Anrainerbeschwerden
Vermeintlich leise Citybusse sorgen für Ruhestörungen in Wien

Die Citybusse bringen nicht nur eine neue Anbindung, sondern auch Lärm in die Leopoldstadt.  | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
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  • Die Citybusse bringen nicht nur eine neue Anbindung, sondern auch Lärm in die Leopoldstadt.
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Obwohl die Wiener Linien ihre neuen E-H2-Modelle als leise bewerben, sorgen sie seit einem Monat für Lärm in der Oberen Augartenstraße. Ein Anrainer beschreibt es als "ein durchgehendes, hochfrequentes Summen und Pfeifen". Dafür sind der Lade- sowie Kühlvorgang verantwortlich. Die Wiener Linien sind im Austausch mit dem Hersteller. 

WIEN/INNERESTADT/LEOPOLDSTADT. Anfang September sorgten die Citybusse für gute Neuigkeiten für alle Leopoldstädterinnen und Leopoldstädter. Die Linie 2A wird seit über einem Monat bis zum Augarten in die Obere Augartenstraße geführt. Damit wurde eine bequeme und schnelle Verbindung in die Innere Stadt geschaffen. 

Doch lange wehrte die Freude nicht, zumindest bei einem Anrainer der sich bei MeinBezirk meldete. Die modernen "E-H2-Busse" sorgen bei ihm vor der Haustüre in der Oberen Augartenstraße ab 6 Uhr früh laufend für Lärmbelastungen. Der Betroffene berichtet von "einem durchgehenden, hochfrequenten Summen und Pfeifen". 

Lenker bestätigen Dauerbeschallung

Zehn der sogenannten Rampini-Modelle "Hydron" sind aktuell auf den Linien 2A und 3A in Wien unterwegs. Statt den bisherigen E-Bussen handelt es sich um eine Hybrid-Variante. Sie fahren zwar mit einem Elektromotor, können aber während der Fahrt mit Wasserstoff-Brennzellen aufgeladen werden. Die Lenkerinnen und Lenker sparen sich daher das Aufladen nach einer Rundfahrt bei einer Ladestelle. In die Anschaffung und Instandhaltung investierten die Wiener Linien 12 Millionen Euro.

Genau dieser Vorgang ist allerdings für den Lärm verantwortlich, auch zwei Buslenkerinnen bzw. Buslenker der Linie bestätigen MeinBezirk die Dauerbeschallung. Sie wollen nicht namentlich genannt werden. Sobald die Batterie unter 80 Prozent fällt, beginnt der Ladevorgang zusätzlich zu dem dauerhaften Kühlvorgang. Dieser ist notwendig, denn Wasserstoff-Brennzellen können gegebenenfalls hochexplosiv sein.

Lösung mit Hersteller gesucht

Wie die Buslenkerinnen bzw. Buslenker weiter berichten, "war es am Anfang noch schlimmer". Gemeint ist damit die Einführung der Modelle im September 2025. Schon zwei Mal sei laut den Mitarbeitern der Wiener Linien etwas angepasst worden, um die Lautstärke zu drosseln. Welche Maßnahmen konkret gesetzt wurden, können sie nicht sagen.

Die Wiener Linien seien mit dem Hersteller in Kontakt, um Lösungen für die Geräuschentwicklung zu finden.  | Foto: Sade Jerabek/MeinBezirk
  • Die Wiener Linien seien mit dem Hersteller in Kontakt, um Lösungen für die Geräuschentwicklung zu finden.
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Die Wiener Linien selbst wollen eine entsprechende Anpassung nicht bestätigen. Man betont: "Die Busse erfüllen sämtliche gesetzliche Bestimmungen, selbstverständlich auch hinsichtlich ihrer Lautstärke". Dennoch nehme man die "vereinzelten Rückmeldungen von Anrainerinnen und Anrainer ernst". Man sei bereits mit dem Fahrzeughersteller in Kontakt.

Anpassung "nicht ganz einfach"

Gemeinsam schaut man sich an, "welche technischen Möglichkeiten es gibt, die Geräusche weiter zu reduzieren", so eine Sprecherin. Die technische Geschäftsführerin des Öffi-Betriebs, Gudrun Senk, hatte bei der Einführung der neuen E-H2-Modelle angekündigt: "Mit den neuen Bussen werden alle Wienerinnen und Wiener von einer umweltfreundlicheren, leiseren und sichereren Mobilität profitieren und gleichzeitig den hohen Komfort genießen."

Der Anrainer hatte sich selbst auch an die Wiener Linien gewandt und erhielt eine ähnliche Antwort wie MeinBezirk. Ihm gegenüber geben die Wiener Linien aber zusätzlich zu bedenken, dass die technischen Anpassungen "nicht ganz einfach" sind. Die Geräuschentwicklung würde von verschiedenen Komponenten und vom jeweiligen Betriebszustand abhängen. Eine unmittelbare Lösung sei also nicht garantiert.

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