Dialoghafen Klosterneuburg
Dieser Raum für alle kann jedem Freude bereiten
- Andrea und Heinz Goldemund freuen sich im Dialoghafen auf Besucherinnen und Besucher.
- Foto: MeinBezirk/Seebacher
- hochgeladen von Rainer Seebacher
Das Mittel gegen Einsamkeit heißt gute Gesellschaft. Die kann jeder im Dialoghafen dreimal in der Woche antreffen und dort zusätzlich gemeinsamen Aktivitäten frönen. Das neue Nachbarschaftszentrum im Herzen der Stadt steht jedem offen.
KLOSTERNEUBURG. Die Gesellschaft zerfällt immer mehr in kleine Grüppchen, die Menschen sprechen immer weniger miteinander und nicht nur die Älteren fühlen sich immer einsamer. Das mag alles stimmen, doch jammern allein hält diese traurigen Trends nicht auf. Eine Initiative, die Menschen jeglichen Alters wieder zusammenbringen möchte, ist der Dialoghafen in Klosterneuburg. Seit dem Frühjahr steht das ehemalige Stiftscafé für Begegnungen, den Austausch, für ein Voneinanderlernen und für ein gemeinsames Tun offen. Andrea Goldemund, pensionierte Krankenschwester, und ihr Mann Heinz, einst Unternehmensberater, haben den gemeinnützigen Verein „Dialoghafen Klosterneuburg“ gegründet.
- Der Dialoghafen ist in der ehemaligen Stiftstaferne untergebracht.
- Foto: MeinBezirk/Seebacher
- hochgeladen von Rainer Seebacher
Mittlerweile arbeiten 15 Freiwillige am Gelingen des Projekts. „Die Idee des Dialoghafens ist es, hier ein paar Stunden Zeit zu verbringen und nicht allein zu sein“, schildert Andrea Goldemund und ihr Mann ergänzt: „Man kann auch einfach hierherkommen, und sich an einen der Tische setzen, ohne etwas zu konsumieren.“ Einige davon sind gekennzeichnet, dass man nicht angesprochen werden will. „Die Idee dahinter ist, dass ein Neuankömmling zuerst einmal ankommen soll und vielleicht erst bei seinem zweiten oder dritten Besuch mit jemand anderem ins Gespräch kommen möchte“, so Heinz Goldemund weiter. Gegen eine freie Spende gibt’s Kaffee, Tee, Wasser, Saft oder manchmal auch Kuchen. „Ein Gastrobetrieb sind wir aber keiner“, gibt Andrea Goldemund zu bedenken.
Für alle Generationen
Während der Öffnungszeiten des Dialoghafens einen Kaffee zu schlürfen und dabei entweder zu schweigen oder mit einem anderen Besucher ins Gespräch zu kommen, ist aber nur das absolute Basisprogramm. Es gibt auch eine Kinderecke, eine kleine Bibliothek, viele Spiele, einen Tischfußballtisch, ein Klavier und einen Billardtisch. Letzteren haben übrigens Jugendliche und das GEH.BEAT-Team (Mobile Jugendarbeit Klosterneuburg) aufgetrieben. Allein diese Grundausstattung sorgt schon dafür, dass sich alle Altersgruppen angesprochen fühlen können.
- Die Idee des Dialoghafens ist es, hier ein paar Stunden Zeit zu verbringen, und nicht allein zu sein.
- Foto: MeinBezirk/Seebacher
- hochgeladen von Rainer Seebacher
Die insgesamt 500 Quadratmeter Fläche inklusive eines etwa 60 Quadratmeter großen Hinterzimmers namens Salon plus Gastgarten bietet aber noch viele weitere, nahezu unendlich viele Möglichkeiten für das Nachbarschaftszentrum. Andrea und Heinz Goldemund sind gerade dabei, diese auszuloten.
Gemeinsame Aktivitäten
Die Idee dahinter ist, dass Menschen am leichtesten gemeinsam ins Gespräch kommen, wenn sie etwas gemeinsam tun. „Es wird gemeinsam gekocht, repariert, gestaltet, gelesen, gespielt und nachgedacht“, so Andrea Goldemund und verweist auf die vielen Veranstaltungen, die im Dialoghafen bereits stattgefunden haben und weiter stattfinden werden. „Die Idee ist, dass sich ein freiwilliger Mitarbeiter eines Themas annimmt und dazu dann einen Programmpunkt anbietet“, ergänzt Heinz Goldemund.
- Für die Kleinsten gibt es auch eine Kinderecke.
- Foto: MeinBezirk/Seebacher
- hochgeladen von Rainer Seebacher
Bei den Näh.Idee.Café kommen sechs Nähmaschinen zum Einsatz. Teilnehmende können dabei voneinander lernen oder auch kleinere Reparaturen - etwa eine Hose kürzen - selbst durchführen. Für das Koch.Idee.Café stehen zwei Elektroherde zur Verfügung. Unter einem bestimmten Motto - etwa Restlküche - werden dann feine Gerichte gezaubert. Beim Reparatur.Idee.Café können Besucherinnen und Besucher ihre kaputten Geräte mitbringen und bei Kaffee und Kuchen wird dann gemeinsam versucht, diese wieder zum Funktionieren zu bringen. Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft bot der Dialoghafen auch Public Viewings an. Dies ist freilich nur eine kleine Auswahl des Programms. Über aktuelle Termine informiert die Website www.dialoghafen.at und der Facebookauftritt des Vereins.
Pfarrinnovation
Die Idee zu einem Nachbarschaftszentrum ist im Rahmen der Pfarrinnovation entstanden. Bei diesem Prozess, den Heinz Goldemund begleitet, wollen die sechs Pfarren des Dekanats Klosterneuburg das Pfarrleben wieder für mehr Menschen attraktiv machen. „Dabei wurde das Angebot der Kirche und der Stadt Klosterneuburg analysiert und identifiziert, was fehlt“, so Goldemund. Das Ergebnis war der Dialoghafen. Der liegt auch geografisch an der Stiftspforte sehr passend - also an jenem Ort, an dem das Angebot der Stadt endet und das des Stifts beginnt.
- Das Nachbarschaftszentrum erlaubt es allen Generationen, es sich hier gemütlich zu machen oder eine schöne Zeit zu verbringen.
- Foto: MeinBezirk/Seebacher
- hochgeladen von Rainer Seebacher
„Das Stift Klosterneuburg stellt uns die Fläche kostenlos zur Verfügung und wir zahlen auch keine Betriebskosten“, ergänzt Heinz Goldemund. Der restliche Aufwand wird durch Spenden bzw. auch eine bereits abgelaufene und erfolgreiche Crowdfunding-Aktion gedeckt. Prinzipiell soll man den Dialoghafen aber auch für eigene Veranstaltungen - etwa Geburtstagsfeste oder kostenpflichtige Kurse - mieten können, blickt Andrea Goldemund in die Zukunft. Derzeit finden schon Yogakurse, ein Sprachkurs, ein Lesezirkel sowie ein Trauerkaffee in diesem Rahmen statt. Den Dialoghafen kann jeder auch selbst unterstützen: durch eine freiwillige Mitarbeit oder eine Spende. Der Dialoghafen ist eben ein Nachbarschaftszentrum für alle. Schauen Sie einfach einmal vorbei, sofern Sie das noch nicht gemacht haben. Derzeit ist der Dialoghafen montags, mittwochs und freitags von jeweils 10 bis 18 Uhr geöffnet.
- Hier geht's zur Website des Dialoghafen Klosterneuburg.
- Hier geht's zum Facebook-Auftritt des Dialoghafen Klosterneuburg.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.