Regionales Handwerk
Bauherrenpreis für Haus mit Schilfdach aus Weiden
- Der "Bauherr:innenpreis" geht in diesem Jahr an ein Einfamilienhaus in Weiden am See.
- Foto: Gilbert Berthold
- hochgeladen von Stefan Schneider
Der begehrte "Bauherr:innenpreis" geht heuer ins Burgenland. Gewonnen hat ein innovatives Haus mit Schilfdach aus Weiden am See. Der Bauherr, Jacobus van Hoorne, will die "Wiederbelebung des Schilfdaches in Österreich ermöglichen".
WEIDEN AM SEE. Seit dem Jahr 1967 vergibt die Zentralvereinigung der Architekten Österreichs den "Bauherr:innenpreis" an zukunftsweisende und architektonisch wertvolle Bauprojekte. 2024 wurden aus 119 Einreichungen und 23 Nominierungen schließlich sieben Projekte von der Hauptjury mit dem österreichischen "Bauherr:innenpreis" ausgezeichnet. Die prämierten Projekte seien nicht nur architektonisch überzeugend, sondern auch zukunftsweisend und nachhaltig. Sie würden keinen Selbstzweck darstellen, sondern auf unterschiedliche Weise ein Mehrwert für die Gesellschaft sein, so das Präsidium zur Vergabe.
- Das Dach wurde vom Hausherren selbst gedeckt.
- Foto: Hanno Mackowitz
- hochgeladen von Stefan Schneider
Altes Handwerk, neu interpretiert
Ein Blickfang ist das Einfamilienhaus von Marina Rosa und Jacobus van Hoorne allemal. Van Hoorne ist selbst Schilfschneider und Dachdecker, arbeitete schon in seiner Jugend im väterlichen Betrieb mit. Vom Architekturstudium wechselte der Weidener zur Quantenphysik und nach sieben Jahren am CERN in der Schweiz widmet sich van Hoorne nun wieder dem Handwerk.
Die Umsetzung eines Schilfdaches im Ortsgebiet stellte sich beim Bau des Hauses als Schwierigkeit heraus. An der Prüfanstalt für Brandverhalten in Wien konnte der Bauherr aber nachweisen, dass ein sachgemäß ausgeführtes Schilfdach nicht in Vollbrand gerät und aufgrund der extrem langsamen Brandausbreitung auch keine Einwirkung auf Nachbargebäude zu befürchten ist. Die Umsetzung von Schilfdächern oder Schilffassaden wurde durch den Forschergeist des Bauherren behördlich erleichtert. Das Dach wurde vom Hausherren höchstpersönlich gedeckt.
Das Haus wurde von Architekt Gilbert Berthold aus Zürich geplant. Die Jury selbst musste erst vor Ort über die Preiswürdigkeit des Projekts überzeugt werden. Mit der Umsetzung würde der Bauherr einem "regional tief verwurzelten Handwerk zu mehr Ansehen verhelfen", heißt es.
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