Corona-Krise
Linz rüstet sich für "schlimmsten" Corona-Ernstfall

Zusätzliche 520 Krankenbetten und 85 Pflegeplätze sollen am Höhepunkt der Corona-Krise die Linzer Krankenhäuser und pflegende Angehörige entlasten. 

LINZ. Noch ist der Höhepunkt der Corona-Infektionszahlen nicht erreicht. Um die Spitalskapazitäten im Ernstfall entlasten zu können, hat die Stadt Linz mit Unterstützung der Arbeiterkammer bereits 180 Betreuungsplätze für Nicht-Corona-Patienten geschaffen. Nun sollen weitere 300 hinzukommen. Bürgermeister Klaus Luger zufolge hätten sich drei private Betreiber von Gästeunterkünften gemeldet. Dort sollen Patienten untergebracht werden, die keine Corona-Infektion haben, Behandlung brauchen, aber keine Intensivbetten. Für Corona-Patienten mit leichtem bis mittlerem Krankheitsverlauf werden zudem 40 Plätze in einem Wohnheim der BBRZ-Gruppe zur Verfügung stehen. "Das sind Vorbereitungen für den schlimmsten Ernstfall. Hoffentlich tritt er nicht ein", so Luger.

85 zusätzliche Pflegeplätze in Linz

Auch auf einen möglichen Pflegenotstand bereitet sich die Stadt vor. Dieser droht, weil viele 24-Stunden-Betreuerinnen und - Betreuer aus Ländern wie der Slowakei oder Rumänien stammen und aufgrund der Reisebeschränkungen ausfallen könnten. Noch springen Familien oder mobile Betreuungsdienste ein. Das werde aber laut Vizebürgermeisterin Karin Hörzing bald nicht mehr ausreichen. Deshalb sind 85 Pflegeplätze geplant, 15 kommen von der Caritas, 30 Plätze in Räumen des Vereins "Spuren im Sand" im Kolpinghaus und etwa 40 Plätze in den Linzer Seniorenzentren.


Finanzielle Unterstützung für Angehörige

Herausfordernd sei die Organisation des notwendigen Pflegepersonals, zu klären außerdem die Kostenbeteiligung des Landes. Normalerweise tragen die Betroffenen selbst oder die Angehörigen einen großen Teil der Betreuungskosten. Für jene, die durch die aktuelle Situation Einkommensverluste erleiden, braucht es finanzielle Unterstützung. Aus dem 100-Millionen-Euro-Notfallpaket der Bundesregierung für derartige Ersatzlösungen würden 17 Millionen Euro auf OÖ entfallen. "Ich gehe davon aus, dass diese Mittel der Stadt Linz und anderen Gemeinden zur Verfügung stehen, wenn wir diese Ersatzlösungen organisieren", so Luger.

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