Schüler des BORG Linz lernen "Garteln"
- Jürgen Gilhofer (l.) bewirtschaft gemeinsam mit seinen Schülern den Schulgarten des BORG Linz.
- hochgeladen von Benjamin Reischl
Selbst angebautes Obst und Gemüse wird zu leckeren Köstlichkeiten im Unterricht verkocht.
LINZ (rbe). Einem ambitionierten Lehrer ist es zu verdanken, dass am Linzer BORG Natur konkret erfahrbar wird. Auf einer Wiese hinter dem Schulgebäude aus Kaisers Zeiten wurde eine grüne Oase samt Biotop inmitten der Linzer Innenstadt errichtet. Biologie-Lehrer Jürgen Gilhofer verlegt regelmäßig Unterrichtsstunden ins Grüne: "Es geht nicht nur darum, beliebig Obst und Gemüse anzubauen, sondern wir achten auch darauf, dass wir seltene Obstsorten kultivieren und die Wichtigkeit um diese den Schülern vor Augen führen. Darunter sind Sorten wie Quitte, Asperl Dirndl, Ringlotte oder roter Hollunder." Von der Petersilie über die Erdäpfel bis hin zum Kirschenbaum ist im Schulgarten alles zu finden. Der ein oder andere Regenwurm wird von den Schülern sorgsam vom Beet in die Wiese verfrachtet. "Selbst ein Regenwurm muss geschützt werden", erklärt eine Schülerin des naturwissenschaftlichen Zweiges am Linzer BORG.
Gekonnt weist Gilhofer die Schüler ein, die einen zupfen Unkraut aus, die anderen Bearbeiten mit einer Haue das zukünftige Kartoffelbeet. Ein paar Zentimeter unter der Erde tauchen plötzlich ein paar Kartoffeln aus der letzten Saison auf. "Kein Problem, kann man noch verwerten", meint Gilhofer.
Wenige Meter weiter schaufeln drei Schüler frische Erde ins Beet. "Mir ist wichtig, dass die Schüler die Arbeit im Garten von A bis Z durchmachen. Natülich macht die Ernte mehr Spaß, aber das Wissen um den Prozess ist entscheidend", so der ambitionierte BU-Lehrer.
Die Einheit vergeht im Flug, viel schneller als so manche Stunde im Klassenraum. "Es ist schon lässig, dass wir hier herausen einen Teil des Unterrichts verbringen können. Für mich ist es eine Abwechselung", freut sich ein Schüler. Die einheiten verfliegen fast so schnell, wie die zahlreichen Libellen, die im Sommer rund ums Biotoph huschen.
Ohne Fleiß kein Preis
Am Ende der Saison wartet dann der Lohn für die harte Gartenarbeit. "Wir haben vor, ein kleine Grillerei für die Schüler zu machen. Wir können mit den Früchten aus dem Garten lässige Dips machen. Aus dem gernteten Obst kochen wir gemeinsam Marmelade", erklärt der Lehrer, der den ganzen Aufwand nicht nur aus Jux auf sich nimmt: "Die Schüler müssen schon in der Lage sein, Gemüse- und Obstsorten richtig zu bennen."
Gemeinsames Kochen
Die Vorarbeiten für eine erfolgreiche Gartensaison wurden jedenfalls bestens erledigt. Am Ende der Saison wird sich zeigen, ob sich für alle Schüler des BORGs ein Marmelade-Semmerl aus dem eigenen Schulgarten ausgeht. Dieses Projekt inmitten von Linz unterstreicht nur eine der vielfältigen Seiten des Linzer BORGs.
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