Story der Woche
Was braucht eine Stadt der Zukunft?

Volles Haus im Linzer Kepler Salon.
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Experten waren sich bei Diskussion im Kepler Salon einig: Es braucht mehr Mobilität, weniger Autos und eine gemeinsame Planung in der Region.

LINZ. Barcelona hat den Durchzugsverkehr aus den Gründerzeitvierteln und Parkplätze unter die Erde verbannt. In Basel und München sind die Flüsse Rhein und Isar Teil der Stadt. In Zürich beginnt der Stadtraum bereits bei den hochwertigen Park-and-Ride-Anlagen. Und das Land Salzburg hat beschlossen, keine größeren Straßenprojekte mehr zu bauen. Die Beispiele zeigen: Durchdachte und mutige Stadtplanung kann das Leben der Menschen spürbar verbessern. Auf Einladung der StadtRundschau haben Raum- und Verkehrsplaner im Linzer Kepler Salon über die Stadt der Zukunft diskutiert. Einhelliger Tenor: Linz hat noch einen langen Weg vor sich. Aber wie sollte eine Stadt der nahen Zukunft aussehen? „Eine wachsende Stadt wie Linz braucht mehr Freiraum und mehr Grün", sagt Sibylla Zech von der Technischen Universität Wien.

Weitgehend autofreie Stadt

Der Linzer Raumplaner Max Mandl plädiert für eine kompakte Stadt mit hoher architektonischer und städtebaulicher Qualität. Linzer Neubauten seien hingegen von Mittelmaß geprägt. Die Stadt der Zukunft ist für Mandl "weitestgehend vom Autoverkehr befreit". Überhaupt scheint Mobilität ein Schlüsselfaktor und hat die Diskussion dominiert. Zech sieht in Zukunft "mehr Mobilität, jedoch nicht mehr Verkehr". Wie das gehen könnte, führt Verkehrsplaner Helmut Koch aus: Die Zukunft der Mobilität wird ein geteilter Verkehr sein. Nicht jeder wird alles haben, Carsharing stärker genutzt. Mehr Menschen werden mit dem Rad fahren und auch selbstfahrende Fahrzeuge ihren Platz haben, wenngleich zuerst auf den Autobahnen.

Städtischste Form der Fortbewegung

Mit einer Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs wird auch das Gehen zunehmen. Das sei überhaupt "die städtischste Form der Fortbewegung", sagt Koch. Die Städte seien aber nur in Ausnahmefällen fußgängerfreundlich. "Wir müssen uns um die Rückgewinnung der öffentlichen Räume kümmern", sagt daher auch Mandl. In Linz vermisst er dafür die großen Visionen. Wird ein Projekt umgesetzt, fehle es an den notwendigen Begleitmaßnahmen, eigentlich "Hauptmaßnahmen", wie Zech unterstreicht. Wenn schon Umfahrungsstraßen gebaut werden, müsse man etwa die Innenstadt konsequent verkehrsberuhigen, begrünen und attraktivieren.

Grenzüberschreitend planen

Trotz der Probleme geht der Anteil der Autofahrer in Linz bereits jetzt zurück, der Mobilitätsmix nimmt zu. Schon in den Nachbargemeinden schaue das aber anders aus, sagt Zech. Das Verkehrsproblem sei kein Linzer-, sondern ein Umlandproblem, ergänzt Koch. Weil sich Menschen täglich über Gemeindegrenzen hinweg bewegen, müsse das auch die Stadtplanung tun. Hier sehen die Experten das größte Defizit. Die Stadt der Zukunft solle sich als Stadtregion begreifen. Land, Stadt und Gemeinden müssten an einem Strang ziehen, um die Herausforderungen zu bewältigen.

Den Audiomitschnitt der Veranstaltung im Kepler Salon können Sie hier nachhören.

Volles Haus im Linzer Kepler Salon.
Raumplaner Max Mandl beantwortet Zuschauerfragen.

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