Jubiläum
25 Jahre Kampf gegen Gewalt – Evita Kufstein blickt zurück
- Am 18. November feierte man in Kufstein den 25. Geburtstag der Beratungsstelle Evita.
- Foto: Christiane Nimpf
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Am 18. November wurde im Kulturquartier Kufstein der 25. Geburtstag der Beratungsstelle Evita gefeiert. Als Gastrednerin war Dr. Heidi Kastner eingeladen.
KUFSTEIN. Während einige mit dem Jahrtausendwechsel beschäftigt waren, haben andere in der Stadt Kufstein gehandelt: ein paar Frauen haben am 13. November 2000 die Beratungsstelle Evita gegründet – mit viel Mut, viel Überzeugungsarbeit und einer großen Portion Hartnäckigkeit. Und so wurde am Dienstag, den 18. November dieses besondere Jubiläum im Kultur Quartier Kufstein gefeiert. Auch ein Vierteljahrhundert später besteht Evita aus vielen mutigen Frauen. Eine davon ist Anna Kronthaler, die stellvertretende Obfrau. Sie hatte die Ehre, die besondere Feier zu eröffnen. "Es ist ein besonderer Tag für uns alle, der nicht nur den Rückblick auf ein Vierteljahrhundert engagierter Arbeit ermöglicht, sondern auch eine Gelegenheit bietet, Menschen und Institutionen zu würdigen, die uns auf diesem Weg begleitet haben", betonte Kronthaler.
Rückblick auf die letzten 25 Jahre
Kristina Kampfer, Professorin an der FH Kufstein, übernahm die Moderation. "Gewaltschutz und Prävention sind nicht die Aufgaben einzelner Institutionen alleine, sondern die Verantwortung liegt bei uns allem", betonte sie eingangs. Weiter ging es mit einem Überblick darauf, was Evita in den letzten 25 Jahren alles ermöglicht hat. 2003 – bereits drei Jahre nach der Gründung – erhielt Evita den Zuschlag als Prozessbegleitungseinrichtung. Also als eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrungen. 2008 wurde dann die erste Frauen-Not-Wohnung in Kufstein eröffnet. Das ist ein sicherer Ort für Mädchen und Frauen, die in Notsituationen sind. 2011 folgte die zweite Frauen-Not-Wohnung. Und so können in Kufstein mittlerweile Plätze für vier Frauen und Mädchen oder auch Jungen angeboten werden. 2020 wuchs man über die Grenzen Kufsteins hinaus: Evita eröffnete eine neue Regionalstelle in Wörgl, wo es regelmäßige Sprechzeiten gibt und zusätzlich auch noch eine weitere Frauen-Not-Wohnung. 2023 erfolgte dann schließlich – nach hartnäckigem Ansuchen – die Anerkennung als Frauen-Servicestelle durch die Bundesregierung.
- Im Kultur Quartier Kufstein wurde gemeinsam auf die vergangenen 25 Jahre von Evita geblickt.
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Zahlen sprechen für sich
Nicht nur die Jahreszahlen zeigen, was Evita in den letzten Jahren geschafft hat. Auch inhaltlich blickt das Team auf einige geleistete Stunden zurück. So wurden in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 280 Klientinnen pro Jahr von Evita betreut, in durchschnittlich 2.000 Einzelkontakten. Das sind 280 Geschichten, 280 Schicksale, die dank Evita eine neue, positivere Wendung genommen haben. "Evita ist nicht stehen geblieben. Evita hat sich mit den Herausforderungen weiterentwickelt und ist gewachsen, gemeinsam mit all den Frauen, die hier Hilfe gesucht und gefunden haben", erzählt Kampfer. Und obwohl es ein erfreuliches Thema ist, dass Evita seit nunmehr 25 Jahren Frauen und Mädchen helfend zur Seite steht, so ist es im Großen und Ganzen doch ein bedrückendes Thema. Denn Gewalt in Beziehungen ist keine Randerscheinung, sondern Teil unserer Gesellschaft.
Gastrednerin Dr. Heidi Kastner
Genau auf diesen "Teil unserer Gesellschaft" ging man im nächsten Programmpunkt der Veranstaltung ein. Dr. Heidi Kastner wurde als Gastrednerin eingeladen und hielt einen Vortrag über Gewalt in Beziehungen und darüber, welche Persönlichkeits- und Risikoprofile es gibt. Sie ist Fachärztin für Psychologie und Neurologie, gleichzeitig Primarärztin, an der Klinik für Psychiatrie mit forensischem Schwerpunkt in Linz. Kastner schaffte in ihrem Vortrag etwas, das wohl nur die wenigsten Rednerinnen und Redner von sich behaupten können. Denn obwohl es ein sehr schweres, viel zu oft schreckliches Thema ist, schaffte sie es, das ganze auf eine humoristische Art wiederzugeben. Natürlich, ohne die Thematik ins Lächerliche zu ziehen. Sie fesselte das Publikum mit ihren Erzählungen und eigenen Erfahrungen als Frau in einer Männerdomäne und erzählte davon, welche Arten von Gewalt und welche Arten von Männern, die diese ausüben, es gibt.
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