30.01.2012, 13:10 Uhr

Rücksicht auf die Wildtiere

Tourengeher und Schneeschuhwanderer sollten sich von den Wild-Futterstellen fernhalten.

Das Schitourengehen und Variantenabfahren durch glitzernden Pulverschnee und tief verschneite Winterlandschaften, weit abseits der Pisten, erlebt einen wahren Boom. Zudem ist auch das Schneeschuhwandern sehr beliebt geworden. All diese Sport- und Naturbegeisterten wollen ihre Freiheit in unverspurtem Gelände genießen.

Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass diese Naturregionen auch wichtige Lebensräume für Wildtiere sind. Insbesondere Gämsen und Steinwild führen einen harten Überlebenskampf im winterlichen Hochgebirge. Daran sollten alle Naturbegeisterten denken und dem Wild ungestörten Raum überlassen.

Den Wildtieren zuliebe sollten Felsregionen, von denen der Schnee abrutscht, oder die vom Wind abgewehten Grate und Kämme weiträumig umgangen bzw. umfahren werden. In solchen Gebieten finden die Tiere nämlich Nahrung, Schutz und – wenn der Mensch bei seinen winterlichen Freizeitaktivitäten bereit ist, Rücksicht zu nehmen – Ruhe. Ruhe, die überlebensnotwendig ist. Wildtiere müssen in der für sie schweren Winterzeit sehr sorgsam mit der Energie umgehen. „Wenig Bewegung und Ruhe kann oftmals eine Mahlzeit ersetzen“, klärt Bezirksjägermeister Hermann Siess auf.

Nähert sich ein Schneeschuhläufer, Variantenfahrer oder Tourengeher, bleibt den Wildtieren durch den Überraschungsmoment oft nichts anderes übrig als die Flucht. „Besonders dramatisch wird es, wenn die Begegnung mit dem Menschen überraschend und plötzlich ist. Die Flucht kann dann bis zum Tod führen“, warnt Siess. Kostbarste Energie geht auf der Flucht durch die hohen Schneemassen verloren, das Überleben der Tiere steht auf dem Spiel. „Besonders Rehe sind gefährdet, da sie schwächer gebaut sind und kleinere Läufe als das Rotwild haben“, so Siess weiter.

Daher sollten Tourengeher und Schneeschuhwanderer unbedingt auf den Wegen bleiben und sich von den Futterstellen fernhalten. Gerade auch das Wandern mit Stirnlampen in der Dämmerung irritiert das Wild. „Nur in gegenseitiger Achtung können wir die wunderschöne Landschaft genießen“, verweist der oberste Jäger des Bezirkes.
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