Frauenhaus im Oberland gefordert

In Landeck wurde über das Thema Frauenhaus im Oberland und Gewalt an Frauen diskutiert.
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LANDECK (otko). Die Landecker Grünen luden vergangenen Dienstag zu einem Diskussionsabend zu den Themen Frauenhaus im Oberland und Gewalt gegen Frauen in das Café Zapa. Neben den Grünen Landtagsabgeordneten Ahmet Demir und Gebi Mair sowie weiteren grünen FunktionärInnen beteiligten sich auch VertreterInnen der SPÖ-Frauen an der Diskussion. "Spätestens mit der #MeToo Kampagne rückte Gewalt gegen Frauen wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Die Täter sind vorwiegend Männer in Machtpositionen. Allerdings macht die Gewaltspirale auch vor den Familien keinen Halt. Daher braucht es sichere Zufluchtsorte für Opfer von Gewalt. Wir müssen dieses Thema auch im Oberland angehen", eröffnete Valentin Moreau.
Geschäftsführerin Gabriele Platter, die seit 22 Jahren im Frauenhaus in Innsbruck tätig ist, erläuterte die Geschichte und Hintergründe, die zur Entstehung dieser wichtigen Einrichtung führten. "1981 wurde das Frauenhaus in Innsbruck eröffnet. Wir haben rund um die Uhr geöffnet, es gibt eine Betreuung und eine Tag und Nachtstruktur. Zu uns kommen vor allem hochrisikogefährdete Frauen mit Kindern", so Platter. Derzeit gibt es Platz für neun Frauen und elf Kinder. Mit der Polizei und dem Gewaltschutzzentrum wird eng zusammengearbeitet. "Die größte Hürde ist momentan allerdings, dass wir oft keinen Platz haben. Mit dem neuen Haus wird sich dies aber ändern", informierte Platter. Zudem gibt es in Kufstein Frauennotfallwohnungen und auch in Landeck gibt es eine Notfallwohnung. "Die Situation in Tirol ist durchmischt und wir müssen von dem her was wir brauchen noch aufholen. Es braucht mehrere Häuser."

Vor 15 Jahren gescheitert

In diesem Zusammenhang erinnerte SPÖ-Frauenvorsitzende Brigitte Trötzmüller dran, dass vor 15 Jahren ein Frauenhaus in Landeck trotz der Bemühungen vom damaligen Bürgermeister Bertl Stenico schließlich an der Finanzierung und der Nachbarschaft gescheitert sei. LA Demir warf in die Diskussion ein, dass viele politische Vertreter ein Frauenhaus als familienfeindlich sehen würden. "Oft wird dies auf die soziale Herkunft und Migration reduziert. Es gibt Abhängigkeitsverhältnisse, die durchbrochen werden müssen." Für Wolfgang Egg bräuchte es neben Frauenhäusern auch Männerhäuser für die Täterarbeit:  "Schläger bekommen Schläger als Kinder. Bei vielen Kindern, die Gewalt erleben, ist das Risiko deutlich höher selber ein Täter zu werden."
Einig waren sich aber schlussendlich alle, dass es auch im Tiroler Oberland ein Frauenhaus geben soll und mit Nachdruck an einer Umsetzung gearbeitet werden soll.

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