25.10.2016, 09:10 Uhr

7,7 Mio. Euro für die VS Angedair

Projekt-Präsentation: Bgm. Wolfgang Jörg, Direktorin Daniela Lehmann, Projektleiterin Lucie Vencelidesova und Erwin Stättner (v. r.)

Gemeinderat beschloss nach jahrelanger Diskussion mehrheitlich den Umbau. Baustart ist im April 2017.

LANDECK (otko). Die Volksschule Angedair ist dringend sanierungsbedürfitg. Das über 100 Jahre alte Gebäude entspricht nicht mehr den heutigen pädagogischen Anforderungen. Bereits seit 2012 ringt die Stadtgemeinde Landeck mit dem Projekt. Nach einem Bürgerbeteiligungsprozess und einem zweiteiligen Architektenwettbewerb wurde im Herbst 2015 das Büro Franz Architekten aus Wien als Sieger gekürt. Die Umsetzung des Siegerprojektes hätte aber 13 Millionen Euro brutto gekostet, was die finanziellen Mittel der Stadtgemeinden bei weitem überstiegen hat. Die Reißleine wurde gezogen und eine abgespeckte Variante präsentiert, die dem Gemeinderat aber immer noch zu teuer war. Schließlich wurde vom Gemeinderat für das Umbauprojekt eine Kostenobergrenze von 5 Mio. Euro beschlossen, die dann auch 7 Mio. Euro erhöht wurde.

Bisher teuerstes Projekt

Vergangenen Donnerstag wurde das Projekt Um- und Zubau nach einer Besichtigung vor Ort dem Gemeinderat präsentiert. Mit Gesamtkosten von 7,7 Mio. Euro ist es das teuerste Projekt, dass von der Stadtgemeinde jemals umgesetzt wurde. Von den 7,715.000 Euro muss die Stadtgemeinde 4,732.000 Euro mittels Darlehen finanzieren. 2,2 Mio. Euro zahlt das Land als Bedarfszuweisungen und 708.000 Euro fließen aus dem Schulbaufonds. 18 Mandatare gaben schließlich grünes Licht für die Umsetzung des Projektes. Lediglich SPÖ-GR Manfred Jenwein stimmte dagegen.
Bei der Sanierung handelt es sich aber um eine Minimalvariante. "Die Grundideen von Erwin Stättner und seinem Team von Franz Architekten sind sehr gut, aber sie wurden zusammengeschrumpft", erklärte Josef Liegl von der GemNova, der das Projekt begleitet. Unter anderem war der geplante große Turnsaal nicht leistbar. Er wird von 15 mal 27 Metern auf 10 mal 18 Meter reduziert. "Der Turnsaal wird nach Osten hin an das bestehende Gebäude angebaut. Das Dach wird begrünt und es entsteht eine Freiklasse. Auch erhält die Schule damit einen neuen Hauptzugang", erklärte Architekt Stättner. Der Mittelteil des Gebäudes im Westen wird abgerissen und die Lücke wird baulich geschlossen. Darin werden die neuen Stiegenhäuser sowie der Lift untergebracht. Die Wände zwischen den Klassenzimmern und den Gängen werden durchlöchert. "Mit diesen Durchlässen entsteht ein Schulwohnzimmer mit Holzboden", so Stättner. Durch die Öffnungen wachsen die Räume zusammen und es ist künftig auch ein klassen- und jahrgangsübergreifender Unterricht möglich.

Schulbetrieb wird abgesiedelt

"Viel Geld fließt aber in die Substanz des Gebäudes, wo man es nicht mehr sieht", verweist Stättner. Unter anderem muss laut Statiker Georg Pfenniger der gesamte Bodenaufbau herausgerissen und erneuert werden, da er nicht mehr den aktuellen Normen entspricht.
Erneuert wird auch die gesamte Haustechnik sowie das Dach, zudem wird eine Gasheizung eingebaut. Aus Kostengründen wird aber auf die thermische Sanierung sowie den Fenstertausch verzichtet. Die bisherige Fassade bleibt unverändert, auch werden die alten Schulmöbel weiter verwendet.
Der Zeitplan sieht den Baubeginn für April 2017 vor. Als erstes wird die Turnhalle gebaut. Der Abbruch des Mitteltraktes ist für Sommer 2017 geplant. Die Fertigstellung der Bauarbeiten soll im August 2018 erfolgen.
Im Schuljahr 2017/18 muss laut Schulausschussobmann Peter Vöhl der gesamte Schulbetrieb abgesiedelt werden: Zwei Klassen ins Gymnasium, je drei in die VS Bruggen bzw. Perjen und eine in die Fachberufsschule Landeck.

Heftiger Schlagabtausch

Für einen heftigen Schlagabtausch sorgte die Vorgehensweise von Bgm. Jörg in Sachen VS Angedair. Nach der Projektvorstellung stellte der Stadtchef den Antrag, die Beschlussfassung nachträglich auf die Tagesordnung zu setzen. "Das ist das größte Projekt, das die Stadt jemals gemacht hat. Trotzdem haben wir nicht einmal etwas Schriftliches in der Hand. Zudem gibt es einen gültigen Gemeinderatsbeschluss mit einer Deckelung von 7 Mio. Euro und trotzdem gibt es bereits Beauftragungen", kritisierte Jenewein, die aus seiner Sicht formal falsche Vorgehensweise. "Es wurde immer alles im zuständigen Ausschuss berichtet und im Stadtrat beschlossen. Alle Gremien haben immer gewusst, dass es 7,7 Mio. Euro sind", erwiderte Jörg. "Es kann formal kritisiert werden", betonte FPÖ-Stadtrat Roland König. Schließlich wurde lediglich der Grundsatzbeschluss zum Um- und Zubau gefasst.
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