23.11.2016, 17:26 Uhr

Versorgungslücken bei Kindergesundheit

Kinder mit psychischen Problemen brauchen mehr Beachtung!

Zu wenig Betreuungsplätze, zu lange Wartezeiten, zu hohe Behandlungskosten: Für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen zeigt das Gesundheitssystem in Österreich große Defizite. Und obwohl etwa jeder fünfte Jugendliche von einem psychischen Problem betroffen ist, bekommen nur die wenigsten eine bezahlte Behandlung. Nicht nur die Alarmsignale werden oft zu spät erkannt, auch in die Prävention wird zu spät und zu wenig investiert.

Wie dringend notwendig Aufklärung und Prävention insbesondere bei Kindern sind, zeigen auch die Ergebnisse der von „Die Möwe“- präsentierten Studie über Gewalt und Missbrauch an Kindern. In den letzten Monaten zeigen sich „Cybermobbing“ oder „Sexting“ als neue Phänomene von Gewalt, insbesondere an Mädchen, vor allem verursacht durch neue Medien.

Die Verantwortungsträger in der Gesundheitspolitik, müssen vor allem die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen besonders berücksichtigen: Jeder Erfolg bei Reformen des Systems misst sich auch daran, wie die massiven Versorgungsmängel bei der Kinder- und Jugendgesundheit bewältigt werden.

Unbehandelte psychische Erkrankungen bei Kindern erhöhen die Krankheitsausfälle bei Erwachsenen um ein Mehrfaches. Kinder müssen in einem modernen Gesundheitswesen oberste Priorität erfahren, aber viele Eltern können sich die Behandlungskosten nicht leisten, weil „zwar die klinisch-psychologische Diagnostik von den Krankenkassen bezahlt wird, nicht aber die klinisch-psychologische Behandlung“. Und dies führt vor allem dazu, dass Verhaltensauffälligkeiten, ADHS, vermehrter Nikotin- und Alkoholkonsum, Diabetes oder Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen im Steigen begriffen sind. Mit allen absehbaren Konsequenzen auf künftige Folgekosten durch vermehrte Krankenstandstage oder gar Arbeitsunfähigkeit im Berufsalter, denn etwa die Hälfte der psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter weist einen chronischen Verlauf auf.

Eine möglichst frühzeitige Behandlung verhindert dauerhafte psychische Erkrankungen!
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