50 Jahre Erfahrungen
Klosterneuburger Josef Höchtls 7 politische Erkenntnisse
- Joseh Höchtl resümiert mit sieben Erkenntnissen über seine 50-jährige Politikerfahrung.
- Foto: Privat
- hochgeladen von Kathrin Schauer
In einem Referat fasste der ehemalige Nationalrat Josef Höchtl (ÖVP) seine 7 politischen Erkenntnisse nach über 50 Jahre politischen Lebens zusammen.
KLOSTERNEUBURG. Nationalrat im Unruhestand Josef Höchtl hielt eine Rede über die 50 Jahre seines politischen Lebens. Über die Hintergründe berichtet er: "Eine interessante Einladung zu einem Referat über meine politischen Erkenntnisse nach über 50 Jahre äußerst herausfordernden politischen Lebens –von der Gemeinde- bis zur Bundesebene sowie meinen verschiedenen internationalen Funktionen-erhielt ich als ehemaliger, langjähriger Nationalratsabgeordneter, ehemaliger Bundesobmann der Jungen ÖVP und dann auch Bundesobmann des ÖAAB sowie in diversen internationalen Organisationen wie der IPU (Internationalen Parlamentarier-Union); dabei konnte ich auch Neugründungen von Organisationen wie die „Österreichische SCHÜLERUNION -beginnend mit UHS-der weitaus größten Schülerorganisation Österreichs“ , der überparteilichen und überkonfessionellen Gebetsgruppe im Parlament (mittlerweile sind diese schon seither in über 100 Staaten aktiv!) und der „Österreichischen Gesellschaft für Völkerverständigung“ sowie diverser nationaler und internationaler Organisationen initiieren."
- Josef Höchtl: "Wichtigster Grundsatz ist: Willst Du in der POLITIK erfolgreich sein, musst Du die Menschen lieben."
- Foto: privat
- hochgeladen von Marion Pertschy
Warum das alles? "Ausgangspunkt war das tragische Schicksal meiner Eltern, die -wie über 3 Millionen weitere Sudetendeutsche (Südmährer sind ja Teil davon) aus ihrer südmährischen Heimat 1945 vertrieben und ihres gesamten in 200 Jahren von ihren Familien erworbenen Vermögens „entsorgt“ worden sind – mein Vater hat mir - aus dieser Erfahrung heraus - immer wieder einen Satz „eingetrichtert“: „lerne so viel wie möglich-das kann man Dir nicht nehmen“", berichtet Höchtl.
Die 7 Grundsätze
So versuchte er eine Bilanz zu ziehen und fasste es als seine sieben politischen Erkenntnisse nach über 50 Jahre politischen Lebens zusammen. "Es war ein intererssanter Nachdenkvorgang!", so Höchtl.
- Wichtigster Grundsatz ist: "Willst Du in der POLITIK erfolgreich sein, musst Du die Menschen lieben" - damit meine ich , daß der Politiker eine Freude empfinden soll, auf Menschen zuzugehen, mit Ihnen in Kontakt zu treten, zuzuhören, Gedanken aufzunehmen, Sorgen zu verstehen, Lösungen von neuen Herausforderungen zu suchen....
- "Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind - andere gibt´s nicht " - jeder Mitmensch muss dort "abgeholt" werden, wo er/sie sich aufgrund seiner Lebensbedingungen befindet (mit seinem Stand an Informationen, mit seinen Befindlichkeiten etc.) ohne alle Ideen schon als bekannt vorauszusetzen, ohne illusorische Pläne zu präsentieren und vor allem ohne eine Sprache zu verwenden, mit der der Betroffene nichts anzufangen weiß.
- "Politiker ohne WERTE sind längerfristig wertlose Politiker": „Politiker müssen meiner Meinung nach aufgrund von Werten, Grundsätzen, Orientierungen beurteilt werden können, da ja jede tagespolitische Entscheidung sich auf irgendwelche Grundüberzeugungen zurückführen lässt bzw. lassen soll.“
- "Wir müssen ins GELINGEN verliebt sein, nicht ins SCHEITERN" - auch in der Politik kann der Politiker mit dieser Einstellung, also mit starkem Willen, mit Ausdauer, Überzeugungskraft, Freundlichkeit und Optimismus - gepaart mit einem angenehmen Gesprächsstil sprichwörtlich "Berge versetzen" so alles nach dem MOTTO: "AUFGEBEN will ich nur Briefe, nie Überzeugungen und begründete Ziele ".
- "Damit das MÖGLICHE entsteht, muss immer wieder das UNMÖGLICHE versucht werden" - Ziele also nie zu kurz zu stecken, Kompromisse sind in der Diskussion immer wieder einzugehen; anderen aber auch das IHNEN gebührende LOB spenden und sie zur gemeinsamen Initiative motivieren.
- "Wer aufhört BESSER werden zu wollen, hört auf GUT zu sein" - das andauernde Streben nach eigenen Verbesserungen, nach neuen Ideen und Wegen, soll eine Grundeinstellung auch in der Politik sein.
- und schließlich: "Gute Gründe müssen den BESSEREN weichen" – in meinen Augen ist diese Auffassung für unsere pluralistisch-demokratische Gesellschaft ganz bedeutend: auch die Meinung der ANDEREN ist zu respektieren -KEIN Politiker ist im Besitz der alleinigen WAHRHEIT !!“
Das könnte dich auch interessieren
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.