Festwochen des Kundler Bieres
Kundler Vereine brauten altes Bier nach Originalrezept

Unter dem Geleit mehrerer Kundler Schützen überbrachten Gambrinus Christoph Sappl und "Zsomkrostn" Obmann Florian Ellinger die nachgebrauten Kundler Bier Fässer dem TC Kundl.
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  • Unter dem Geleit mehrerer Kundler Schützen überbrachten Gambrinus Christoph Sappl und "Zsomkrostn" Obmann Florian Ellinger die nachgebrauten Kundler Bier Fässer dem TC Kundl.
  • Foto: Florian Haun
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Das einstig äußerst beliebte Bier der Brauerei Kundl wurde von vier Kundler Vereinen für die "Festwochen des Kundler Bieres" nachgebraut. Als Auftakt dazu gab's am Hohen Frauentag einen Umzug durch Kundl. 

KUNDL (flo). Jeder kennt die Sandoz in Kundl, die 1946 als "Biochemie GmbH" ins Leben gerufen wurde und in der Anfang 1952 das weltweit erste oral einnehmbare Penicillin V entdeckt wurde. Doch die Wenigsten wissen, dass sich der heutige Pharmakonzern in den ehemaligen Räumlichkeiten der früher weitum bekannten Brauerei Kundl befindet.
Die Brauerei wurde 1658 von Bartlmä Plank im ehemaligen Schloss Hocholtingen eingerichtet. Das Schloss wurde wiederum 1495 von Wolfgang von Hocholtingen aus dem um 700 erbauten Maierhof errichtet. Bereits nach kurzer Zeit erfreute sich das Kundler Bier damals weitum großer Beliebtheit. Die Nachfrage wuchs und die Brauerei wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrfach ihren Besitzer. Der Rohstoffmangel am Ende des zweiten Weltkriegs bedeutete allerdings das Ende für die Kundler Brauerei. Das Kundler Bier wurde nur noch bis Mitte der 1950er Jahre im Innsbrucker Bürgerbräu weitergebraut ehe es komplett von der Bildfläche verschwand.

2009 erstmals nachgebraut

Im Jahre 2009 wurde das Kundler Bier auf Initiative des Kundler Oldtimervereins "Zsomkrostn" rund um Obmann Florian Ellinger erstmals nachgebraut. Dabei hielt man sich an das mehrere hundert Jahre alte Originalrezept, das sich im Besitz des Kundler Hobbyhistorikers Jakob Mayer befand. Gebraut wurde in der "Kristall Brauerei GmbH" in Alpbach, ausgeschenkt wurde das Ergebnis beim Oldtimerfest. Aufgrund des großen Erfolges wurde dies beim Oldtimerfest in den Jahren 2011 und 2013 wiederholt.
Anfang des heurigen Jahres beschlossen einige Kundler Vereine, das Bier erneut nach dem Originalrezept nachbrauen zu lassen. Mit von der Partie waren der Kundler Heimatverein, die "Zsomkrostn", die örtliche Schützenkompanie sowie der Tennisverein "TC Kundl", der heuer sein 50-jähriges Jubiläum feiert.

Transport mit dem originalen Leiterwagen

Um dieses Mal so detailgetreu wie möglich zu sein, füllten die Mitglieder der vier Vereine im Juni des heurigen Jahres rund 400 Liter Wasser bei der Kundler Quelle "Kalter Brunnen" in Tanks ab. Die Quelle sich in der Kundler Klamm kurz vor dem Bummelzugparkplatz.
Die Tanks wurden anschließend in die Brauerei Ebner nach Absam gebracht, wo das obergärige Bier mit einem Alkoholgehalt von rund 4,5 Volumenprozent gebraut wurde und bis vor wenigen Tagen reifte.
Um dem Ganzen noch etwas uriges zu verleihen, erfolgte der Transport am Hohen Frauentag mit dem originalen über hundert Jahre alten Leiterwagen der Kundler Brauerei. Der Leiterwagen lagerte beim "Seppinger" in Kundl,  vom ehemaligen Schloss Hocholtingen rollte er am Hohen Frauentag,  Donnerstag, den 15. August, dann in einem Umzug durch das Ortszentrum Richtung Tennisplatz. Beladen war der Wagen nicht nur mit mehreren Fässern Kundler Bier, sondern auch dem Bierkönig Gambrinus, welcher von Heimatverein Mitbegründer Christoph Sappl gemimt wurde. Beim Umzug mit dabei waren auch über zehn Oldtimertraktoren und weitere Fahrzeuge der "Zomkrostn".

Bieranstich eröffnete Festwochen

Gambrinus Sappl, Vize-Bürgermeisterin Barbara Trapl, Tennisverein-Obmann Andreas Fuchs und "Zsomkrostn" Obmann Florian Ellinger eröffneten ie sogenannten "Festwochen des Kundler Bieres" durch den Anstich des ersten Fasses bim Tennisplatz. Dort startete auch das Nostalgie-Tennisturnier. "Weil wir die Festwochen eröffnen dürfen, spendieren wir euch das Bier", verkündete TC Obmann Fuchs. Ausgeschenkt wurde das zapffrische Bier zum Teil in originalen Bierkrügen der ehemaligen Brauerei Kundl, welche von Heimatverein Mitbegründer und Gambrinus Imitator Sappl zur Verfügung gestellt wurden. Zur Begeisterung der zahlreichen Gäste wurden auch nachgedruckte Bierdeckel der Kundler Brauerei präsentiert. Auf deren Rückseite befinden sich übrigens die Termine der weiteren Ausschanktermine des schmackhaften Bieres .
Jedem der vier Vereine wurden insgesamt 100 Liter des Kundler Bieres überlassen und dieses wird am 31. August nach dem großen Oldtimerumzug der Kundler "Zsomkrostn" beim Festplatz in Liesfeld das nächste Mal ausgeschenkt. Am 1. September findet dort ein Frühschoppen der Schützenkompanie bei dem es ebenfalls Kundler Bier gibt statt. Den würdigen Abschluss der Festwochen bildet die Ausstellung des Kundler Heimatvereins unter dem Motto "Vom Bier zum Penicillin V", welche vom 18. bis 26. Oktober im Kundler Dr. Brandl Saal stattfindet und bei der auch der letzte Tropfen des schmackhaften Bieres ausgetrunken wird.

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