Klosterneuburger Au
Trockenheit bedroht Fische und Muscheln, Lebensraum schrumpft dramatisch

Trockenheit, wohin das Auge reicht, Fische und andere Wasserbewohner sucht man vergebens. | Foto: Sadiki-Peckary
7Bilder
  • Trockenheit, wohin das Auge reicht, Fische und andere Wasserbewohner sucht man vergebens.
  • Foto: Sadiki-Peckary
  • hochgeladen von Rebekka Sadiki-Peckary

Anhaltende Trockenheit verändert nicht nur das Landschaftsbild, sondern auch die Lebensbedingungen in heimischen Gewässern.

KLOSTERNEUBURG. Niedrige Wasserstände und ausgetrocknete Gewässerbereiche prägen derzeit das Bild der Klosterneuburger Au. Während im ersten Teil unserer Serie die Auswirkungen auf Erholungssuchende und mögliche Lösungsansätze im Mittelpunkt standen, richtet sich der Blick nun auf die Natur. Der Fischereiverband schlägt Alarm: Die anhaltende Trockenheit setzt Fischen und anderen Wasserlebewesen massiv zu – mit Folgen, die noch lange sichtbar bleiben könnten.

Lebensraum schrumpft zusehends

Besonders deutlich zeigen sich die Veränderungen in den Nebenarmen und Altgewässern der Donau. Josef Dellinger vom Fischereiverband beobachtet, dass das natürliche Gewässernetz vielerorts nicht mehr durchgängig ist.

„Das Gewässerkontinuum ist an vielen Stellen unterbrochen. Gschirrwasser und Durchstich sind für Fische nicht mehr passierbar, sondern in eine Vielzahl teils sehr kleiner Restwasserflächen zerfallen“

, erklärt er. Flächen, die bereits seit Monaten trocken liegen, würden inzwischen von dichter Vegetation überwachsen – ein erster Schritt hin zu einer dauerhaften Verlandung.

Weniger Nachwuchs, mehr Stress für die Fische

Die Folgen für die Fischbestände sind laut Dellinger gravierend. Durch den niedrigen Wasserstand habe sich der verfügbare Lebensraum stark verkleinert. Gleichzeitig seien im Frühjahr wichtige Laichplätze nicht erreichbar gewesen.

Zum Fischen kommt hier niemand mehr. | Foto: Sadiki-Peckary

„Deshalb beobachten wir heuer deutlich weniger Fischbrut als in früheren Jahren“, sagt der Experte. Hinzu komme, dass mit steigenden Wassertemperaturen der Sauerstoffgehalt im Wasser sinke. Besonders in den kommenden heißen Tagen könne diese Entwicklung kritisch werden.

Vor allem Fischarten mit einem höheren Sauerstoffbedarf wie Hechte und Zander geraten zunehmend unter Druck. Doch nicht nur Fische leiden unter der Trockenheit.

Wenn die Muscheln verschwinden

Auch Süßwassermuscheln zählen zu den Verlierern der aktuellen Situation. Anders als Fische können sie sich dem zurückweichenden Wasser oft nicht entziehen und sterben großflächig ab. Dabei erfüllen sie eine wichtige Aufgabe im Ökosystem: Als natürliche Filter reinigen sie das Wasser und tragen zu dessen Qualität bei. Ihr Verlust wirkt sich daher weit über die einzelne Tierart hinaus auf das gesamte Gewässer aus.

Kinderstube der Donau in Gefahr

Für viele Fischarten sind Altarme und Nebenarme weit mehr als nur ruhige Gewässer. Sie dienen als Rückzugsräume und vor allem als Kinderstuben.

„Das gilt besonders für sogenannte Krautlaicher wie Hechte oder Karpfen, die ihre Eier an Wasserpflanzen ablegen“, erklärt Dellinger. Gleichzeitig seien diese Gewässer wichtige Wasserspeicher für die gesamte Au.

Wo Hund einst mit Bauch ins Wasser konnte, steht er nun im Trockenen. | Foto: Sadiki-Peckary
  • Wo Hund einst mit Bauch ins Wasser konnte, steht er nun im Trockenen.
  • Foto: Sadiki-Peckary
  • hochgeladen von Rebekka Sadiki-Peckary

Seine Einschätzung fällt deutlich aus: „Wenn sie verschwinden, verschwindet bald darauf auch die Au.“

Verlandung schreitet voran

Nach Beobachtung des Fischereiverbands ist die beschleunigte Verlandung eines der größten Probleme. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten hätten größere Hochwasser große Mengen an Sand und Schlamm in die Augewässer eingetragen.

Die Trockenheit ist für jeden bemerkbar. Wo einst Wasser war, ist nun Morast.  | Foto: Rebekka Sadiki-Peckary
  • Die Trockenheit ist für jeden bemerkbar. Wo einst Wasser war, ist nun Morast.
  • Foto: Rebekka Sadiki-Peckary
  • hochgeladen von Rebekka Sadiki-Peckary

Bleiben Gewässer anschließend über längere Zeit trocken, werden sie rasch von sogenannten Pionierpflanzen besiedelt. Dadurch schreite die Verlandung weiter voran und werde schließlich kaum noch umkehrbar.

Wieder mehr Wasser in die Au bringen

Um die Entwicklung aufzuhalten, spricht sich der Fischereiverband für eine stärkere Anbindung der Augewässer an die Donau aus. Vergleichbare Projekte gebe es bereits in der Wachau bei Rossatz sowie im Nationalpark Donau-Auen.

Foto: Sadiki-Peckary

Letztlich hänge der Erfolg jedoch von einer ausreichenden Wasserführung der Donau ab. Nur wenn wieder genügend Wasser in die Seitengewässer gelange, könnten sich diese langfristig erholen.

Rücksicht kann helfen

Auch Besucherinnen und Besucher der Au können nach Ansicht des Fischereiverbands einen Beitrag leisten. So schwer es an heißen Sommertagen falle, wäre ein Verzicht auf das Baden in den Augewässern – ebenso wie das Baden von Hunden – derzeit eine wichtige Unterstützung für die ohnehin stark belasteten Lebensräume.

Die Trockenheit macht deutlich, wie empfindlich das Zusammenspiel zwischen Donau und Au ist. Während an Lösungen für eine bessere Wasseranbindung gearbeitet wird, entscheidet jeder niederschlagsarme Tag mit darüber, wie stark sich das einzigartige Naturgebiet verändern wird.

Anzeige

Gewinnspiel
Mit Magenta zum Frauen-Nationalteam-Spiel gegen Kosovo!

Magenta, offizieller Premium Partner des österreichischen Nationalteams, verlost 3x2 Public-Tickets für das UEFA Women's European Qualifiers-Spiel des Frauen-Nationalteams gegen Kosovo. Mit etwas Glück bist du am 13. Oktober live dabei! In den Play-offs der UEFA Women's European Qualifiers trifft Österreich am 13. Oktober um 18:00 Uhr auf Kosovo. Vor heimischem Publikum wollen die ÖFB-Frauen den nächsten Schritt in Richtung Weltmeisterschaft machen und setzen dabei auf lautstarke Unterstützung...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

UP TO DATE BLEIBEN

Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf MeinBezirk.at/Niederösterreich

Neuigkeiten aus Niederösterreich als Push-Nachricht direkt aufs Handy

Bezirksblätter auf Facebook: MeinBezirk.at/Niederösterreich

ePaper jetzt gleich digital durchblättern

Storys aus Niederösterreich und coole Gewinnspiele im wöchentlichen MeinBezirk.at-Newsletter


Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.