18.11.2016, 08:40 Uhr

Ischgl verhängt ein Nacht-Skischuhverbot

Im Après-Ski-Hotspot Ischgl gilt in der Wintersaison ab 20 Uhr ein Skischuhverbot auf den Straßen. (Foto: TVB Paznaun-Ischgl)

In der Wintersaison dürfen keine Skischuhe bzw. Skiausrüstungen im Ortszentrum zwischen 20 und 6 Uhr mehr getragen werden. Gemeinde und TVB sehen darin eine Qualitätsverbesserung.

ISCHGL (otko). Neben touristischen und infrastrukturellen Neuerungen wartet der Après-Ski- Hotspot Ischgl heuer auch mit einer Neuerung der besonderen Art auf. Bereits seit Jahren diskutieren die verschiedenen Gremien – als Reaktion auf Beschwerden von Gästen und Einheimischen – Möglichkeiten die Exzesse und den übermäßigen Lärm in verschiedenen Bereichen des Dorfes einzudammen. Ein Versuch dieses Ziel zu erreichen, liegt nun in Form einer ortspolizeilichen Verordnung der Gemeinde Ischgl vor. Diese Verordnung wurde vom Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mit elf Ja- und einer Stimmenthaltung beschlossen.
"Im Zeitraum vom 20. November bis zum 5. Mai ist das Gehen mit Hartschalenschuhen (wie Skischuhe oder ähnlichem aus Plastik gegossenen Schuhwerk) sowie das offene Tragen von Skiern, Skistöcken und Snowboards täglich von 20:00 Uhr bis 06:00 Uhr verboten", heißt es darin (siehe Link). Dieses Verbot gilt auf der gesamten Dorfstraße, dem Silvrettaplatz, dem Galfeisweg, dem Fimbabahnweg sowie in den Tunneln und bei der Rolltreppe beim Motel Madlein. Bei Zuwiderhandlung werden 25 Euro eingehoben – der Strafrahmen reicht bis zu 2.000 Euro.

Qualitätsverbesserung

Im Facebook sorgte das Posting der Verordnung auf der Ischgl-Seite natürlich für geteilte Reaktionen, wobei die positiven Statements überwiegen. In rund 25 Prozent der Postings wird aber von deutschen Urlaubern harsche Kritik geübt. "Solch eine Verordnung sorgt immer für einen Wirbel. Allerdings betrifft es sowieso nur eine kleine Menge von Gästen, die beim Après-Ski über die Strenge schlagen", weiß Bgm. Werner Kurz.
Seit Juni wurde nun über Verbesserungen diskutiert. "Es war ein langer Prozess zwischen der Gemeinde, dem Tourismusverband und der Seilbahn. Wir wollen mit dieser Verordnung vor allem die Aufenthaltsqualität unserer Gäste steigern", betont der Dorfchef. Allen voran gehe es bei dieser Maßnahmen um eine Qualitätsverbesserung sowie um Sicherheitsaspekte und Lärmbelästigung. "Es ist nun mal gefährlich, wenn Leute mit ihrer Skiausrüstung nachts durch das Dorf marschieren. Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen. Zudem machen Skischuhe auf dem Asphalt und Pflastersteinen einen riesen Lärm und stören die Nachtruhe. Dies haben wir auch durch Messungen nachgewiesen", erläutert Kurz die Hintergründe.


Scharfe Kontrollen

Für die Kontrolle des Verbots hat die Gemeinde den privaten Sicherheitsdienst kräftig aufgestockt, was natürlich auch viel Geld kostet. "Es wird kontrolliert und wir dulden dies auf der Straße nicht mehr. Wer nach 20 Uhr mit den Skischuhen bzw. mit der Skiausrüstung vom Après-Ski in der Verbotszone in sein Quartier will, muss sich ein Taxi nehmen", so Kurz.
Für TVB-Obamnn Alfons Parth ist vor allem wichtig, dass die Qualität passt: "Diese Verordnung bringt für die Gäste mehr Komfort und mehr Sicherheit, wenn sie abends bzw. in der Nacht durch den Ort spazieren." Angesprochen auf das Facebook-Posting verweist der TVB-Obmann darauf, dass die Leute das Skifahren in Ischgl mehr interessiere.
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