Entscheidung in Wien
Kärntens Landesdirektor wird am Dienstag bestellt
- Kärntens Landesdirektorin Karin Bernhard
- Foto: ORF Robert Schuman
- hochgeladen von Mag. Stephan Fugger
Landesdirektorin Karin Bernhard sagt nach 40 Jahren Landesstudio Kärnten leise Servus. Ab 2027 wird ein Neuer die Verantwortung über das ORF-Landesstudio Kärnten haben.
KÄRNTEN. Wer diesen prestigeträchtigen und zugleich herausfordernden Posten übernehmen wird – darüber stimmt die ORF-Generaldirektion am 11. August ab. Bevor gestern bekannt wurde, dass Programmchef Martin Weberhofer als Kärntner Kandidat für den Posten als Landesdirektor aller Voraussicht nach ins Rennen geht, kursierten mehrere Namen in diversen Medienberichten. Die Kleine Zeitung nannte neben Weberhofer Namen wie Moderatorin Ute Pichler oder Chefredakteur Bernhard Bieche. Gegenüber MeinBezirk hat die amtierende Landesdirektorin Karin Bernhard Anfang Juli festgestellt: "Ich weiß nicht, wer sich von meinem Haus bewirbt".
Der Arm der Politik
Heftig umstritten war die Bestellung des designierten ORF-Generaldirektors Clemens Pig. Wie groß schätzt sie die politische Einflussnahme in Kärnten ein? "Das Anhörungsrecht des Landeshauptmanns gibt es nicht mehr ... Mich hat seitens der Politik niemand in Kärnten unterstützt. Es gab Landeshauptleute, die mich nicht wollten, und ich bin trotzdem Landesdirektorin geworden." Wie oft hat sie Landeshauptmann Daniel Fellner bisher angerufen? "Noch nie. Am Beginn meiner Direktorinnenkarriere (Anm.: 2012) hat das einmal jemand probiert. Darauf habe ich ihm erklärt, dass wir eine journalistische Abteilung haben und dies auf journalistischer Ebene entschieden wird und sonst nichts."
Recruiter von außen
Pig wollte mit zwei unabhängigen Recruitern aus der Schweiz und Deutschland dafür sorgen, dass bei der Bestellung der oder die Beste das Rennen macht, und so den Vorwurf der politischen Einflussnahme abwehren. Laut einem Onlineartikel des ORF wurden Recruiter bestellt, um einen "maximal äquidistanten Blick auf die Bewerbungen zu erhalten", wird Pig zitiert. Gestern veröffentlichte der ORF, dass Martin Weberhofer
Massive Einsparungen
Auf den neuen Chef des Landesstudios Kärnten warten zahlreiche Herausforderungen – allen voran die Digitalisierung. Pig will den ORF modernisieren, einzelne Programme könnten auslaufen. Allem Anschein nach muss der ORF mit 90 Millionen Euro weniger auskommen. Wie das die Landesstudios konkret treffen wird, ist noch nicht absehbar. Wie wird Weberhofer den Spagat zwischen mehr Regionalität und Sparkurs meistern? Bernhard: "Mein Nachfolger muss die Regionalisierung stärken. Mit den finanziellen Mitteln werden wir nicht viel ausbauen können, die Regionalität aber weiterhin stärken."
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