Kreuzung Leopldstraße/Wiener Straße
Eine Bordsteinkante wurde Radlerin zum Verhängnis

Will man vom abschüssigen Radweg aus der Leopoldstraße in den Rad- und Gehweg auf der Wiener Straße einfahren, muss über die Bordsteinkante fahren. Dies im rechten Winkel und daher einigermaßen sicher zu bewältigen, ist nahezu unmöglich.  | Foto: MeinBezirk/Seebacher
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  • Will man vom abschüssigen Radweg aus der Leopoldstraße in den Rad- und Gehweg auf der Wiener Straße einfahren, muss über die Bordsteinkante fahren. Dies im rechten Winkel und daher einigermaßen sicher zu bewältigen, ist nahezu unmöglich.
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Die Fahrradfahrerin stürzte und verletzte sich schwer. Sie macht die Gestaltung des Radwegübergangs für den Unfall verantwortlich. Trotz mehrerer Unfälle mit Personenschäden an dieser Stelle handelt es sich nicht um einen Unfallhäufungspunkt, so die Stadtgemeinde Klosterneuburg. 

KLOSTERNEUBURG. Kürzlich hatte eine Fahrradfahrerin im Bereich der Kreuzung Leopoldstraße/Wiener Straße einen schweren Unfall, bei dem sie auch erheblich verletzt wurde. „Ursache des Unfalls war nach meiner Überzeugung die mangelhafte und verkehrsunsichere Gestaltung des dortigen Radwegübergangs“, schildert sie. Zum Hintergrund: Zum Hintergrund: Die Leopoldstraße verläuft bergab und mündet in den Geh- und Radweg entlang der Wiener Straße. An der Einmündung befindet sich ein nicht abgeschrägter Randstein, der sich aber nicht im rechten Winkel - also einigermaßen sicher - überfahren lässt. Ein sicheres Überfahren eines solchen Hindernisses ist aber nur im rechten Winkel möglich. An dieser Stelle geht das allerdings nicht. Denn dann müssten Radfahrende auf die stark befahrene Wiener Straße ausweichen. Aufgrund der dortigen Stopp-Tafel hätte sie gegenüber dem Fahrzeugen auf dieser überdies Nachrang.

Bordsteinkanten bergen für Radler, aber auch für Nutzer von Fahrzeugen mit kleineren Rädern wie E-Scooter und dergleichen ein nicht zu unterschätzendes Sturzrisiko. | Foto: zVg.
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Der Radlerin, die in Begleitung unterwegs war, wurde das zum Verhängnis. Sie schildert: „Ich näherte mich der Kreuzung in langsamem Tempo und bremste sofort, als ich die Kante bemerkte. Aufgrund der schlechten Erkennbarkeit und der fehlenden baulichen Sicherung war ein Sturz jedoch nicht mehr zu verhindern.“ Bei höherer Geschwindigkeit hätte der Unfall noch weitaus schwerere Folgen haben können, vermutet sie. Durch den Sturz erlitt sie einen komplizierten Bruch des rechten Sprunggelenks. Den Unfall hat sie bei der Polizei zur Anzeige gebracht.

Gefährliche Randsteine

Auf Anfrage von MeinBezirk bestätigt die Radlobby Klosterneuburg, dass Kanten in Kurven für Radfahrende ein echtes Sicherheitsproblem darstellen. „Kommt man mit dem Rad aus der Leopoldstraße und biegt rechts in den Geh- und Radweg Wiener Straße ein, wird der Winkel extrem spitz“, konkretisiert Radlobby-Sprecher Robert Koch.

An der Stelle sind bereits mehrere Radunfälle mit Personenschaden dokumentiert.  | Foto: MeinBezirk/Seebacher
  • An der Stelle sind bereits mehrere Radunfälle mit Personenschaden dokumentiert.
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Darüber hinaus würde Gehsteig und Fahrbahn ein spürbares Gefälle in Richtung Wiener Straße aufweisen. „Die zu fahrende Kurve hängt also nach außen“, so Koch. Ein Lokalaugenschein von MeinBezirk ergab ebenfalls, dass diese Stelle mit dem Rad nur mit äußerster Vorsicht sicher zu passieren ist. Wer von der abschüssigen Leopoldstraße kommt und die Örtlichkeit nicht kennt, wird von der herausfordernden Situation jedenfalls überrascht.

Kein Unfallhäufungspunkt

Wie eine Anfrage von MeinBezirk an die Stadtgemeinde Klosterneuburg ergab, sind an besagtem Kreuzungsbereich zwischen den Jahren 2014 und 2024 insgesamt fünf Radfahrunfälle mit Personenschaden dokumentiert. Dennoch würde es sich dort um keine Unfallhäufungsstelle handeln.

Im Antwortschreiben heißt es wörtlich:

„Von einer Unfallhäufungsstelle ist grundsätzlich auszugehen, wenn sich innerhalb von drei Jahren drei gleichwertige Unfälle mit Personenschaden im Umkreis von 250 Metern bzw. auf Gemeindestraßen im Umkreis von 50 Metern ereignet haben. Ob nun tatsächlich eine Unfallhäufungsstelle vorliegt, wird dann im Rahmen einer behördlichen Verhandlung vom Amtssachverständigen für Verkehrstechnik des Landes Niederösterreich beurteilt. Dabei werden die unterschiedlichsten Unfallmerkmale wie Standort, Unfalltyp, Witterung, Straßengeometrien und dergleichen ausgewertet. In der Regel werden dabei auch Unfallprotokolle gesichtet. So wurden auch die oben angeführten fünf Unfälle im Rahmen von Verhandlungen im Detail geprüft und vom Amtssachverständigen für Verkehrstechnik beurteilt. Bisher waren nach den Analysen und Beurteilungen keine konkreten Maßnahmen an der Kreuzung Leopoldstraße-Wienerstraße ableitbar bzw. von der Behörde vorgeschrieben.“

Allerdings wird die Stadtgemeinde Klosterneuburg die Bezirkshauptmannschaft (BH) informieren und um die Prüfung von etwaigen Maßnahmen zur Verhütung weiterer Unfälle ersuchen. Für Radfahrende aber auch Nutzerinnen und Nutzern von Rollern, E-Scootern und sonstigen, auf Radwegen erlaubten Gefährten heißt es an dieser Stelle also weiter: Bitte ganz besonders vorsichtig und langsam fahren.

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