Ruhestand
Chirurg Sandbichler nimmt Abschied vom Krankenhaus Zams
- Stephanie Federspiel-Kleinhans, Wolfgang Tripp, Peter Sandbichler, Bernhard Guggenbichler, Ewald Wöll.
- Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams/Christoph Nösig Photography
- hochgeladen von Thomas Seelos
Mit dem Ende des Monats August geht am Krankenhaus St. Vinzenz in Zams eine prägende Ära zu Ende: MR Prim. Univ.-Doz. Dr. Peter Sandbichler tritt nach mehr als vier Jahrzehnten im Dienst der Medizin seinen Ruhestand an.
ZAMS. Der 1957 geborene Chirurg stand seit Jänner 2000 an der Spitze der Chirurgischen Abteilung und übernahm darüber hinaus über viele Jahre Verantwortung als Ärztlicher Direktor sowie als dessen Stellvertreter.
Unter seiner Leitung wurde das Angebot der Chirurgie kontinuierlich ausgebaut und umfasst heute das gesamte Spektrum der Allgemeinchirurgie auf höchstem fachlichem Niveau. Besondere Bedeutung kam dem Aufbau eines modernen onkologisch-chirurgischen Schwerpunktes zu. Bereits 2004 schuf Sandbichler in seiner Funktion als Ärztlicher Direktor die Grundlagen dafür. So wurden ein interdisziplinäres Tumorboard eingerichtet und die Psychoonkologie am Krankenhaus etabliert. Darüber hinaus setzte er wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der laparoskopischen und minimalinvasiven Chirurgie, den Aufbau eines gefäßchirurgischen Schwerpunktes sowie den Ausbau ambulanter Leistungen durch Magen-Darm-Spiegelungen und zahlreiche Spezialambulanzen.
Sandbichler etablierte als einer der Vorreiter eine spezielle Methode der Brustkrebschirurgie mit gleichzeitigem minimalinvasivem Brustaufbau mittels „Omental Flap“. Ebenso forcierte er den Ausbau der Adipositas- und metabolischen Chirurgie und trieb die Weiterentwicklung der Schilddrüsenchirurgie konsequent voran. Mit der Einführung des PTeye-Systems sowie der Durchführung der ersten narbenfreien Schilddrüsenoperation Tirols setzte die Chirurgische Abteilung in Zams wichtige Maßstäbe.
Zu den Verdiensten Sandbichlers zählt auch sein Einsatz für den Aufbau der Pathologie am Standort Zams. Ausgehend von der Gründung der Tyrolpath Obrist Brunhuber GmbH entstand das Institut für Pathologie und Molekulare Pathologie des Krankenhauses St. Vinzenz. Neben seinen klinischen Aufgaben engagierte sich Dr. Sandbichler über Jahrzehnte hinweg intensiv in der Ausbildung junger Medizinerinnen und Mediziner. Im Rahmen seiner Lehrtätigkeit begleitete er Studierende im Klinisch-Praktischen Jahr und war zudem als Leiter verschiedener Postgraduiertenkurse tätig, darunter im Bereich der Hernienchirurgie.
Als Leiter des Referates für Primarärzte der Ärztekammer für Tirol, Mitglied des Tiroler Landessanitätsrates sowie Fachbeirat des Tumorregisters Tirol brachte Sandbichler seine Expertise in zahlreichen medizinischen und gesundheitspolitischen Gremien ein.
Sandbichler betont:
„Medizin ist immer Teamarbeit. Ich bin dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung, die ich am Krankenhaus St. Vinzenz stets auf allen Ebenen erfahren habe. Gemeinsam konnten wir viel erreichen und ich darf auf eine erfüllte und bereichernde Zeit im Haus zurückblicken.“
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