Wegen Sanierung geschlossen
Das Leopoldstädter Bezirksmuseum verabschiedet sich für Jahre
- v.l.: Matti Bunzl, künstlerisch-wissenschaftlicher Direktor des Wien Museums, Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ), Museumsleiter Georg Fiedler und Kulturstadträtin Veronika Kaup-Halser (SPÖ) verabschiedeten sich vom Bezirksmuseum.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Luca Arztmann
Das Amtshaus der Leopoldstadt muss saniert werden, für das Bezirksmuseum bedeutet das die Schließung für drei Jahre. Am Mittwoch, 1. Juli, lud man deshalb zum Abschiedsfest, bevor die rund 700 Ausstellungsstücke in einem Depot verschwinden.
WIEN/LEOPOLDSTADT. Wegen der anstehenden Sanierung des Leopoldstädter Amtshauses muss das Bezirksmuseum für insgesamt drei Jahre schließen. Im Jahr 2029 wird es in modernen Räumen im neuen Dachgeschoss in der Karmelitergasse 9 wiedereröffnet, MeinBezirk berichtet, siehe unten.
Am Mittwoch, 1. Juli, veranstaltete man daher ein großes Abschiedsfest, bevor es ans verpacken und verstauen der insgesamt 7.000 Ausstellungsstücke geht. Neben Bezirksvorsteher und Präsident des Museums, Alexander Nikolai (SPÖ), war auch Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler (SPÖ), der künstlerisch-wissenschaftliche Direktor des Wien Museums, Matti Bunzl und natürlich Museumsleiter Georg Fiedler vor Ort.
Über 30 Sonderausstellungen
Für den musikalischen Rahmen sorgte das Ensemble Avanim, Künstler Michael Schottenberger hielt eine vorerst letzte Lesung im Museum. Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Team des Museums, vielen treuen Besucherinnen und Besuchern sowie anderen Museumsleiterinnen und -leitern blickte man zudem auf die letzten Jahrzehnte zurück.
Immerhin wurde das Leopoldstädter Bezirksmuseum bereits in den 1960ern im Amtshaus eröffnet. Fiedler übernahm im Jahr 2014 die Leitung und verantwortete seither über 30 Sonderausstellungen und veranstaltete über 170 Lesungen, Konzerte oder Theateraufführungen.
Wiedereröffnung wird ein Neustart
Bis 2029 ist damit nun Schluss, ein passender Ersatzstandort konnte nicht gefunden werden. Dieser hätte aufgrund des großen Umfangs der Sammlung zwischen 100 und 120 Quadratmeter vorweisen können. Die Standorte in dieser Größenordnung kamen laut Fiedler wegen hoher Kosten nicht infrage.
- Fiedler vor der beschädigten Tür der jüdischen Sammelwohnung.
- Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
- hochgeladen von Luca Arztmann
Deshalb wandern auch berühmte Stücke wie die originale Fensterrosette aus dem ehemaligen Nordbahnhof oder eine Tür zu einer jüdischen Sammelwohnung aus Zeiten des Zweiten Weltkriegs samt deutlichen Spuren eines Einbruchsversuchs der Nationalsozialisten in ein Depot. Die Wiedereröffnung wird für Fiedler ein kompletter Neustart, auf den er sich die nächsten Jahre vorbereiten wird.
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