Sudetendeutsche

Beiträge zum Thema Sudetendeutsche

Präsident Höchtl zu 75 Jahre Vertreibung

1945 wurden 3,2 Millionen Deutschsprachige aus der Tschechoslowakei vertrieben. Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Völkerverständigung Prof. Dr. Josef Höchtl kritisiert Vertreibung von Menschen als schwerste Menschenrechtsverletzung. Er selbst ist Sohn von vertriebenen Südmährern aus Joslowitz und Gutenfeld (beide Gemeinden grenzen an NÖ). Höchtl hielt auf Einladung der Sudetendeutschen Landsmannschaft (wo alle deutschsprachigen Gruppen, darunter Südmährer, Nordmährer,...

  • Horn
  • Viola Rosa Semper
Museum der Heimatvertriebenen: Obmann Manfred Stiedl in der umfangreichen Ausstellung der Siebenbürger Sachsen.

Hoamatrundschau
Vertrieben und eine neue Heimat gefunden

Im Vöcklabrucker Museum wird die Geschichte der Heimatvertriebenen dokumentiert. VÖCKLABRUCK. Die Heimatvertriebenen sind Volksdeutsche und kommen aus den Gebieten der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Gegen Ende und nach dem Zweiten Weltkrieg mussten viele aus der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien flüchten oder wurden durch verschiedene Gesetze aus ihrer Heimat vertrieben. "Im Bezirk Vöcklabruck lebten unmittelbar nach Kriegsende über 7.500 Flüchtlinge und...

  • Vöcklabruck
  • Alfred Jungwirth
Maria Kincl mit ihrer Freundin Julia, die regelmäßig kommt und der 100-Jährigen auch helfend zur Seite steht.
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100 Jahre Erinnerungen in Wien-Simmering

Maria Kincl erinnert sich an ihre Jugend in Tschechien, Simmering und den Greißler ums Eck. SIMMERING. Als die Republik Österreich gegründet wurde, erblickte Maria Kincl das Licht der Welt. Aufgewachsen ist die Simmeringerin in Jägerndorf. "Dort war ich glücklich, aber als Sudetendeutsche wurden wir dann vertrieben – da war ich 27 Jahre alt", erinnert sich Kincl. "Das war die schlimmste Zeit für mich." So kam sie nach Wien, wo ihre Schwester sie in der Kegelgasse 24 auf der Landstraße...

  • Wien
  • Simmering
  • Karl Pufler

Ilse Tielsch: „Das letzte Jahr“ | Buchpräsentation (Wien)

Ilse Tielsch liest aus ihrem Roman „Das letzte Jahr“. Moderation: Jiří Munzar 1938: Die neunjährige Elfi Zimmermann erlebt das letzte Jahr vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs in einem südmährischen Städtchen. Zu Beginn des Jahres freut sie sich über ihr neues Fahrrad, im Herbst besetzen Hitlers Truppen die Sudetengebiete, und alles beginnt sich zu verändern. Elfi kann nicht verstehen, warum ihre jüdische Freundin, viele Nachbarn und immer mehr Geschäfte verschwinden und warum ihre Eltern...

  • Wien
  • Innere Stadt
  • Laila Youssef

Vortrag "Sudetendeutsche in Enns und ihr Denkmal im Schlosspark"

ENNS. Die Sudetendeutsche Landsmannschaft, Bezirksgruppe Enns/Neugablonz-Steyr lädt am Freitag, 2. März, zum Gedenktag ein. Die Teilnehmer erinnern sich dabei gemeinsam an den 4. März 1919. An diesem Tag wurden bei friedlichen Demonstrationen in mehreren Städten des Sudetenlandes 54 Menschen vom tschechischen Militär erschossen und hunderte Menschen verletzt. Sie forderten das Recht auf Selbstbestimmung und den Verbleib bei Österreich. Der Gedenktag beginnt um 15 Uhr. Beim Sudetendenkmal im...

  • Enns
  • Katharina Mader

Vertrieben! Erste Weihnachten "herüben"

WEITERSFELDEN. Zu einem besonderen Nachmittag lädt das Weihnachtsmuseum Harrachstal am Samstag, 16. Dezember, um 13.30 und 16 Uhr ein: Ehemalige Sudetendeutsche erzählen über ihre Schicksale unter dem Titel: "Die ersten Weihnachten herüben". ...

  • Freistadt
  • Elisabeth Hostinar

Bucherser Kirtag am Sonntag, 11. September

BUCHERS. Am Sonntag 11. September, steigt ab 9:45 Uhr der Kirtag und das Buchersertreffen. "Bei diesem Fest gedenken wir der Vertreibung der Sudetendeutschen vor 70 Jahren", erklären die Veranstalter, "weiters feiern wir "10 Jahre grenzüberschreitende Aktivitäten mit Tschechien". Für die Feierlichkeiten steht ein großes Festzelt zur Verfügung und das Programm ist reichhaltig: Um 9.45 Uhr startet der Tag mit einem feierlichen Einzug in die Kirche mit dem Musikverein Leopoldschlag. Um 10.00...

  • Gmünd
  • Simone Göls
Beim Festgottesdienst neben dem Marterl in Salnau wurden Blumen niedergelegt.
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70 Jahre Vertreibung – eine Gedenkfeier

KLAFFER. Aufgrund der sogenannten Benes-Dekrete vor 70 Jahren wurde eine Vertreibung der Sudetendeutschen aus ihrer angestammten Heimat in Böhmen, Mähren in Gang gesetzt. Durch diese „wilden Vertreibungen mit brutalen Exzessen und mörderischen Angriffen“ verloren mehr als 800.000 Deutsche ihre Heimat, ihr ganzes Hab und Gut (50 Kilogramm Gepäck waren erlaubt). Viele Vertriebene kamen nach Österreich und Deutschland und fanden die Überlebenden eine neue Heimat. Gedenkfeier in Klaffer Im...

  • Rohrbach
  • Karin Bayr
Hermine wurde aus ihrer Heimat, dem Sudetenland, vertrieben und fand in Ramsau die Liebe ihres Lebens, Josef Hackl.

"Auch ich war ein Flüchtling"

Die Ramsauerin Hermine Hackl wurde als jugendliche Sudetendeutsche aus ihrer Heimat vertrieben. HAINFELD/RAMSAU. "Wir saßen mit den Eltern am Mittagstisch und draußen gingen die Tschechen auf der Straße mit Block und Bleistift spazieren. Sie begutachteten die Häuser und machten Notizen. Einige Tage später krachte eine fremde Familie bei der Tür herein, setzte sich und aß unser bescheidenes Mahl. Dann erklärten sie, wir sollen verschwinden." Flucht oder Tod Was nach einem schlechten Krimi...

  • Lilienfeld
  • Markus Gretzl
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Ein Leben auf Wanderschaft

ENGERWITZDORF (mawi). Kürzlich vollendete eine Frau, deren Leben von Vertreibung und Wanderschaft geprägt war, ihren irdischen Weg: Hildegard Hintermüller aus Holzwiesen starb im 87. Lebensjahr. Sie war nach 1945 mit ihrer Familie unter den 3,5 Millionen Sudetendeutschen, die von den Tschechen aus ihrer angestammten Heimat vertrieben worden waren. Nach mehr als zehnjährigem Herumirren in Deutschland und Österreich hatten sie in Holzwiesen ein neues Zuhause gefunden. Johann und Katharina...

  • Urfahr-Umgebung
  • Armin Fluch
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Fortsetzung: Vertrieben (55)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Es ist schon dunkel, als unser Zug am 24. April 1946 Gießen erreicht. Was würde nun kommen? Das erste, was wir am Zielort hören, ist eine Männerstimme: „Alle in de Wage drinbleibe, alle in de Wage drinbleibe“! „Merkt euch das Wort“, sagt Muttl, „es ist das erste Wort, das wir in unserer neuen Heimat vernommen haben“. Mit unserem Gepäck bringt man uns in das bahnhofsnahe ehemalige Hotel Lenz. Registrierung, vorsorgliche...

  • Stmk
  • Bruck an der Mur
  • Alexander Moser
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Fortsetzung: Vertrieben (54)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Furth im Walde heißt unser Grenzort auf deutscher Seite. Aussteigen, Verpflegung (Suppe), Registrierung, vorsorgliche Entlausung (Zum ersten Mal lerne ich DDT-Pulver kennen), Toilettengang. An den primitiven Toiletten sind die Wände über und über beschmiert und beschriftet mit Nachrichten jeglicher Art. Ich lese mit Interesse. Meist wird nach Angehörigen gesucht oder ihnen einen Nachricht hinterlassen. „Liebes Annerl,...

  • Stmk
  • Bruck an der Mur
  • Alexander Moser
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Fortsetzung: Vertrieben (53)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Vor uns ragt ein riesiger düsterer Bau auf: Schloss Janowitz. Rings ist er von Mauern oder festen Zäunen umgeben. Alle Eingänge werden strengstens von bewaffneten Tschechen bewacht. Bald wird unser Gepäck abgewogen und zugleich auch durchsucht. Was den Tschechen gefällt, wird uns abgenommen. Sieh da, wir haben angeblich zu viel an Gepäck, mehr als die erlaubten 50 Kilogramm. Augenblicklich müssen wir eines der Bündel...

  • Stmk
  • Bruck an der Mur
  • Alexander Moser
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Fortsetzung: Vertrieben (52)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Vor dem Palmsonntag sind Adelheid und ich Palmkatzerlen sammeln gegangen. Wir finden viele am Schieferbruch nahe dem Friedhof. Ich klettere auf eine der Weiden. Sanft wiegt sie sich im Wind. Mir wird so leicht im Gemüt, so fern und entrückt erscheint alles….. Es ist so schön hier. Ich präge mir alles ein. Sehr wohl ist mir bewusst, dass ich bald alles verlassen werde. In der Pfarreiküche gibt es lange Debatten, wie...

  • Stmk
  • Bruck an der Mur
  • Alexander Moser
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Fortsetzung: Vertrieben (51)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Der Winter geht zu Ende. Noch einmal besuche ich unsere Schneeburg. Ein glänzender Sonnentag! Ich krieche in mein Lieblingshaus und schaue in die tiefe Bläue des Himmels. Die Sonne scheint warm und – tropf – tropf – tropf – es tropft von allen Wänden und den vielen glitzernden Eiszapfen. Die Schneehäuser sind deutlich zusammen gesunken. Bald werden sie ganz verschwunden sein. Ja, Kraft und Wärme der Tag für Tag...

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  • Bruck an der Mur
  • Alexander Moser
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Fortsetzung: Vertrieben (50)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Auch für Roswitha werden nun Kleider genäht und sie muss in die Schneiderwerkstatt zur Bernt Hermi ins Oberdorf. Trotz strengstem Verbot durch die Tschechen übernachtet sie manchmal auswärts bei den befreundeten Bernts. Dort geht Geheimnisvolles vor sich. Mehrere versammeln sich dort am Abend zum „Tischerücken“. Die Leute möchten so gerne etwas von den verschollenen Männern oder über das eigene Schicksal erfahren. Doch...

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Fortsetzung: Vertrieben (49)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Roswithas Geschichte Am 17. Juli 1945 muss sich die Familie mit etwa 700 weiteren Bennischern, in der Mehrzahl Frauen und Kinder (die Männer waren aus dem Krieg noch nicht heimgekehrt) abends am Marktplatz einfinden und wird gefangen gesetzt. Unter schwerer Bewachung geht es am nächsten Tag zu Fuß in die etwa 15 Kilometer entfernte Kreisstadt Freudenthal und am Tag darauf mit dem Zug in offenen Güterwagen nach...

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Fortsetzung: Vertrieben (48)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Es ist Ende Februar 1946, als Adelheid und ich mit Tante Rosi vom Oberdorf zurück kommen. Tante Rosi hat die Heiders in ihrem Häusl besucht. Beim Häusl stoßen wir auf den Endler Heinrich und den Franzi. Manches ist auf dem Endler Hof anders geworden. Tonangebend ist jetzt die junge Frau Endler, der Mutter vom Franzi. Bisher war sie vom Schwiegervater und der Schwägerin eher „unten gehalten“ worden. Ihr Mann ist gefallen...

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Fortsetzung: Vertrieben (47)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Unfassbar! Und doch muss man sich dieser grausamen Tatsache stellen und sich darauf vorbereiten. Muttl hat Stoffe nach Mohrau gebracht. Sie lässt bei der Bernt Hermi, unserer Schneiderin, wie schon vor Weihnachten Mäntel und weitere Kleider nähen, mehrere für uns Kinder und groß genug zum „Hinein wachsen“. Auch jetzt müssen Adelheid und ich oft ins Oberdorf zur Anprobe, vorbei an den schlagenden Tschechenkindern. Jetzt...

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Fortsetzung: Vertrieben (46)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Es kommt der Heilige Abend 1945. Der soll ganz anders verlaufen als alle unseren Weihnachten bisher. Die Familie ist unvollständig. Papa fehlt. Lebt er noch? Monate haben wir nichts mehr von ihm gehört. Seine letzte Feldpost hat uns kurz vor dem Zusammenbruch erreicht. Dann nichts mehr. Ist er gefallen? Ist er in Gefangenschaft geraten? Eine schreckliche Sorge! Auch Roswitha und Gottfried sind nicht bei uns, doch wir...

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Fortsetzung: Vertrieben (45)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Adelheit und ich müssen im Pfarrhof viel helfen: Abtrocknen, Gemüse putzen und schneiden, Kartoffeln schälen, Dinge in den Keller bringen, Einkaufen und viele andere Dinge gehören zu unseren täglichen Pflichten. Alle – auch die Kinder – müssen zupacken auf einem Bauernhof und bei so vielen Leuten. Besonders unangenehm ist das Stopfen der Strümpfe. Sie müssen für alle im Haus, auch für die Gendarmen, gestopft werden. Eine...

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Fortsetzung: Vertrieben (44)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Herr Pfarrer beteiligt sich kaum an den bäuerlichen Arbeiten. Als Seelsorger hat er andere Dinge zu tun. Und für Männerarbeiten ist ja der Wirtschafter zuständig. Es gibt wieder ein Pferd auf dem Pfarrhof (oder zwei Pferde?). So kann Herr Pfarrer wieder alle 14 Tage in Neudorf, das als Filialgemeinde zur Pfarrei Mohrau gehört, Gottesdienst halten. Jetzt im Winter fährt er mit dem Pferdeschlitten dahin. Herr Schwarz lenkt...

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Fortsetzung: Vertrieben (43)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Mit seinen sechs Jahren müsste Viktor eingeschult werden. Aber die deutschen Kinder dürfen ja nicht zur Schule. Da haben Herr Pfarrer und Muttl beschlossen, ihn privat Lesen und Schreiben zu lehren. Herr Pfarrer malt große Druckbuchstaben auf rechteckige Papierstücke. Viktor lernt die Buchstaben schnell. Nun soll er sie zu Worten zusammenziehen. Herr Pfarrer setzt das Wort „Killian“ zusammen. Viktor buchstabiert richtig,...

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Fortsetzung: Vertrieben (42)

Die wahre Geschichte eines kleinen Mädchens Autorin: U. Hillesheim © Um diese Zeit finden Adelheid und ich in den gebundenen Kinderzeitschriften, die im Pfarrhof (vielleicht seit der Kinderzeit von Tante Rosi und Großvater) aufbewahrt werden, ein kleines Gedicht, das gut zu unserem Wildgruber Bergausflug passt. Es gefällt uns sehr. Wir lernen es auswendig und ich habe es bis heute behalten: Als die liebe Frau gegen Himmel fuhr, ließ den Mantel blau sie auf ird´scher Flur. Kam ein...

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