Ein Berg von Außenständen

KHZams

Die Tiroler Spitäler sitzen viele Jahre auf Außenständen von ausländischen Patienten. Beim KH Zams betragen die offenen Rechnungen acht Mio. Euro.
ZAMS (tani). Die Abrechnungsdauer ist der Hauptkritikpunkt im jüngsten Bericht des Bundesrechnungshofes. In Wirklichkeit wird aber der Finger nur in eine alte Wunde gelegt, wenn das öffentliche Kontrollorgan das Problem aufzeigt. Vom Krankenhaus Zams weiß man, dass es sich seit über zehn Jahren mit dem leidigen Thema herumplagt und der Berg von Außenständen größer und größer wird. 2006 wurde die 6-Millionen-Marke überschritten. Aktuell sind es laut KH-GF Herbert Glantschnig acht Millionen Euro, die als Außenstände von ausländischen Patienten zu Buche stehen.

Probleme hoch drei
Das Problem ist kurz gesagt dreigeteilt: (1) Es gibt EDV-technische Probleme, (2) zum Teil hapert es mit der Zahlungsmoral und (3) büßt man jetzt für Fehler der Politik in der Vergangenheit.
Derzeit dauert es durchschnittlich drei Jahre bis die Spitäler zu ihrem Geld kommen. Kritik des Rechnungshofes: Die Patientenabrechnungen kommen innerhalb Österreichs nur im Schneckenposttempo voran. 17 Monate vergehen bis eine Rechnung aus Tirol beim Hauptverband der Sozialversicherung in Wien ist und ins Ausland verschickt werden kann. Das liegt daran, dass die EDV-Systeme der Gesundheitsbranche (Gesundheitsfonds, Hauptverband, Kassen etc.) nicht kompatibel sind. GF Glantschnig weiß, dass die Sozialversicherungen an Problemlösungen arbeiten. „Demnächst werden greifbare Verbesserungen umgesetzt werden“, so Glantschnig.

36 Monate Zahlungsfrist
Dennoch wird die geltende EU-Regelung ein Klotz am Bein bleiben. Sie ermöglicht den Patienten 36 Monate Zahlungsfrist. Dieses Problem hat seinen Ursprung in den 60er Jahren, wo die Verrechnung noch mit Papierrechnungen erfolgte. Damals wurde festgelegt, dass 18 Monate Zeit ist die Kosten zu prüfen und weitere 18 Monate die Überweisung durchzuführen. Zwischenzeitlich hielt das Online-Zeitalter Einzug. Bei den Beitrittsverhandlungen Österreichs zur EU (Anfang der 90er Jahre), wurde dieses Thema von der Politik übersehen.
Manche Länder brauchen derzeit schon länger als die zugestandenen drei Jahre. GF Glantschnig nennt Italien. Hier würden oft bis zu sieben Jahre vergehen. Scherereien gibt es auch mit Patienten aus Ostländern wie Ukraine, weil sie falsche Angaben machen.
Die Außenstände von 8 Millionen muss das Krankenhaus Zams – sprich der Eigentümer (Orden der Barmherzigen Schwestern) - zwischenfinanzieren.

Zur Sache
58.600 Patienten behandelt
2009 wurden im KH Zams rund 58.600 Patienten behandelt - 22.000 ambulant und 36.600 stationär. Rund 6.500 der Patienten davon haben ihren Hauptwohnsitz im Ausland. Die Hälfte kommt aus Deutschland. Holländer, Schweizer und Belgier machen miteinander 20 Prozent aus. Der Rest verteilt sich auf andere Länder.

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