Primärversorgungsnetzwerk
Fünf Ordinationen bilden größtes Gesundheitsnetzwerk Österreichs
- Bernhard Wurzer, Generaldirektor ÖGK
- Foto: ÖGK
- hochgeladen von Philipp Pöchmann
Medizinische Versorgung neu gedacht: Das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland. Fünf Ordinationen bilden das größte Gesundheitsnetzwerk Österreichs und sichern die wohnortnahe Betreuung im Bezirk.
BEZIRK MELK. Die Sicherstellung einer wohnortnahen und zukunftsorientierten medizinischen Versorgung ist ein großes Anliegen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Neben den klassischen Primärversorgungseinheiten (PVE) an einem zentralen Standort tragen vor allem Primärversorgungsnetzwerke (PVN) wesentlich dazu bei, eine qualitativ hochwertige Versorgung im ländlichen Raum langfristig abzusichern. Ein besonders erfolgreiches Beispiel dafür ist das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland. Gegründet am 1. September 2020, ging es als erstes PVN Niederösterreichs und zugleich als das größte Netzwerk ganz Österreichs an den Start. Statt eines ursprünglich geplanten, gemeinsamen Zentrums in Mank entschieden sich die fünf Gründerärzte ganz bewusst für ein Netzwerk über mehrere Standorte hinweg. So konnten die Mediziner ihre etablierten Ordinationen direkt vor Ort bei den Menschen weiterführen und gleichzeitig die regionale Zusammenarbeit stärken.
Kilb als Kern des Netzwerks
Das System des Netzwerks zeichnet sich durch eine enge, standortübergreifende Kooperation aus. Vier Ärzte und eine Ärztin arbeiten intensiv zusammen, wobei die Versorgung aufgeteilt auf fünf verschiedene Gemeinden stattfindet. Zum Netzwerk gehören die Ordinationen in Hürm, Bischofstetten, Kilb, Kirnberg und Texingtal, wobei die Gemeinde Kilb den geografischen Kern des Netzwerks bildet. Gemeinsam versorgen die Praxen eine Region mit rund 10.000 Einwohnern. Für die Patientinnen und Patienten bringt das deutliche Vorteile bei den Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag ist täglich von 7 bis 19 Uhr mindestens eine der Ordinationen erreichbar. Auch an Wochenenden und Feiertagen steht immer eine Praxis im Bezirk zur Verfügung. Zusätzlich bieten die Ärztinnen und Ärzte weiterhin Hausbesuche an. Das medizinische und therapeutische Leistungsspektrum des Netzwerks geht dabei weit über die klassische Allgemeinmedizin hinaus und umfasst Diätologie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie, kleinchirurgische Eingriffe, professionelles Wundmanagement, Sozialarbeit sowie Case- und Care-Management.
"Ausbau soll bis 2030 ausgeweitet werden"
ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer betont die strategische Bedeutung dieses Modells: „Aktuell gibt es österreichweit 119 Primärversorgungseinheiten und der Ausbau soll bis 2030 massiv ausgeweitet werden. Primärversorgungsnetzwerke knüpfen an die Stärken der Primärversorgungseinheiten an und verbinden diese mit einer regionalen Zusammenarbeit von Ärztinnen und Ärzten und Gesundheitsberufen über mehrere Standorte hinweg. So schaffen wir die Grundlage für eine koordinierte, wohnortnahe und zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung sowie mehr Lebensqualität für unsere Versicherten.“
Soll auf Bedarf abgestimmt sein
Für die Patientinnen und Patienten bietet die enge Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und weiteren Gesundheitsberufen wie Pflege, Hebammen oder der Physiotherapie eine umfassende interdisziplinäre Betreuung, die genau auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt ist. Durch die erweiterten Öffnungszeiten bis in die Randzeiten hinein und die kurzen Wege bleibt die Versorgung im ländlichen Raum optimal erreichbar. Gleichzeitig profitieren auch die Mediziner selbst von den modernen Strukturen: Die Kooperation ermöglicht flexiblere Arbeitszeiten, erleichtert die Teilzeitarbeit und sorgt für eine bessere Work-Life-Balance im Team. Da administrative Aufgaben durch ein professionelles Management übernommen werden, kann sich das medizinische Personal voll auf die ärztliche Tätigkeit konzentrieren. Zudem bietet der gegenseitige Austausch im multiprofessionellen Team eine wertvolle Unterstützung bei der Behandlung komplexer Krankheitsbilder und in akuten Situationen.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.