Begrünungsoffensive
Neuer Schulvorplatz im Nordbahnviertel ist nur der Anfang
- Im Grätzl rund um die Ernst-Melchior-Gasse sollen mehr Grünräume und etwa 28 neue Bäume entstehen.
- Foto: Visualisierung: Stadt Wien / DnD
- hochgeladen von Luca Arztmann
Das neue Stadtentwicklungsgebiet soll umfassend nach begrünt werden, den Anfang macht die Ernst-Melchior-Gasse. Im Grätzl sind etwa 1.300 Quadratmeter an neuer Grünfläche und 26 Bäume angedacht. Bis 2028 sind Maßnahmen in weiteren Straßenzügen geplant, zudem soll der Rudolf-Bednar-Park vergrößert werden.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Die Stadt Wien kündigte bereits im Vorjahr an, im neuen Stadterweiterungsgebiet Nordbahnviertel weitere Begrünungsmaßnahmen zu setzen. Diese sollen in insgesamt fünf Phasen erfolgen, der Startschuss erfolgte nun in der Ernst-Melchior-Gasse. Dort befindet sich der Schulvorplatz des Gertrude-Sandler-Fröhlich-Campus.
Für Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) ist er ein idealer Startpunkt für die Umgestaltungsoffensive im Grätzl, immerhin überzeugt der asphaltierte Platz bisher nicht als ansprechender Aufenthaltsraum. Generell werden im Abschnitt von der Jakov-Lind-Straße bis zur Krakauer Straße sowie im angrenzenden Bereich von Am Tabor rund 2.900 Quadratmeter entsiegelt.
"Straße, die keiner braucht"
"Wir starten die Begrünungskur des Nordbahnviertels in der Ernst-Melchior-Gasse mit allem, was die 'Raus aus dem Asphalt-Familie' hergibt", so Sima. Insgesamt sind 28 neue Bäume angedacht, im Zuge der Entsiegelung entstehen 1.300 Quadratmeter an neuem Grünraum. Für zukünftige Hitzetage sind Trinkhydranten, Nebelstelen sowie ein neues Wasserspiel für Kinder angedacht. Zudem werden die bestehenden Baumscheiben vergrößert und baulich getrennt.
Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) sieht den Abschnitt ohnehin als Problemkind – "eine Straße, die keiner braucht". Umso wichtiger sind laut ihm die Begrünungsmaßnahmen: "Besonders vor dem Schulcampus schaffen wir mehr Schatten, Aufenthaltsqualität und sichere, attraktive Freiräume für Kinder, Jugendliche und alle Bewohnerinnen und Bewohner".
Kühlen und Entsiegeln ist unumgänglich
Im Zuge der Umgestaltung sind zudem 26 neue Sitzmöglichkeiten und auf rund 1.600 Quadratmeter eine hellere Bepflasterung angedacht, die sich im Sommer nicht so stark erhitzen soll. Generell wird der Untergrund in dem Bereich barrierefrei, wodurch man bei der Stadt auf eine sichere und komfortable Nutzung für alle hofft. So wird mit insgesamt 26 neuen Radbügeln auch an die Radfahrerinnen und Radfahrer gedacht.
- Stadträtin Ulli Sima, Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (beide SPÖ) und Neos-Umweltsprecherin Angelika Pipal-Leixner am noch grauen Schulvorplatz.
- Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner
- hochgeladen von Luca Arztmann
Für die Umwelt- und Mobilitätssprecherin der Neos, Angelika Pipal-Leixner, zeigen die aktuellen Temperaturen, dass die Sommer immer länger und heißer werden: "Das Begrünen, Kühlen und Entsiegeln von Straßen, Gassen und Plätzen sowie das Schaffen von hochwertigen öffentlichen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität sind daher unumgänglich", wie sie betont. Zum Glück ist die Ernst-Melchior-Gasse nur der Anfang.
Weitere Maßnahmen folgen
Denn bis zum Jahr 2028 wurden zumindest noch drei weitere "Phasen" angekündigt. Nach der Begrünung des Schulvorplatzes und weiteren Maßnahmen in der Leopold-Moses-Gasse, Jakov-Lind-Straße und An den Kohlrutschen soll etwa die Wiese im Rudolf-Bednar-Park vergrößert werden.
Bis vor Kurzem waren die einzelnen Schritte online hier abrufbar, nach dem Auftakt in der Ernst-Melchior-Gasse änderte sich das aber. So ist nichts mehr von der "großflächigen Entsiegelung der Bruno-Marek-Allee im Abschnitt zwischen Am Tabor und Walcherstraße" zu lesen. Gleiches gilt für die 5. Phase, in welcher "von der Radingerstraße bis zur Vorgartenstraße zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und Steigerung der Verkehrssicherheit" angekündigt wurden.
- Der Rudolf-Bednar-Park soll vergörßert werden.
- Foto: Luca Arztmann/MeinBezirk
- hochgeladen von Luca Arztmann
Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin, dass die Umgestaltungsarbeiten "selbstverständlich" weitergehen. Die Planung zu den weiteren Straßenzügen würde bereits laufen, einen konkreten Zeitplan gibt es bisher nicht. Insgesamt sollen jedenfalls zwei Kilometer im Nordbahnviertel mit neuen Grünflächen und Bäumen ausgestattet werden.
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