Corona-Krise
Taxiunternehmen haben zu kämpfen

Die Taxibranche hat seit der Corona-Krise schwer zu kämpfen, so beispielsweise auch Josef Hofer und sein Unternehmen Alpentaxi Ischgl GmbH.
  • Die Taxibranche hat seit der Corona-Krise schwer zu kämpfen, so beispielsweise auch Josef Hofer und sein Unternehmen Alpentaxi Ischgl GmbH.
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BEZIRK LANDECK (sica). Unisono wird von Taxiunternehmen in der Region von einem Umsatzausfall von über 90 Prozent berichtet. Von behördlicher Seite fühlt man sich im Stich gelassen, bei Förderungen falle man sprichwörtlich (noch) durch den Rost.

Fatale Folgen für Branche

Mit der Schließung von Gastronomie-Betrieben, Ausgangsbeschränkungen und vor allem dem Ausfall der Nachtgastronomie ergeben sich für die Taxibranche fatale Folgen. "Wir haben einen Umsatzrückgang von bis zu 95 Prozent zu verzeichnen", berichtet beispielsweise Josef Hofer, Geschäftsführer der Alpentaxi Ischgl GmbH. "Die einzigen Fahrten, die wir zurzeit noch machen sind der Kindergartenbus und Krankenhaustransporte von Dialyse Patienten. Ansonsten braucht zurzeit einfach niemand ein Taxi." Auch der Blick auf die sonst starke Wintersaison hinterlässt aktuell einige Fragezeichen bei den Taxibetreibern. "So wie es derzeit aussieht bricht das Tag- und Nachtgeschäft weg", befürchtet Hofer. "Wir wissen eben auch nicht, wie und wann das Geschäft diese Wintersaison anlaufen wird." Normalerweise beschäftige das Unternehmen im Winter bis zu 60 Angestellte, wie viele man heuer beschäftigen könne, sei fraglich. Für das Unternehmen ist es nicht ganz verständlich, warum die Taxibranche bei den Förderungen vergessen werde. "Die Taxiunternehmen in den Tourismusgebieten sind auch zu fast 100 Prozent von den Gästen und der Gastronomie abhängig und darauf abgestimmt", betont Josef Hofer. "Hier wäre im Bezug auf Covid-Förderungen eine Gleichstellung mit der Gastronomie wünschenswert, damit zumindest ein kostendeckendes Arbeiten ermöglicht wird."

Die Taxibranche hat seit der Corona-Krise schwer zu kämpfen, so beispielsweise auch Josef Hofer und sein Unternehmen Alpentaxi Ischgl GmbH.
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Unsichere Aussichten

Neben den Einnahmen durch die Nachtgastronomie könnten auch nicht mehr benötigte Flughafentransporte für Umsatzeinbußen sorgen. "Flughafenfahrten sind prinzipiell erlaubt, allerdings ist hier die Frage, ob so viele Transporte gebraucht werden, wenn Flüge aus bestimmten Ländern nicht möglich sind", stellt Josef Hofer in den Raum. Auch in St. Anton am Arlberg ist man von den Flughafentransporten abhängig, wie von Seiten des Taxiunternehmens "Der Antoner" von Familie Eiter berichtet wird: "Das ist ganz klar ein Teil des Hauptgeschäftes im Winter. Viele der Gäste in St. Anton kommen normalerweise aus Kanada, Amerika oder England. Wenn die Flüge von dort aus nicht möglich sind, schaut es schlecht aus, denn der Großteil der anderen Gäste kommt mit dem Auto." Auch im Stanzertal hat man mit der Unsicherheit des heurigen Winters zu tun. "Zurzeit stehen neun unserer Autos abgemeldet in der Garage und sind nach Bedarf einsatzbereit. Normalerweise beschäftigen wir 15 Mitarbeiter während der Wintersaison, heuer werden es vermutlich nur maximal zwei sein", so die Familie Eiter. Im Sommer seien sie ganz ohne Angestellte unterwegs gewesen, die drei Seniorentaxis in der Woche habe man locker selber stemmen können. "Durch Ausfall der Zelt- und Dorffeste war sonst ja nicht viel los." Man stelle sich die Frage, wie das alles weitergehen soll. "Man muss ehrlich sagen, dass es einen schon nachdenklich macht, wenn man keine oder nur ganz wenig Arbeit hat. Man versucht aber trotzdem positiv zu denken."

Autos zum Teil stillgelegt

Im Talkessel wird ebenfalls von Umsatzeinbußen von über 90 Prozent berichtet. "Wer braucht zurzeit ein Taxi?", stellt auch Günther Walser, Geschäftsführer vom Oberland Taxi die Frage. "Außer Krankenhaustransporten mache ich derzeit nur einzelne Fahrten über den ganzen Tag verteilt, meistens auch nur Ortsfahrten", berichtet Walser. Zudem würden für ihn wichtige Wochenendeinnahmen wegbrechen: "Bei den Saisonopenings in Ischgl und St. Anton war immer viel los, das fällt heuer auch aus." Zudem gebe es seit dem zweiten Lockdown so gut wie kein Bedarf an Taxis vom Bahnhof weg mehr. "Klarerweise fährt derzeit fast niemand mit dem Zug irgendwo hin, alle sind zuhause." Seit vergangener Woche ist Günther Walser alleine mit seinem Taxi unterwegs, normalerweise beschäftigt auch er sieben Mitarbeiter. "Einige der Fahrzeuge habe ich stillgelegt. Zwei stehen abgemeldet in der Garage", berichtet Walser von den Maßnahmen, die er treffen musste.

Vorbei an Kostenstruktur

Trotz fehlenden Einnahmen bleiben die Taxiunternehmen auf den laufenden Kosten, beispielsweise Pacht von Bürogebäuden oder Leasinggebühren der Fahrzeuge, sitzen. Für einige Betriebe rückt die Gefährdung der Existenz immer näher, wenn die Lage so bleibt. Auf Nachfrage der BEZIRKSBLÄTTER bei der Wirtschaftskammer Landeck, wie es mit den Förderungen für Taxiunternehmen ausschaut, wurde auf laufende Verhandlungen verwiesen: "Bis dato haben nur Ein-Personen-Unternehmen über den Härtefallfonds Geld bekommen. Der Fixkostenzuschuss Phase 1 geht völlig an der Kostenstruktur der Taxibranche vorbei. Wir hoffen nun auf den Fixkostenzuschuss Phase 2, der nun auch die Abschreibung von Fahrzeugen und deren Leasingraten umfasst. Wir sind laufend in den Verhandlungen und versuchen alles, aber es ist nicht einfach", betont WK-Bezirksstellenleiter Otmar Ladner.

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