Strengen: Lage nach Mure wieder entspannt

Mit der Räumung der Gemeindestraße zwischen Inner- und Mittelberg soll so bald als möglich begonnen werden.
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STRENGEN (otko). Neben Grins und Pians war auch die Gemeinde Strengen von dem Unwetter mit Hagel und Starkregen betroffen, dass vergangenen Samstag zu Murenabgängen führte. Wie der Mühlbach in Grins und der Lattenbach in Pians wurde auch der Dawinbach zu einer reißenden Schlammlawine. Tonnen an Geröll und Schlamm gingen zu Tal und beschädigten im Ortsteil Klaus Häuser und verschütteten die B171 Tiroler Straße sowie die Gemeindestraße zwischen Inner- und Mittelberg.
"Zwei Häuser wurden umgehend evakuiert, wobei eine Familie auf Urlaub weilte. Unsere große Sorge war, ähnlich wie in Grins bei der Sanna, dass sich auch die Rosanna durch das Murmaterial stauen könnten. Der Durchfluss war aber immer frei", schildert Bgm. Harald Sieß die dramatischen Stunden.

Zweitägiger Dauereinsatz

Nach einem zweitägigen Dauereinsatz der Freiwilligen Feuerwehr Strengen unter Kommandant Andreas Öttl sind die Häuser wieder bewohnbar. Auch die B171, bei der das Brückenbauwerk beschädigt wurde, ist in diesem Bereich wieder passierbar. "Die 56 Mann der Feuerwehr und die Mitarbeiter der Landesstraßenverwaltung haben Unglaubliches geleistet. Auch von Seiten der BH Landeck haben wir jegliche Hilfe erhalten", dankt Sieß. Bei den Gebäuden sei außer der Verschmutzung der Fassaden nichts passiert. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen. Gottseidank gab es keine Personenschäden zu beklagen", so der Strenger Dorfchef. Eine grobe Schadensschätzung für Strengen sei derzeit aber noch offen. Von mehreren 100.000 Euro wird aber ausgegangen.
Da es in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrere Ereignisse am Dawinbach gegeben hat, hofft der Dorfchef auf weitere Verbauungsmaßnahmen. "Als Sofortmaßnahme sollten die bestehenden Mauern erhöht werden. Dann gilt es weitere Überlegungen anzustellen", befürwortet Sieß größtmögliche Schutzmaßnahmen.

Kein Assistenzeinsatz

Gestern und heute kamen auch zwölf Asylwerber, die sich selber freiwillig gemeldet haben, bei den Rekultivierungsarbeiten zum Einsatz. Auch ein Assistenzeinsatz des Bundesheers wurde zuerst ins Auge gefasst. "Nach einem Lokalaugenschein der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie der Bundesheers wurde festgestellt, dass keine Gefahr im Verzug ist. Daher braucht es keine Unterstützung seitens des Bundesheers", informiert Sieß.
Insgesamt dürften rund 15.000 Kubikmeter Geröll abgegangen sein. Die Räumung der verschütteten Gemeindestraße zwischen Inner- und Mittelberg konnte noch nicht begonnen werden. Zuerst muss eine eigene Deponie für die gewaltigen Erdmassen angelegt werden. "Inzwischen hat die BH Landeck eine Deponie am westlichen Ortsende von Strengen genehmigt. Derzeit wird dort der Wald abgeholzt und alles vorbereitet", erläutert Sieß.

Internetverbindung gekappt

Aufgrund des Murenabgangs wurde oberhalb der B171 auch ein Verteilerkasten der Telekomfirma A1 weggerissen. Derzeit sind Inner- und Mittelberg ohne Telefon und Internet. Laut dem Dorfchef sind rund 200 Haushalte betroffen. Von Seiten der A1-Mitarbeiter, die derzeit fieberhaft an der Wiederherstellung arbeiten, heißt es, dass der Schaden bis spätestens nächster Woche behoben sein sollte.

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