Dorferneuerung NÖ
Mostviertel setzt auf Zusammenarbeit bei Wasserschutz und Ortsentwicklung
- Blindenmarkts Bgm Albert Brandstetter (3.v.r.) setzt auf Bürgerbeteiligung im Ort. Mit Maria Huemer von der Dorf- & Stadterneuerung (2.v.l.) konnte die Gemeindevision ins Leben gerufen werden. Ein Prozess, an dem die Menschen in Blindenmarkt beteiligt waren und bei der Gestaltung mitreden konnten. LH-Stv. Pernkopf (Mitte) überzeugte sich von den Ergebnissen.
- Foto: Josef Bollwein
- hochgeladen von Philipp Pöchmann
Gemeindekooperationen sollen bei Naturgefahrenschutz unterstützen – Mostviertel holt mit 62 Dorferneuerungs-Projekten rund 155.000 Euro Fördermittel ab. Kostenlose Schulungen für Dorferneuerungsvereine ab Herbst.
MOSTVIERTEL. Mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten den Stammtisch der „Dorf- & Stadterneuerung“ in Blindenmarkt. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Vertreterinnen und Vertreter aus den Gemeinden sowie Vereinen aus dem Mostviertel diskutierten mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl und Gemeindevertreterverband-Präsident Andreas Kollross über aktuelle Herausforderungen für Gemeinden. Dabei standen die Themen Wasserressourcen und Ortsentwicklung im Fokus. Lösungen dafür sah man in Kooperationen jeglicher Art. „Wasser ist das Thema der Gegenwart und der Zukunft. Wir müssen unser Wasser schützen, in der Fläche halten und sorgsam damit umgehen. Dazu gehören Rückhaltebecken, Speicherteiche, Entsiegelung und ein sparsamer Umgang mit Wasser. Das ist keine Luxusdebatte, sondern eine Frage der Sicherheit und Lebensqualität. Mein Ziel ist klar: Niederösterreich soll bei der Sicherung unserer Wasserressourcen und beim Schutz vor Naturgefahren ganz vorne stehen“, so LH-Stv. Stephan Pernkopf. Maßnahmen seien dabei oft über die Gemeindegrenzen hinweg sinnvoll, denn „zusammenarbeiten statt zusammenlegen lautet die Devise“, stellt Pernkopf klar.
Johannes Pressl, Gemeindebund-Präsident Österreichs sagt: „Es geht in den Gemeinden um immer mehr Effizienz und immer höhere Qualität der Leistungserbringung. Mit großen Dienstleistungsverbänden wollen wir das im Bereich der Abgaben- und inneren Verwaltung in den kommenden Jahren schaffen und mit lokaler und regionaler Zusammenarbeit bei Infrastrukturen wie Trinkwasser, Mobilität oder Kinderbetreuung soll das mit den unmittelbaren Nachbargemeinden funktionieren“.
GVV-Präsident und Trumaus Bürgermeister Andreas Kollross lebt in seiner Gemeinde Kooperationen schon länger: „Als Gemeinde müssen wir schauen, wo wir etwas gemeinsam besser und günstiger erledigen können. Was wir sinnvoll gemeinsam lösen können, sollten wir auch gemeinsam machen. Und dort, wo eine externe Lösung wirtschaftlicher ist oder eine Auslagerung Vorteile bringt, müssen wir diese Möglichkeit nutzen. Am Ende geht es darum, dass wir mit den Mitteln der Gemeinde verantwortungsvoll umgehen und für die Bürgerinnen und Bürger effizient arbeiten.“
Wieselburg kooperiert mit umliegenden Gemeinden
Mit dem Gesundheits-EMIL kommen die Bewohnerinnen und Bewohner von Wieselburg, Wieselburg-Land, Petzenkirchen und Bergland sicher und bequem zu Gesundheitsterminen außerhalb der InRegion. „Mit unserem gemeindeübergreifenden Fahrdienst helfen wir Menschen mit eingeschränkter Mobilität bei Fahrten zu Arztbesuchen, Therapien, Kontroll- und Dialyseterminen bis hin zu den Landeskliniken in Scheibbs, Melk und Amstetten. Dass wir das gemeinsam über vier Gemeinden und mit engagierten ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern schaffen, ist für mich gelebte regionale Zusammenarbeit“, erklärt Wieselburgs Bürgermeister Josef Leitner.
Egal ob beim Thema Wasser, Gesundheit, Energie oder Gemeindeverwaltung: „Zusammenarbeit macht das Leben für die Menschen wieder etwas leichter“, sind sich Pernkopf, Pressl und Kollross einig.
Dorferneuerungsvereine künftig kostenlos geschult
Heuer wurden knapp 400 Projekte im Zuge von „Stolz auf unser Dorf“ bewilligt. Im Mostviertel haben 62 Projekte rund 155.000 Euro Fördermittel in die Gemeinden geholt. Wer Verantwortung im Verein übernimmt, soll die beste Unterstützung erhalten. Deshalb bietet die Dorf- und Stadterneuerung erstmals gezielte Schulungen für Funktionäre an – für Obleute bis Kassiere. „Im Mittelpunkt stehen Vereinsrecht, Haftung, Finanzen, Datenschutz, Förderungen und die praktische Vereinsorganisation“, erklären die Obfrau der Dorf- & Stadterneuerung Maria Forstner und Geschäftsführer Johannes Wischenbart. Die Schulung wird kostenlos sein und startet noch im Herbst. „Damit geben wir den Ehrenamtlichen das notwendige Wissen und mehr Sicherheit für ihre wichtige Arbeit. Denn dieses Angebot ist auch ein Beitrag zum Schutz des Ehrenamts und soll jene stärken, die unsere Vereine aus Liebe zum Land und damit unsere Heimat tragen“, ergänzt Pernkopf.
Stammtische als Diskussionsformat etabliert
Das Format der Stammtische für Gemeinden und Vereine findet jährlich in jeder Hauptregion Niederösterreichs statt. Neben der Präsentation von Unterstützungsangeboten der Dorf - & Stadterneuerung, wird hier auf offenen Dialog gesetzt. „Nur über Krisen zu sprechen, bringt uns nicht weiter: Wir müssen Lösungen finden und mit guten Ideen unser Land bestmöglich durch diese Zeit führen. Dabei ist jede Idee wertvoll, ganz unabhängig davon, von wem sie kommt, wenn sie gut für unser Land und die Menschen ist. Die besten Lösungen entstehen dort, wo offen und sachlich miteinander diskutiert wird“, resümiert Pernkopf.
Mit dabei waren unter anderem NR Georg Strasser, LAbg. Silke Dammerer, Kerstin Suchan-Mayr, Mario Wührer, Lukas Michlmayr sowie der Obmann der Gemeindedienstleistungsverband Region Amstetten für Umweltschutz und Abgaben (GDA) Bürgermeister Johannes Heuras.
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