rückt. Sie ist der bedeutenden Literatin Ingeborg Bachmann gewidmet, deren Werk den Künstler seit vielen Jahren begleitet und prägt. Die Skulptur aus Bronze, Stahl und Blattmetallen ist 203 mal 130 mal 125 Zentimeter groß.
"Auf dem für Bachmann bestimmten Körper ruht eine offene Stahlkugel, die sowohl an Darstellungen von Claudius Ptolemäus' Kosmos als auch an das antike Konzept der Musica Univerdalis erinnert, in dem die Proportionen, die die Bewegung der Himmelskörper - Sonne, Mond und Planeten - bestimmen, als eine Form kosmischer Harmonie vestanden weden", so Anselm Kiefer über sein Werk.
- Foto: MeinBezirk/Lea Kainz
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Geschenk an das Museum
Die Bronzeskulptur wird dem Museum vom Künstler als Schenkung überlassen und kann im Vorgarten des Ingeborg-Bachmann-Hauses für die nächsten 25 Jahre bewundert werden.
Bürgermeister Christian Scheider betont: "Eine Schenkung von so hohem Rang bedeutet eine sichtbare kulturelle Aufwertung für Klagenfurt und strahlt weit über die Grenzen der Stadt hinaus." Wolfgang Muchitsch, Direktor des Landesmuseums für Kärnten ergänzt: "Widmungen an das kärnten.museum sind stets zugleich Geschenke an alle Kärntnerinnen und Kärntner."
Bewegende Worte des Bruders
Auch Heinz Bachmann, der Bruder von Ingeborg Bachmann, zeigt sich über die Schenkung tief erfreut: "Für die Familie Bachmann und Moser ist heute ein ganz besonderer Tag. Ich empfinde es als Höhepunkt, dass Anselm Kiefer Ingeborg dieses Werk gewidmet hat. Beide Künstler - sowohl Kiefer als auch meine Schwester - sprechen die heutige Jugend und Weltsituation an. Beide sind durch die Vergangenheit geschädigt worden. Wir waren auch Opfer. Anselm Kiefer hat das auf eine wunderbare Weise zusammengestellt. Ich bin sehr dankbar, dass das Kunstwerk im Garten des Elternhauses steht."
- Heinz Bachmann
- Foto: MeinBezirk/Lea Kainz
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Mit dabei
An der Skulpturenthüllung nahmen Kulturreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig, Bürgermeister Christian Scheider, Kulturreferent Stadtrat Franz Petritz, Direktor des Landesmuseums für Kärnten Wolfgang Muchitsch und Johann Lintner, Vorstand der Privatstiftung Kärntner Sparkasse, teil. Zudem war auch Heinz Bachmann mit seiner Frau anwesend. Der Künstler selbst konnte an der Feierlichkeit nicht teilnehmen.
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