Mini Med Studium
Mini Med Kufstein: Gebärmutterhalskrebs früh erkennen

Christine Lederer (Obfrau Seniorenrat der Stadt Kufstein) mit dem Vortragenden Lukas Schentner und Moderatorin Waltraud Berger (v.l.) beim Vortragsabend in Kufstein.
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  • Christine Lederer (Obfrau Seniorenrat der Stadt Kufstein) mit dem Vortragenden Lukas Schentner und Moderatorin Waltraud Berger (v.l.) beim Vortragsabend in Kufstein.
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Experte hielt im Krankenhaus Kufstein Vortrag über Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung: Regelmäßige Überprüfung ist ausschlaggebend.

KUFSTEIN (bfl). Die regelmäßige Überprüfung ist der beste Garant, um Gebärmutterhalskrebs möglichst früh zu erkennen. Dies betonte der Vortragende Lukas Schwentner von der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Bezirkskrankenhauses (BKH) Kufstein im vierten Mini Med Vortrag in Kufstein. Rund dreißig Interessierte kamen dazu am Donnerstag, den 14. Februar in den Mehrzwecksaal des BKH, um mehr über das Thema "Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung und -vorbeugung: Was sollte jede Frau darüber wissen?" zu erfahren.

Pap-Abstrich als Methode

Das Wichtigste ist die regelmäßige Teilnahme beim Gebärmutterhalskrebs-Screening. Zum Einsatz kommt dabei der Pap-Test, der vom griechischen Arzt George Papanicolaou nach langfristigen Untersuchungen 1943 entwickelt wurde. Dabei werden Zellen vom Gebärmutterhals durch einfaches Abstreichen entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Ab einem gewissen Grad, kann eine Veränderung der Zellen auf eine Vorstufe der Erkrankung oder auf Gebärmutterhalskrebs hindeuten.
Die Einführung des Pap-Abstriches oder Pap-Tests war historisch gesehen wesentlich, um das Auftreten von Gebärmutterhalskrebserkrankungen zu senken und ist damit aus medizinischer Sicht eine echte Erfolgsgeschichte.
"Der Pap-Abstrich hat wirklich dazu geführt, dass der Gebärmutterhalskrebs heute in den Industrienationen Gott sei Dank eine extrem seltene Erkrankung ist", betont Schwentner.
Es ist zudem eine relativ einfach zu entnehmende Untersuchung, im Vergleich zu vielen anderen Tests. Da der Test aber immer nur eine Momentaufnahme liefert, ist eine regelmäßige Untersuchung von großer Wichtigkeit. In Österreich wird das Gebärmutterhalskrebs-Screening bzw. die Vorsorgeuntersuchung ab 18 einmal pro Jahr empfohlen. "Allein im Lauf der letzten zehn Jahre ist die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs dadurch um 38 Prozent zurückgegangen", sagt Schwentner.

Erkrankung durch Papillomaviren

In 95 Prozent der Fälle ist die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs auf Papillomaviren (auch "Humane Papillomviren" (HPV)) zurückzuführen. Diese werden beim Geschlechtsverkehr oder über kleine Hautverletzungen übertragen, sind aber auch verantwortlich für normale Warzen. Nicht jede HPV-Infektion führt zu Krebs – tatsächlich "verschwinden" statistisch gesehen rund sechzig Prozent der Infektionen von alleine. Ob es bei einem Kontakt mit den Viren zur Erkrankung kommt, hängt mit dem Immunsystem der Betroffenen zusammen. Während ein starkes Immunsystem selbst mit den Viren fertig wird, haben vor allem Patienten mit einem schlechten Immunsystem ein erhöhtes Risiko einer Erkrankung. Der bevorzugte Entstehungsort für Gebärmutterhalskrebs ist die sogenannte Transformationszone.

Experte empfiehlt Impfung

Eine Vermeidung der Infektion ist nun zudem dank der HPV-Impfung möglich. Dabei wird nicht der Virus selbst geimpft, sondern das Protein, in dem die Viren transportiert werden und ist somit eine sogenannte "Tod-Impfung". Das Immunsystem kann sich somit mit Antikörpern gegen dieses Protein, in dem der Virus sitzt, schützen und damit die Infektion vermeidet. Derzeit wird die Impfung in der vierten Klasse der Volksschule für Mädchen und Buben gratis angeboten. Schwentner sprach dabe auch in den Medien dargestellte Fälle an, bei denen es nach HPV-Impfungen zum Tod der Geimpften kam. Die Todesursache, betonte er, stand dabei nicht im Zusammenhang mit der Impfung selbst. Der Vortragende spricht sich deswegen dringlich für eine Durchimpfung aus, da diese eine lebenslange Immunität ermöglichen kann. Die Empfehlung ergeht dabei vor allem an junge Menschen, allerdings ist eine gute Wirksamkeit vor allem bis zum 45. Lebensjahr belegt.

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