Community-Kenner spricht
Kärntner wollen Meldestelle für Gefährder
- Hotelier Mohammed Altohamy hat sich bestens integriert und führt ein Hotel in Klagenfurt. Integration ist für ihn ein Schlüssel, damit es erst gar nicht zu Straftaten von Asylsuchenden kommt. Einer Meldestelle für Gefährder steht er positiv gegenüber.
- Foto: MeinBezirk.at
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Nach dem Attentat in Villach: Wie holt man die syrische Community in Terror-Präventions-Boot? In Kärnten steht eine Hotline zur anonymen Meldung von Personen, die sich radikalisieren im Raum. MeinBezirk hat mit Dolmetscher, Community-Kenner und Hotelier Mohammed Altohamy gesprochen. Moscheen und das BFA könnten wichtige Schlüsselrollen bei der Verhinderung weiterer Taten einnehmen.
KÄRNTEN. "Wie können weitere Taten nach dem Attentat in Villach verhindert werden?", so lautet die beherrschende Frage. In Kärnten werden Stimmen laut, die eine Hotline zur anonymen Meldung von Personen, die sich radikalisieren, fordern. Bei dieser Hotline sollen Personen aus dem nahen Feld Auffälligkeiten von potenziellen Gefährdern melden. Hotelier Mohammed Altohamy kennt die arabische Community bestens. Seit Jahren führt er erfolgreich ein Hotel in Klagenfurt. Immer wieder wird er aber auch von der öffentlichen Hand als Dolmetscher zurate gezogen. Wenn etwa das BFA (Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl) einen Übersetzer benötigt, wird der gebürtige Ägypter kontaktiert.
- Hotelier Mohammed Altohamy hat sich bestens integriert und führt ein Hotel in Klagenfurt. Integration ist für ihn ein Schlüssel, damit es erst gar nicht zu Straftaten von Asylsuchenden kommt. Einer Meldestelle für Gefährder steht er positiv gegenüber.
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Ein unterschätzter Partner
"Alle Syrer haben Angst, sie sind auf den jungen Mann zornig", schildert Altohamy die Stimmung in der Community. Die Idee einer Hotline zur Meldung von Extremisten begrüßt er. Wie soll man aber die syrische Community erreichen? "Wir müssen eng mit dem BFA zusammenarbeiten, da es für Asylsuchende eine zentrale Anlaufstelle ist und eine wichtige Rolle in ihrem Alltag spielt. Das BFA fungiert auch als Hauptkommunikationskanal zur österreichischen Community, die Flüchtlinge unterstützt", sagt der Hotelier.
- Moscheen könnten eine Vermittlerrolle in der Terrorprävention einnehmen. (Symbolfoto einer Moschee in Wien Leopoldstad)
- Foto: HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
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Treffpunkt Moschee
Eine weitere Möglichkeit wäre, die Menschen über die Moscheen über eine Meldestelle zu informieren. "Die Moscheen vermitteln Glaubwürdigkeit. Die Gebetshäuser haben sicher kein Problem damit, über eine Meldestelle zu informieren. Die Moscheen wollen nicht, dass radikales Gedankengut vermittelt wird", sagt Altohamy.
Welche Rolle spielen Prediger bei Prävention?
Nicht unterschätzt werden darf die Rolle des Predigers. Menschen mit einem niedrigen Bildungsgrad laufen Gefahr, von extremistischem Gedankengut vereinnahmt zu werden. Die Vorbildfunktion in der Moschee darf somit nicht unterschätzt werden. Dem Prediger wird viel Vertrauen entgegengebracht.
Kollektives Schuldgefühl
Dass Fingerspitzengefühl gefragt ist, steht außer Zweifel. Es wird Zweifel geben, es ist gerade ein heißes Thema. Muslime sind ungewollt in den Fokus geraten. Viele empfinden Schuld für etwas, was sie nicht getan haben. "In Kärnten leben etwa 31.000 Syrer. Die meisten sprechen Arabisch, um sie zu erreichen, benötigt man jemanden, der Arabisch spricht", sagt der Unternehmer.
Stichwort Integration
Es wird mehrere Instrumente benötigen, um bei Menschen, die bei uns um Asyl ansuchen, eine Radikalisierung zu verhindern. "Asylsuchende müssen am Leben in Kärnten teilnehmen, den Alltag spüren. Erst mit der Integration wird sich das bessern", ist er überzeugt.
Zur Sache
Wer einen Verdacht hat, dass jemand radikalisiert hat, kann dies der Meldestelle für Extremismus und Terrorismus (Anm.: Unterliegt dem Bundesministerium für Inneres.) melden.
Hier findet ihr die Meldestelle und alle Kontaktdaten.
Bei akuten Fällen ist der Notruf zu tätigen 133 oder 112.
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