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Im Bild vor dem Notstromaggregat für Rathaus, Gemeinde- und Ärztezentrum: v.l.n.r.: Wassermeister Werner Reischer, Infrastrukturbeauftragter Ing. Thomas Schweiger und Bgm. Albert Pitterle
LILIENFELD/HAINFELD. Wie gut sind die Gemeinden im Bezirk Lilienfeld für den Ernstfall gerüstet? Das will MeinBezirk wissen und fragt anlässlich des bevorstehenden Zivilschutz-Probealarms am 3. Oktober 2026 nach: Gibt es Katastrophenschutzpläne, wer handelt, wenn es darauf ankommt und wie kann sich jeder Einzelne für den Notfall rüsten? Klar ist: Katastrophenschutz beginnt nicht erst bei den Einsatzkräften, sondern bereits im eigenen Haushalt.
Für Markus Moser, Zivilschutzbeauftragter der Stadtgemeinde Lilienfeld, ist vor allem eines entscheidend: „Ein Haushalt sollte immer Vorräte für mindestens 14 Tage zu Hause haben. Das sollten Lebensmittel sein, die man auch sonst konsumiert.“ Auch Thomas Schweiger, Zivilschutzbeauftragter der Gemeinde Hainfeld, sieht Lebensmittel und Getränke als Grundausstattung. Dazu kommen eine Hausapotheke, persönliche Medikamente, Hygieneartikel, Taschenlampen und Batterien, ein Radio sowie Möglichkeiten zum Kochen und Heizen ohne Strom. Auch Bargeld, Tierfutter und besondere Bedürfnisse einzelner Familienmitglieder sollten nicht vergessen werden.
Beim Wasser empfiehlt der NÖ Zivilschutzverband laut Schweiger rund 35 Liter pro Person für zwei Wochen. Dabei müsse zusätzlich an Wasser für Kochen, Hygiene und Toilettenspülung gedacht werden.
Was viele unterschätzen: Ein Stromausfall ist nicht automatisch ein Blackout. „Zuerst sollte man versuchen, sich zu informieren, wie großflächig der Stromausfall ist“, erklärt Moser. Erst wenn tatsächlich ein großflächiger und länger andauernder Stromausfall vorliegt, sollten weitere Maßnahmen getroffen werden.
Schweiger rät ebenfalls, zunächst Ruhe zu bewahren und zu prüfen, ob nur das eigene Haus betroffen ist. Danach heißt es: „Radio für Informationen einschalten und den persönlichen Notfallplan umsetzen.“ Auch die Abstimmung mit Familie und Nachbarn sei wichtig. Unnötige Autofahrten sollten vermieden werden, denn auch Tankstellen und öffentliche Verkehrsmittel können ausfallen.
Handy und Bankomat funktionieren nicht ewig
Auf einen längeren Stromausfall sollte man sich deshalb nicht nur mit Lebensmitteln vorbereiten. Moser weist darauf hin, dass Handynetze zunächst überlastet sein und spätestens nach einigen Tagen ausfallen können. Auch Tankstellen und Bankomaten sind auf Strom angewiesen. Supermärkte könnten geschlossen bleiben und Lieferungen ausbleiben.
„Man sollte sich also jedenfalls mindestens 14 Tage selbst versorgen können und sich im Vorfeld mit Familienmitgliedern absprechen, wie und wo man sich trifft“, so Moser.
An Oma, Kinder und Haustiere denken
Besonders wichtig ist die individuelle Vorsorge. Familien mit Kindern sollten passende Lebensmittel und Medikamente vorrätig haben. Bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen sollte bereits im Vorfeld geklärt werden, wie die Versorgung im Ernstfall funktioniert. „Familienmitglieder sollten sich auch Gedanken machen, wie man sich zum Beispiel um Oma oder Opa kümmert“, sagt Moser.
Schweiger erinnert zudem daran, auch an die kleinen Dinge zu denken: Müllsäcke, Hygieneartikel, Batterien, Toilettenspülung, Tierfutter oder einen Treffpunkt für die Familie, falls die Kommunikation nicht mehr funktioniert.
Vorsorge statt Panik
Wer bisher noch keine Notfallvorsorge getroffen hat, kann laut Schweiger mit drei einfachen Schritten beginnen: „Erstens: Wasser und haltbare Lebensmittel besorgen. Zweitens: Licht, Radio und Batterien organisieren. Drittens: einen persönlichen Notfallplan erstellen – inklusive Medikamenten, Familie, Treffpunkt und Nachbarschaftshilfe.“
Für Moser hat Vorsorge nichts mit Schwarzmalerei zu tun: „Vorsorge zu treffen ist weder Schwarzmalerei noch ein Zeichen von Angst, sondern eine sehr vernünftige und sehr verantwortungsvolle Maßnahme im eigenen Interesse.“ Im Ernstfall könne es von Gemeinden und Einsatzkräften nämlich nur begrenzte Unterstützung geben. „Es wird nur eine Hilfe zur Selbsthilfe geben können“, betont Moser.
So sorgt die Gemeinde vor
Wie gut ist die Gemeinde für einen länger dauernden Stromausfall gerüstet? Zivilschutzbeauftragter Thomas Schweiger erklärt, welche Vorkehrungen in Hainfeld getroffen wurden und was im Ernstfall wichtig ist.
Für Krisensituationen gibt es klare Abläufe und einen persönlichen Notfallplan. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Einsatzorganisationen und Bevölkerung. „Ruhe bewahren und zuerst feststellen, ob tatsächlich nur die eigene Wohnung beziehungsweise das eigene Haus betroffen ist“, rät Schweiger im Fall eines Stromausfalls. Danach sollte man sich über das Radio informieren und den persönlichen Notfallplan umsetzen.
Gemeinde setzt auf Eigenschutz
Auch die Eigenvorsorge spielt eine wichtige Rolle. Lebensmittel und Getränke, persönliche Medikamente, Hygieneartikel, Taschenlampen und Batterien sowie ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio gehören laut Schweiger zur Grundausstattung. Ebenso sollte es Möglichkeiten geben, ohne Strom zu kochen und zu heizen. „Schon mit diesen drei Schritten lässt sich die eigene Handlungsfähigkeit deutlich erhöhen“, sagt Schweiger und nennt Wasser und haltbare Lebensmittel, Licht und Radio sowie einen persönlichen Notfallplan als wichtige erste Maßnahmen.
Auch Tankstellen werden nicht zur Verfügung stehen
Im Ernstfall können auch alltägliche Dinge plötzlich zum Problem werden. Tankstellen, Bankomaten, Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel können ausfallen. Deshalb empfiehlt Schweiger, sich auf einen längeren Ausfall vorzubereiten und auch an Kinder, ältere Menschen, Haustiere und Personen mit besonderen Bedürfnissen zu denken.
Für Schweiger bedeutet Katastrophenvorsorge vor allem Eigenverantwortung und gegenseitige Unterstützung: Wer selbst vorsorgt, kann im Ernstfall auch Einsatzkräfte und Behörden entlasten.
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