Forderungen an Politik
Kärntner Bauernvertreter kritisieren Dumping-Preise für Schweinefleisch

Vertreter der Landwirtschaftskammer und der Kärntner Schweinebauern mit den Landesräten Ulrich Zafoschnig und Martin Gruber, Landtagspräsident Reinhart Rohr sowie Mitgliedern des Kärntner Landtags
  • Vertreter der Landwirtschaftskammer und der Kärntner Schweinebauern mit den Landesräten Ulrich Zafoschnig und Martin Gruber, Landtagspräsident Reinhart Rohr sowie Mitgliedern des Kärntner Landtags
  • Foto: LK Kärnten
  • hochgeladen von Peter Michael Kowal

Landwirtschaftskammer und Schweinebauern machten heute vor der Sitzung des Kärntner Landtags auf prekäre Situation aufmerksam und präsentierten ein Forderungspaket mit drei konkreten Punkten.

Bereits vor der heutigen Landtagssitzung durften sich die Mitglieder der Kärntner Landesregierung, Landtagspräsidenten und Landtagsabgeordnete stärken: Sie bekamen Brote mit heimischen Fleisch- und Wurstspezialitäten serviert. Diese freundliche Geste hatte jedoch einen unerfreulichen Hintergrund: Die Landwirtschaftskammer Kärnten, Vertreter der Initiative „Saugut“ und der Arbeitsgemeinschaft Kärntner Schweineproduktion prangerten mit Postern und Foldern Dumpingpreise und Druck des Handels an.

Nur 15 Prozent für den Bauern

Edith Weissnegger, Sprecherin der Initiative „Saugut“, fordert: „Wir müssen wenigstens so weit kommen, dass die Bauern wieder einen Preis kalkulieren können, von dem sie auch leben können.“ Von einem verkauften Schweineschnitzel kommen lediglich 15 Prozent des Preises tatsächlich beim Bauern an.

Appell an Konsumenten

Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler appelliert einmal mehr an die Konsumenten: „Die Nachfrage bestimmt das Angebot!“ Heimisches Fleisch weise höchste Qualitätsstandards auf, werde unter deutlich strengeren Tierwohl-Standards als im Ausland produziert und belaste die Umwelt aufgrund kurzer Transportwege viel weniger. Mößler fügt hinzu: „Die Landespolitik in Kärnten hat es in der Hand, die Rahmenbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern durch regionale Beschaffung zu verbessern.“

Die Landwirtschaftskammer erarbeitete daher ein Forderungspaket, das folgende drei Punkte enthält:
1. Die verstärkte Umsetzung des Bestbieter-Prinzips in den Beschaffungsplänen der öffentlichen Hand.
2. Die Einführung einer transparenten Herkunftskennzeichnung nach dem Vorbild der Initiative „Gut zu wissen“ der Landwirtschaftskammer in den Küchen des öffentlichen Bereichs.
3. Höhere Standards und Auflagen nur dann, wenn die Mehrleistungen den bäuerlichen Betrieben auch abgegolten werden. Andernfalls verliert die heimische Produktion an Wettbewerbsfähigkeit, und der Markt wird noch verstärkt mit ausländischem Fleisch geflutet.

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