06.10.2014, 17:00 Uhr

Neue Hoffnung nach Lokalaugenschein

Beim Lokalaugenschein an den "Vorbergen": Bezirkshauptmann Christian Bidner, Bürgermeister Josef Auer, Umweltplattform-Sprecher Norbert Wolf und Betriebsleiter Günther Schweinberger (v. l.). (Foto: Gemeinde Radfeld)

"Seit sich unser Bezirkshauptmann persönlich in diese Angelegenheit eingeschaltet hat, kommt nun doch Bewegung in diese leidige Angelegenheit", freuen sich Radfelds Bürgermeister Josef Auer und der Sprecher der "Umweltplattform Tiroler Unterland" Norbert Wolf in der Causa "Radfelder Vorberge".

Noch am 27. November 2012 hatte der Betreiber der Aushubdeponie, die Firma Gubert, versichert, dass bis zum Ablauf der Betriebsgenehmigung mit Ende 2014 die gesamte Fläche rekultiviert werde. Dennoch wurden 2013 weitere geschätzte 120.000 Tonnen an neuem Material angeliefert. Das sei nach Angaben der Umweltplattform nicht bescheidkonform geschehen. Nicht zuletzt deshalb habe die Betreiberfirma bei der Bezirkshauptmannschaft Kufstein (BH) um eine Verlängerung der Genehmigung bis Ende 2016 angesucht.
Nach mehreren Gesprächen zwischen Bürgermeister Auer, Umweltplattform-Sprecher Wolf und Bezirkshauptmann Bidner wurde den Radfeldern nun seitens der BH zugesichert, dass die Behörde zwar einer Verlängerung zustimmen werde müssen, da ein prinzipielles öffentliches Interesse durch den Bau der Unterinntaltrasse vorliege. Bei einer Ablehnung dürfte das Unternehmen wohl Einspruch einlegen und es bestünde die Gefahr, dass die öffentliche Hand die Verpflichtung zum Abtransport der gelagerten Aushubmassen tragen müsste.

In der Verlängerung sollen allerdings folgende Punkte von der BH verankert werden: Das gesamte gelagerte Material muss bis Ende 2015 abtransportiert sein, es darf kein neues Material angeliefert werden, es soll ein Kontroll- und Monitoringsystem für die BH geben, bis Ende 2014 soll auf etwa zwei Dritteln der ursprünglichen Fläche das Material entfernt und bis Mitte 2016 muss die gesamte Fläche rekultiviert und begrünt sein.
"Damit ist nun die offensichtliche Gefahr, dass die Deponie zu einem Dauer-Großbetrieb wird, hoffentlich beseitigt", meinen Auer und Wolf. Mit den von Bidner versprochenen Bescheidauflagen zeigen sie sich "vorerst zufrieden, da jetzt trotz der Versäumnisse und Hinhaltetaktik ein Ende der nunmehr schon mehr als zehn Jahre dauernden Belastung in Sicht ist".

Bei Bidners Lokalaugenschein am 29. September wurde von Auer und Wolf auch darauf hingewiesen, dass auf der Deponie noch immer Tunnelbruch-Material gelagert würde. Laut Altlastensanierungs-Gesetz (ALSAG) müsste ein Betrieb einen ALSAG-Beitrag bezahlen, wenn Material länger als drei Jahre an einem Standort gelagert wird. Derzeit sei laut Informationen der Finanzlandesdirektion die Firma Gubert nicht ALSAG-pflichtig, wie Auer mitteilte.
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