BV-Sitzung Leopoldstadt
Weibliche Sichtbarkeit & Mistplatz stehen im Fokus

In der letzten Bezirksvertretungssitzung der Leopoldstadt wurde viel über den Mistplatz diskutiert. | Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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Die Bezirksvertretung der Leopoldstadt traf sich zur ersten regulären Sitzung nach der Konstituierung. Im Mittelpunkt standen die Stärkung weiblicher Sichtbarkeit im öffentlichen Raum und die Planung des neuen "Grätzlmistplatzes".

WIEN/LEOPOLDSTADT. Die Bezirkspolitikerinnen und Bezirkspolitiker der Leopoldstadt kamen kürzlich zur ersten regulären Sitzung nach der Konstituierung zusammen. Im Fokus standen zwei zentrale Themen: Die Stärkung weiblicher Sichtbarkeit im öffentlichen Raum und die Pläne für den "Grätzlmistplatz".

Ein wichtiges Anliegen der Bezirksvertretung bleibt die Benennung öffentlicher Orte nach bedeutenden Frauen. Grünen-Klubobfrau Nina Nöhrig erinnerte daran, dass es in Wien rund 6.500 Verkehrsflächen gibt, von denen etwa 70 Prozent nach Persönlichkeiten benannt sind – jedoch nur rund ein Zehntel davon nach Frauen. Um dieses Ungleichgewicht zu verringern, wurde bereits unter der früheren Bezirksvorsteherin Uschi Lichtenegger (Grüne) eine parteiübergreifende Arbeitsgruppe gegründet, die bis heute aktiv ist.

Reschl und Fleischmann

Einstimmig beschloss die Bezirksvertretung den gemeinsamen Antrag, den Gemeindebau in der Vorgartenstraße 158–170 nach der Schauspielerin und Wienerlied-Interpretin Hilli Reschl zu benennen. Reschl, bekannt aus dem ORF-Seniorenclub als "Frau Anni", lebte über fünfzig Jahre in der Leopoldstadt.

Ein Platz soll nach Trude Fleischmann benannt werden. | Foto: Annie Schulz
  • Ein Platz soll nach Trude Fleischmann benannt werden.
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Ebenfalls einhellig angenommen wurde der gemeinsame Antrag, einen bisher namenlosen Platz an der Kreuzung Taborstraße/Nordbahnstraße/Alliiertenstraße nach der jüdischen Fotografin Trude Fleischmann zu benennen. Fleischmann arbeitete mit Persönlichkeiten wie Stefan Zweig und Hedy Lamarr und machte auch im US-Exil Karriere.

Wohin mit dem Mist?

Deutlich kontroverser verlief die Debatte rund um den geplanten „Grätzlmistplatz“ in der Innstraße, der mittlerweile im Regierungsprogramm verankert ist. Grünen-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Bernhard Seitz kritisierte die mangelhafte Informationspolitik der Stadt Wien. Eine Bürgerversammlung sei laut Seitz daher dringend notwendig. Auch SPÖ-Bezirksrätin Miriam Kaiys sprach sich für mehr Transparenz aus. "Wenn es ein tolles Projekt ist, dann finde ich auch, dass die Stadt eigentlich keinen Grund hat, sich da zu verstecken, sondern das auch zu präsentieren", so Kaiys.

Anders sah das Neos-Klubvize Elisabeth Petracs. Sie verwies auf die im Regierungsprogramm verankerte Bürgerbeteiligung und betonte, dass man den Mistplatz als modernen Ort der Kreislaufwirtschaft denken müsse. Markus Rathmayr, stellvertretender Klubobmann der Grünen, zeigte sich davon wenig überzeugt. Auch er kritisierte die Standortwahl und appellierte an Neos, sich für eine verantwortungsvollere Lösung auf Landesebene einzusetzen. Anschließend wurde der Antrag zur Einberufung einer Bürgerversammlung einstimmig angenommen.

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In der letzten Bezirksvertretungssitzung der Leopoldstadt wurde viel über den Mistplatz diskutiert. | Foto: Marlene Graupner/MeinBezirk
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