Holz-Innovationspreis vergeben
"Inno4wood" – wohnen in und mit Holz boomt

Das "Chalet" ist ein kleines Raumwunder mit vielen Einsatzmöglichkeiten.
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  • Das "Chalet" ist ein kleines Raumwunder mit vielen Einsatzmöglichkeiten.
  • Foto: Dach & Fach
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Drei Auszeichnungen, zwei Anerkennungen und eine Sonderauszeichnung sind das Ergebnis der Innovationspreisverleihung 2019, die im Rahmen des Interreg-Projekts "Inno4wood" von proHolz Tirol, der "Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern", dem "Holzforum Allgäu" und der Universität Innsbruck vorgenommen wurde.

TIROL (red). Am 24. und 25. April wurde im Rahmen der Innsbrucker Holzbautage an der Universität Innsbruck der überregionale Innovationspreis für Produkt-, Prozess-, oder Kulturinnovationen an Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft aus Tirol und Bayern vergeben.

Die Bandbreite der Einreichungen war vielfältig: Von Laufwagenpatenten für die Holzernte über spezielle Software-Prozess-Lösungen bis hin zu neuen Faser- oder Plattentechnologien - die Jury, bestehend aus Branchen- und Innovationsexperten aus Tirol und Bayern, war gefordert.
Aus Tiroler Sicht brachte die Verleihung ein erfreuliches und gleichzeitig geografisch besonderes Ergebnis: So qualifizierten sich die Osttiroler Firmen Holzbau Unterrainer GmbH und Gebrüder Ladstätter KG, für zwei der drei Auszeichnungen. Die dritte Auszeichnung und zwei Anerkennungen gingen in das benachbarte Bayern. Eine Sonderauzeichnung erhielt die Firma Baufritz GmbH in Oberschwaben.

3 Auszeichnungen

Langmatz GmbH – Ecoploytec Kabelschächte aus WPC
Gebrüder Ladstätter KG – Doppelhubwinden Laufwagensystem
Holzbau Unterrainer GmbH – Radiusholz, Fertigung gebogener Brettsperrholzelemente

2 Anerkennungen

lightweight solutions GmbH – lisocore Leichtbauplatte
TJIKO GmbH – Softwarelösung für modulare Badezimmerelemente in Holzbauweise

1 Sonderauszeichnung

Baufritz GmbH – Innovationskultur im Unternehmen

Nominiert: Chalet, die modulare "Raumzelle"

Das Projekt „Chalet“ ist aus konkreten Bedürfnissen potentieller Nutzer entstanden. Auf Basis vieler Gespräche konnte das Geschäftsmodell immer weiter konkretisiert und nutzerfokussiert gestaltet werden. Folgende Fragestellungen haben sich dabei ergeben:

  • Einfluss der Arbeitsplatzgestaltung auf Work-Life-Balance 
  • Persönliche Erfüllung im Beruf wird immer wichtiger
  • Wunsch nach wohnlicher Einrichtung am Arbeitsplatz
  • Wunsch nach Individualität, Einzigartigkeit und Qualität, für lokale Wertschöpfung und regionale Produkte
  • Anpassung der Zeit und Raum des Arbeitsplatzes an die eigenen Vorstellungen
  • Work-Life-Blending: kluge Verbindung von Privat- und Berufsleben; es müssen Lösungen gefunden werden, die Belastungen durch geschäftliche und berufliche Anforderungen kompensieren (Bsp: Home- und Mobile-Office-Lösungen) 

"Unser Chalet wurde zuerst speziell für EPUs oder zwei Mann/Frau-Betriebe entwickelt und optimiert. Konkret sind das TherapeutInnen, KosmetikerInnen, Versicherungs-Agentinnen, ErnährungsberaterInnen usw.. Ideal aber auch als Büro, Atelier, oder Schauraum, oder als temporäre Einsatzmöglichkeit bei Events oder Veranstaltungen." Karl-Heinz Eppacher, "Dach & Fach Holzbau GmbH", Polling.
Weitere Einsatzmöglichkeiten wären etwa als externer aber exklusiver Raucherraum, oder im Tourismus und der Hotellerie als Wohn- bzw. Schlafunterkunft für das Personal.
Das „Chalet“ wird als fix und fertige Raumzelle hergestellt. Die Grundstruktur ist eine moderne und wirtschaftliche Holzrahmenkonstruktion. Bei der Herstellung wird größter Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit gelegt. So wird als Dämmung eine Hanf- oder Jutefaserdämmung verwendet. Die Innenverschalung erfolgt bevorzugt in Zirbe. Außen wird eine Holzschalung mit sägerauer Struktur und einem Anstrich mit mineralischen Farben aufgebracht. Die komplette Elektroinstallation ist vorhanden. Eine Naßzelle mit WC, Waschbecken und Dusche wird je nach Nutzung fertig eingebaut. Die Heizung erfolgt über Infrarotpaneele an der Decke. Der Strom,- Wasser- und Abwasseranschluss ist hinten in einem Schacht gebündelt geführt. Die Box wird fix und fertig geliefert, aufgestellt und kann schon am nächsten Tag bezogen werden.
Das Produkt besticht durch Qualität, Nachhaltigkeit und Individualität. Der Innovationsgrad bzw. die Einzigartigkeit definiert sich über das gelebte Geschäftsmodell hinsichtlich folgender Aspekte:

  • Flexibilität: Individualität, schnelle Verfügbarkeit, geringes Risiko ( Anschaffung & Wiederverkauf möglich), räumliche Anpassbarkeit, Nutzbarkeit 
  • Regionalität: regionales Handwerk, regionale / ökologische Materialien
  • One-stop-Shop: schlüsselfertig Transparente und klare Preisgestaltung 
  • Konsequenter Nutzerfokus für Anwendungsbereiche: Markt-Chalet, Arbeitsraum, „Smokii Joe“, „Info- und Event-Chalet“ 

Das Chalet wird in erster Linie verkauft, es werden dabei spezielle Finanzierungsvarianten angeboten. Für den temporären Einsatz bei z.B. Events und Veranstaltungen gibt es eine Mietvariante. Der Service von DACH+FACH umfasst folgende Leistungen:

  • Betreuung und Beratung im Hinblick auf die individuelle Ausstattung 
  • Bauansuchen und Behördenangelegenheiten 
  • Herstellung Wasser- und Stromanschluss 
  • Lieferung und Montage bzw. Abholung 

Oberflächenveredelung mit eigens entwickelter Hackmaschine

Die Herausforderung die hier professionell umgesetzt wurde liegt darin, die ursprüngliche mit einer Axt handgehackte, natürliche Unregelmäßigkeit im Hackbild maschinell zu reproduzieren um ein rustikales bzw. ein altes Erscheinungsbild herzustellen.
Altholz erfreut sich großer Beliebtheit – ist aber nicht immer in ausreichender Menge verfügbar bzw. liefert es auch nicht immer die statischen Eigenschaften von frischem Holz. Die Einsatzgebiete liegen im konstruktiven sowie im dekorativen Bereich gehen von Restaurierungen von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden über Einrichtungen im Tourismus bis hin zu Privatkunden die ihr Eigenheim in rustikaler Optik gestalten möchten.
Peter Moser, der Erfinder der jetzigen Maschine, begann bereits vor 40 Jahren in seiner Freizeit mit ersten maschinellen Hack-Experimenten im Eigenbau. Letztlich entwickelte er mit einem befreundeten Maschinenbauer eine mechanische Hackmaschine zur Holzoberflächenbearbeitung die 2013 mit einer Firmenneugründung in Betrieb ging. Die Oberflächen können gehackt und gebürstet werden. Peters Tochter Silvia führt seitdem die Firma gemeinsam mit ihrem Mann Mathias Bischofer und gemeinsam haben sie die Produktpalette stetig erweitert. Mittlerweile ist bereits die vierte weiteroptimierte und automatisierte Maschinengeneration im Einsatz, was sich vor allem in den größeren möglichen Dimensionen der bearbeitbaren Holzwerkstoffe niederschlägt. Auch ist jedes Brett/jede Platte durch die ausgetüftelte Programmierung in Form von über 8 Millionen Varianten des Hackbilds ein Unikat.
 „Wir können nun problemlos 3 Schichtplatten mit einer Länge von 6 m und einer Breite von 2,10 m bearbeiten. Weiters können wir Balken, Konstruktionsvollholz sowie Brettschichtholz bis zu einer Länge von 20 m einer Breite von 1,25 m und bis zu 1 m Stärke bearbeiten. Unsere Kunden schätzen die einzigartigen Produkte und unsere bewährte Veredelung. Wir sind bestrebt, möglichst viele Materialien aus unseren Bergen und unserer Heimat anzubieten. So kommt unsere Zirbe aus den Bergen des Zillertales oder unsere Lärche von einem Sägewerk im Brixental. Unsere einzigartig gehackte Oberfläche verleiht den verschiedenen Produkten einmaliges Aussehen. Durch die kurzen Längen von 0,80-2,0 m bekommt man eine noch abwechslungsreiche Optik und ist durch die stirnseitige Bearbeitung von Nut/Feder einfach zu Verarbeiten bei sehr geringem Verschnitt.“ Silvia & Mathias Bischofer, Peter Moser Rustikale Holzbearbeitung GmbH
 Zum Thema Energie: Die anfallenden Hackschnitzel werden in einer eigenen Anlage verheizt, der Rest wird zu Briketts gepresst. Photovoltaik und ein Elektrofuhrpark runden die nachhaltige Firmenphilosophie ab. 70 Prozent des Eigenenergiebedarfs der Firma sind gedeckt.

Radiusholz – gebogene Brettsperrholzelemente

Mit der innovativen Technik der Radiusplatte (RAP) ist Holzbau Unterrainer europaweit das einzige Unternehmen, welches gebogene Brettsperrholzelemente schnell und kosteneffizient herstellen kann.
Aufgrund der kreativen Technik sind Ihren Gestaltungsideen (fast) keine Grenzen gesetzt. Die innovative Entwicklung der Radiusplatten (RAP) von Holzbau Unterrainer besticht durch die rationelle und damit zeit- und kostensparende Produktion. Durch die Vorfertigung werden ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis, kurze Bauzeiten und exakte Terminvorgaben gewährleistet.
Gleichzeitig ermöglichen Radiusplatten (RAP) kreatives Eingehen auf moderne architektonische Anforderungen und eine zeitgemäße Bauweise.
 
Radiusplatten (RAP) spannen auf leistbarer Ebene den innovativen Bogen vom gesunden und bauphysiologisch positiven Wohnklima eines Holzhauses zu zeitgemäßer Architektur. Gebogene Brettsperrholzelemente sind sowohl für den privaten Hausbau als auch für Repräsentationsarchitektur öffentlicher Gebäude wie Museen und Opern oder bei modernen Bürogebäuden von Interesse. Die Oberflächen der Radiusplatten (RAP) können vorgefertigt und in unterschiedlichen Facetten ausgestaltet werden.
"Wir verwenden auch im Industrie- und Gewerbebau den Rohstoff Holz, weil unsere Verantwortung den nächsten Generationen gegenüber nicht beim privaten Hausbau aufhört. Hallen aus Holz fügen sich harmonischer in der Landschaft ein. Sie sind eine nachhaltige, kostengünstige und architektonisch anspruchsvolle Alternative zum herkömmlichen Stahlbau und bieten den Mitarbeitern und Mitarbeitern ein gesundes Raumklima am Arbeitsplatz", sagt Leonhard Unterrainer.
„Umfangreiche Patentrecherche haben ergeben, dass es derzeit kein vergleichbares Verfahren zur Biegung verleimter Massivholzelemente gibt", so die Wirtschaftskammer Tirol.

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