Herausforderung für Gemeinden?
Hohe Kosten für neue Feuerwehrfahrzeuge

Investition in die Sicherheit: Die Anschaffung moderner Feuerwehrfahrzeuge belastet  Gemeindebudgets aber zunehmend. | Foto: Facebook/FF St. Andrä im Lavanttal
  • Investition in die Sicherheit: Die Anschaffung moderner Feuerwehrfahrzeuge belastet Gemeindebudgets aber zunehmend.
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  • hochgeladen von Katharina Weber

Moderne Feuerwehrfahrzeuge sind unverzichtbar für die Sicherheit der Bevölkerung, ihre Anschaffung wird jedoch zunehmend zur finanziellen Herausforderung.

LAVANTTAL. Die Kosten für neue Feuerwehrfahrzeuge sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Aktuell kostet ein Kleinlöschfahrzeug rund 201.300 Euro, ein Tanklöschfahrzeug 2000 bereits rund 401.700 Euro. Im Vergleich zu 2021 entspricht das Preissteigerungen von rund 45 beziehungsweise 24 Prozent. Als Hauptgründe nennt das Bezirksfeuerwehrkommando Wolfsberg die gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Lohnkosten. Gleichzeitig werde die Finanzierung für die Gemeinden immer schwieriger. Zwar werden die Anschaffungskosten durch das Land Kärnten und den Kärntner Landesfeuerwehrverband derzeit mit rund 43 Prozent gefördert, den verbleibenden Anteil müssen jedoch die Gemeinden tragen. Mit 34 Freiwilligen Feuerwehren in neun Gemeinden stelle dies eine zunehmende Herausforderung dar.

St. Andrä als Beispiel

Wie sich die steigenden Anschaffungskosten auf Gemeindeebene auswirken, zeigt das Beispiel der Stadtgemeinde St. Andrä. Seit 2021 mussten dort aufgrund des Alters der Fahrzeuge und der zunehmend schwierigen Ersatzteilversorgung bereits sechs Einsatzfahrzeuge bei fünf Feuerwehren ersetzt werden. Eine weitere Neuanschaffung läuft bereits, die Auslieferung ist für Juni kommenden Jahres geplant.

Zusätzliche Kosten

"Die Kostensteigerungen sind enorm und in dieser Form künftig für die Gemeinden sicher nicht mehr tragbar. Die prozentuelle Erhöhung von rund 30 bis 40 Prozent bei ohnehin hohen Anschaffungskosten ist eine fast unmögliche Herausforderung für alle Kärntner Gemeinden", erklärt Feuerwehrsachbearbeiter der Stadtgemeinde St. Andrä und Bezirksmaschinenmeister Kevin Brunner. Zusätzlich komme ein weiterer Kostenfaktor hinzu: Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtbeladung ist in den Anschaffungskosten der Fahrzeuge nicht enthalten und muss von den Gemeinden separat finanziert werden. Je nach Fahrzeugtyp belaufen sich diese Ausrüstungskosten derzeit auf durchschnittlich 30.000 bis 40.000 Euro.

Ruf nach Bundesförderungen

Die Förderungen des Landes Kärnten und des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes würden zwar zu einer finanziellen Entlastung der Gemeinden beitragen, dennoch sieht Brunner weiteren Handlungsbedarf: "Die Anschaffungskosten werden immer höher und es muss an einem strukturierten Fördersystem weitergearbeitet werden. Nunmehr sollte sich die Bundesregierung in der Pflicht sehen, mit Bundesförderungen zu unterstützen." Ein Antrag auf den Abzug der Mehrwertsteuer für die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und Ausrüstung sei seitens der Bundesregierung jedoch bereits abgelehnt worden.

"Mehr Unterstützung"

Die Bürgermeisterin von St. Andrä, Maria Knauder, unterstreicht: "Als Bürgermeisterin und Feuerwehrreferentin bin ich stolz auf unsere Feuerwehren und die modernen Einsatzfahrzeuge, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Diese Investitionen sind ein klares Bekenntnis zur Sicherheit unserer Bevölkerung und zur Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Gleichzeitig zeigt die starke Kostenentwicklung, dass Gemeinden künftig noch mehr Unterstützung benötigen, um auch weiterhin eine zeitgemäße und leistungsfähige Feuerwehr sicherstellen zu können."

"Zusätzliche Fördermittel"

Ähnliche Herausforderungen gibt es auch in der Marktgemeinde St. Paul. Das letzte Löschfahrzeug wurde dort 2019 angeschafft. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll ein Kleinlöschfahrzeug ersetzt werden. Schon jetzt sei klar, dass die Finanzierung rechtzeitig vorbereitet werden müsse. "Ohne zusätzliche Fördermittel wird es nicht möglich sein", heißt es seitens der Gemeinde.

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