23.05.2017, 08:31 Uhr

Das war "Sucht und Trauma" in Ybbs

Registrierung der Gäste (Foto: Christian Keusch)

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher beim ersten Symposium.

Das psychiatrische Krankenhaus feiert 2017 sein 200-jähriges Bestehen in Ybbs an der Donau. Die lebens- und liebenswerte Stadt an der Donau selbst begeht ihr 700-jähriges Stadtrecht. Grund genug um etwas Besonderes zu veranstalten.

Dies geschah somit am 16. Mai 2017, eben genau 200 Jahre nachdem der erste Patient von Wien nach Ybbs verlegt wurde, wo nun unter dem Titel "Sucht und Trauma - Möglichkeiten und Grenzen stationärer und ambulanter Therapie" ein Symposium veranstaltet wurde.

Die ärztliche Direktorin Prim.a Dr.in Hannelore Monschein führte durch das Programm und startete mit einem Rückblick über die psychiatrische Entwicklung in Ybbs. Im ersten Vortrag sprach der Chefarzt der Psychosozialen Dienste Wien, Prim. Dr. Georg Psota, über Trauma in jungen Jahren und deren Spätfolgen im Alter. Dieses Thema wurde im nächsten Vortrag, "Alkohol und Trauma", von ao. Univ.-Prof.in Dr.in Henriette Walter weiter aufgegriffen.

Nach einer kurzen Stärkung bei Kaffee und Mehlspeisen, erklärte ao. Univ. Prof. Dr. Otto Lesch auf verständliche und teils humorvolle Art und Weise, seine psychotherapeutischen Strategien nach Untergruppen von Suchtkranken.

Aus dem benachbarten Landesklinikum Amstetten-Mauer reiste Prim. Dr. Christian Korbel an und sprach über die Verwendung von Cannabinoiden in der Behandlung von Suchtkranken.

Oberärztin Dr.in Barbara Schaffer führte die Gäste, welche unter anderem aus der Steiermark, dem Burgenland oder Tirol anreisten, auf eine nachdenkliche Bilderreise und sprach über die hierorts angewandte Kunsttherapie bei traumatisierten SuchtpatientInnen.

Ebenfalls weit angereist ist Prim. ao. Univ. Prof. Dr. Martin Kurz aus Tirol, welcher über die "vergessene Mehrheit V.2" sprach und Behandlungsstrategien für Menschen mit substanzbedingten Störungen aufzeigte. Hier gab es einige interessante Beispiele aus der Schweiz.

Gerade nach den großen Migrationsströmen im vergangenen Jahr, war der Vortrag von ao. Univ. Prof. Dr. Thomas Stompe über "Alkohol- und Substanzmissbrauch bei traumatisierten Flüchtlingen und MigrantInnen" ein sehr spannender Themenkomplex. Dabei wurden Best-Practice-Beispiele aus der Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie am AKH Wien gezeigt.

Den Abschluss des Tages bildete Dr. Ewald Höld mit seinem Vortrag "Wenn Schmerz hilft und Hilfe schmerzt".

Bei diesem Tagessymposium wurden zahlreiche, interessante Aspekte in der täglichen Arbeit mit psychiatrischen Patientinnen und Patienten erörtert und der rege Austausch zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen und Vertretern zahlreicher Institutionen, zeigte von der Wichtigkeit dieses Thema. Einer Neuauflage im nächsten Jahr steht somit nichts im Wege.
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