Zeitplan hält
Erste Viadukte in der Leopoldstadt für S-Bahn-Upgrade abgerissen
- Rund zwei Tage dauert der Abriss eines einzelnen Viaduktbogen. Bis Ende Oktober sollen alle abgetragen sein.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
- hochgeladen von Luca Arztmann
Rund einen Monat nach dem Start der Stammstrecken-Sanierung zwischen Praterstern und Hauptbahnhof werden in der Leopoldstadt die Viaduktbögen abgerissen. Ersetzt werden sie durch eine Brücke, deren Fassade an die historischen Vorgänger erinnern soll. Neben der Strecke soll auch das Straßenbild und die Geschäftsflächen ein Upgrade erhalten.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Es sind spektakuläre Szenen, die sich zurzeit am Abschnitt zwischen Praterstern und Verbindungsbrücke abspielen. Bereits in der Monarchie fuhr die S-Bahn über die Viadukte in der Leopoldstadt, aktuell werden sie Stück für Stück abgetragen. Rund 160 Jahre nach ihrer Erbauung haben sie das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.
Ersetzt werden sie mit einer "typischen Brücke", wie es Projektleiter Thomas Schöffmann bei einer Baustellenführung erklärt. Dennoch werden die neuen Fassaden aus "architektonischer und gestalterischen" Gründen an die historischen Viadukte erinnern, ergänzt der Gesamtprogrammleiter Philipp Kropatschek. So formt sich die Fassade nach oben hin zu einem Bogen, man es aus der bisherigen Konstruktion bereits kennt.
Straffer Zeitplan, wenig Platz
Zwei Bagger arbeiten sich am Tag des Lokalaugenscheins an den Viadukten ab, rund zwei Tage benötigt der Abriss eines Bogens. Bereits Anfang November sollen die Bauwerke vollständig abgetragen sein. Viel Zeit bleibt ohnehin nicht, ab Anfang November 2027 sollen schon wieder erste Züge über die frische Stammstrecke rollen. Noch heuer soll der Rohbau der Nachfolgekonstruktion stehen, bis Juni 2027 muss dazu die neue Verbindungsbrücke fertig sein.
- Projektleiter Thomas Schöfmann (l.) und Gesamtprogrammleiter Philipp Kropatschek informierten über den aktuellen Stand vor Ort.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
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Danach werden etwa Schienen sowie Leitungen verlegt und das Zugsicherungssystem ETCS installiert. Bis zum Neustart der S-Bahn folgen noch alle notwendigen Tests. Aktuell liegt man im Zeitplan, betonen die beiden ÖBB-Verantwortlichen. Der Abriss sowie der Neubau innerhalb 14 Monate ist aber nur möglich, weil bereits vor der Stammstreckensperre die Fundamente für die moderne Brücke unter den alten Viadukten gelegt wurde. Im Untergrund ist also bereits alles bereit.
Neben dem straffen Zeitplan stellt laut Schöfmann auch der geringe Platz in der Schoffellagasse und der Helenengasse die ÖBB vor Herausforderungen. Teilweise trennen Viadukt und Wohnhaus nur ein Meter, die Baulogistik ist also eng bemessen. Hinzu kommt, dass auch der Verkehr irgendwie weiter fließen muss. Dennoch fahren täglich bis zu 60 Lkws ein und aus, um den Schutt und das Abbruchmaterial wegzubringen.
Eröffnungen in neuen "Viadukten" ab 2028
Das beschäftigt auch die umliegenden Anrainerinnen und Anrainer, wobei die ÖBB versucht, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Auf Arbeiten am Wochenende sowie in der Nacht wird größtenteils verzichtet, im schlimmsten Fall fährt nach 19 Uhr noch ein letzter Lkw ab. Dafür sind aktuell täglich 400 bis 500 Personen auf den Baustellen zwischen Praterstern und Hauptbahnhof beschäftigt.
- Das Erscheinungsbild nach dem Abriss soll an die alten Viadukte erinnern. (Visualisierung)
- Foto: ÖBB/ zkpt ZT GmbH
- hochgeladen von Luca Arztmann
Am Ende sollen alle von den Arbeiten profitieren, denn nicht nur die Strecke, sondern auch die Geschäftsflächen sowie das umliegende Straßenbild erhalten ein Upgrade. So wird es auch unter der neuen Brückenkonstruktion Platz für Betriebsflächen geben, wenn auch weniger. Bis Mitte 2027 sucht die ÖBB nach neuen Betrieben, die sich in den dann nachgeahmten Viaduktbögen einmieten wollen. Im Jahr 2028 rechnet Schöfmann damit, dass die ersten Eröffnungen stattfinden können.
Beim Straßenbild bleibt man hingegen noch vage, es sind jedenfalls mehr Grünflächen, zusätzliche Freiräume unter den Bögen oder eine verbesserte Beleuchtung geplant. Mehr Informationen erhält man auf der S-Bahn-Upgrade-Website hier, zudem ist die eigens eingerichtete Ombudsstelle der ÖBB telefonisch und per Mail erreichbar.
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