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Fließ - Zeitreise durch die Besiedlungsgeschichte
- Die Gemeinde Fließ blickt auf eine lange Geschichte zurück.
- Foto: Othmar Kolp
- hochgeladen von Othmar Kolp
Die Wurzeln der Besiedlung in Fließ reichen weit zurück und lassen sich bis in die mittlere Bronzezeit verfolgen.
FLIESS. Ab etwa 1600 v. Chr. entstanden erste Siedlungen im Bereich Fließ Silberplan. Archäologische Funde wie der Bronzehort vom Moosbruckschrofen oder Relikte vom Brandopferplatz am Piller Sattel geben Einblick in die handwerklichen Fähigkeiten, die kulturellen Praktiken und das religiöse Brauchtum dieser frühen Epoche.
Auch in den folgenden Jahrhunderten blieb das Gebiet besiedelt: Auf den sonnigen Terrassen von Fließ finden sich zahlreiche Spuren aus der Hallstatt- und Latènezeit. Die günstige Lage mit vielen Sonnentagen und vergleichsweise geringen Niederschlägen begünstigte diese Entwicklung. Weitere Zeugnisse aus der Urgeschichte sind Schalensteine bei der heutigen Philomenakapelle sowie bei Retigen in Niedergallmigg, deren genaue Datierung jedoch nicht möglich ist. Zahlreiche vorrömische Flurnamen wie „Gallmigg“ oder „Puschlin“ weisen noch heute auf diese frühen Siedlungsphasen hin.
Auch während der Römerzeit spielte das Gebiet eine bedeutende Rolle. Der Brandopferplatz am Piller Sattel wurde zu einem römischen Passheiligtum umgestaltet. Zudem führte die bedeutende Handelsroute Via Claudia Augusta, die im Jahr 47 n. Chr. unter Kaiser Claudius errichtet wurde und die Adria sowie den Po-Raum mit der Donau verband, direkt durch das heutige Ortszentrum von Fließ. Auf der Fließer Platte zwischen Fließ Eichholz und Landeck sind bis heute die römischen Spurrillen sichtbar.
Radiokohlenstoffdatierungen von Mauerresten belegen, dass zwischen 520 und 630 bereits die erste Kirche errichtet wurde, was auf eine frühe Verbreitung des Christentums hinweist. Deutsche Flur- und Weilernamen – etwa „Runs“ in Niedergallmigg – deuten auf Zuzug aus dem bajuwarischen Raum ab dem 6. Jahrhundert n. Chr. hin.
Die erste urkundliche Erwähnung von Fließ stammt aus einem Schenkungsvertrag aus dem Jahr 1120. In diese Zeit fallen auch die Anfänge der Burg Biedenegg, die allerdings erst 1339 erstmals schriftlich genannt wird. Zahlreiche Gebäude aus dem Mittelalter sind bis heute erhalten, darunter das „Alte Widum“ aus dem Jahr 1360, das heute als Ausstellungsort des Museums Fließ dient.
Die Neuzeit war von schwierigen Lebensbedingungen geprägt. Kalte Sommer führten europaweit zu Ernteausfällen, die auch Fließ stark trafen. Ab dem späten 17. Jahrhundert kam es daher zu ersten Auswanderungswellen, verstärkt durch Franzoseneinfälle und einen verheerenden Großbrand im Jahr 1896. In dieser Zeit wurden auch viele Kinder als sogenannte „Schwabenkinder“ zur Arbeit ins Ausland geschickt. 1804 wurde mit der spätbarocken Barbarakirche, die eine markante Doppelturmfassade besitzt, die zweite Kirche des Ortes fertiggestellt. Im 18. Jahrhundert erfolgte zudem in den Weilern Eichholz, Hochgallmigg und Niedergallmigg ein kurzzeitiger Abbau von Fahlerzen zur Gewinnung von Kupfer und Silber, der jedoch bald wieder eingestellt wurde.
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