Sparmaßnahme Kurzentren
Bundeskürzungen bedrohen Arbeitsplätze im Lavanttal
- Die beiden Kurzentren im Bezirk Wolfsberg – in Bad St. Leonhard und Weißenbach – verfolgen die angekündigten Einsparungen im Kurbereich aufmerksam. Derzeit gibt es noch keine konkreten Auswirkungen auf Auslastung oder Personal, langfristig werden jedoch Folgen befürchtet.
- Foto: OptimaMed
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Die angekündigten Einsparungen bei Kuren auf Bundesebene werden auch in den beiden Kurzentren des Bezirks Wolfsberg – in Bad St. Leonhard und Weißenbach – aufmerksam beobachtet. Während die Auslastung derzeit unverändert hoch ist und bestehende Verträge mit den Sozialversicherungsträgern aufrecht sind, warnt die OptimaMed davor, dass eine deutliche Reduktion stationärer Kuren langfristig negative Folgen für Prävention, Gesundheitsversorgung und Beschäftigung haben könnte.
LAVANTTAL. Die österreichische Bundesregierung hat im Rahmen der Eckpunkte für das Doppelbudget angekündigt, die Ausgaben der Sozialversicherungen für Kuren – medizinische Rehabilitationen sind davon ausgenommen – bis 2028 um rund 75 Millionen Euro pro Jahr zu reduzieren. Derzeit belaufen sich die Gesamtausgaben für Kuren auf rund 500 Millionen Euro jährlich. Gleichzeitig sollen ambulante Behandlungen stärker ausgebaut und Kuren individueller gestaltet werden. Vor diesem Hintergrund rücken auch die beiden Kureinrichtungen im Bezirk Wolfsberg in den Fokus.
Verträge aufrecht
Konkrete Auswirkungen auf den Standort sieht die OptimaMed, Betreiber der beiden Kuranstalten im Bezirk, derzeit noch nicht. Wie das Unternehmen mitteilt, bestehen die Verträge mit den Sozialversicherungsträgern unverändert, offizielle Informationen über mögliche Kürzungen seien bislang nicht eingelangt.
Mehr ablehnende Bescheide
Auch die Auslastung der Einrichtung sei weiterhin gut. Besonders groß sei die Nachfrage bei Patientinnen und Patienten mit Stoffwechselerkrankungen sowie Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Gleichzeitig würden sich laut Kundenrückmeldungen die ablehnenden Bescheide der Sozialversicherungsträger häufen. Da die Finanzierung der beiden Kuranstalten nahezu vollständig über öffentliche Kostenträger erfolgt, könnten mögliche Änderungen künftig durchaus Auswirkungen haben. Wie groß diese ausfallen würden, lasse sich derzeit allerdings noch nicht abschätzen.
Stationäre Kur bleibt wichtig
Aus Sicht der OptimaMed erfüllt insbesondere die Gesundheitsvorsorge Aktiv (GVA) eine wichtige Rolle bei der Prävention und dem Erhalt der Erwerbsfähigkeit. Gerade angesichts einer älter werdenden Gesellschaft sei eine gezielte Gesundheitsvorsorge von großer Bedeutung. Zwar könnten einzelne stationäre Maßnahmen künftig ambulant erfolgen, ein vollständiger Ersatz sei jedoch nicht möglich. Nicht jede Erkrankung und nicht jede Patientengruppe eigne sich für eine ambulante Behandlung.
Folgen für die Region
Das Unternehmen verweist zudem auf mögliche langfristige Folgen einer Reduktion stationärer Angebote. Neben steigenden medizinischen und volkswirtschaftlichen Kosten könnte dies insbesondere strukturschwächere Regionen treffen, in denen Kureinrichtungen auch wichtige Arbeitgeber sind. Eine Verringerung des Angebots würde laut OptimaMed zudem den Verlust hochwertiger Arbeitsplätze bedeuten, insbesondere von Frauenarbeitsplätzen, die in strukturschwächeren Regionen nur schwer kompensiert werden könnten. Derzeit gebe es weder Anpassungen bei Investitionen noch Verunsicherung unter den 141 Beschäftigten. Sollte die Zahl der Zuweisungen durch die Sozialversicherungsträger künftig sinken, könne mittelfristig allerdings auch die Personalplanung davon betroffen sein.
- Johannes Wallner, Sprecher der OptimaMed, warnt davor, dass kurzfristige Einsparungen im Kurbereich langfristig höhere Kosten verursachen könnten.
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Warnung vor kurzfristigem Sparen
"Als größter privater Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen in Österreich sind wir gerne bereit, unsere Expertise in die Weiterentwicklung der Angebote und Therapieformen einzubringen, sicherlich auch in den Ausbau ambulanter Behandlungsformen. Aber die Gesundheitspolitik sollte nicht vergessen, dass kurzfristige Einsparungen langfristige Folgekosten nach sich ziehen werden", betont Johannes Wallner, Sprecher der OptimaMed.
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