Plus Ökostrom-Atlas: So umweltfreundlich ist der Strommix in Ihrem Bundesland
Die letzten Tage eines Fossils: Fotoreportage aus dem Bauch des Kohlekraftwerkes Dürnrohr

Ds Kraftwerk in Dürnrohr liegt am Knoten zweier 380 KV-Hochspannungsleitungen im Niederösterreichischen Tullnerfeld. Es wurde als Ersatz für das AKW Zwentendorf errichtet und stabilisiert bis heute die Stromnetze in Ostösterreich. Die Fotoreportage des Reliktes aus den 80er-Jahren wurde mit stilecht mit Materialen der damaligen Zeit aufgenommen. Zum Einsatz kamen eine Leica M6 Kamera und ein Schwarzweißfilm der Marke Ilford HP5 plus.
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  • Ds Kraftwerk in Dürnrohr liegt am Knoten zweier 380 KV-Hochspannungsleitungen im Niederösterreichischen Tullnerfeld. Es wurde als Ersatz für das AKW Zwentendorf errichtet und stabilisiert bis heute die Stromnetze in Ostösterreich. Die Fotoreportage des Reliktes aus den 80er-Jahren wurde mit stilecht mit Materialen der damaligen Zeit aufgenommen. Zum Einsatz kamen eine Leica M6 Kamera und ein Schwarzweißfilm der Marke Ilford HP5 plus.
  • hochgeladen von Oswald Hicker

Die letzten Tage eines Fossils. Fotoreportage aus dem Bauch des Kohlekraftwerks Dürnrohr. Das Kraftwerk wird stillgelegt. Somit geht das Kohlezeitalter in Österreich dem Ende zu. Ein Lokalaugenschein mit einer Kamera aus der Zeit des Kraftwerksbaus.

1978 Sagte Österreich „Nein". Das fertige Atomkraftwerk Zwentendorf durfte nicht in Betrieb gehen. Damit hatte die Regierung Kreisky gleich mehrere Probleme. Nicht nur die politische Pleite war zu bewältigen. Die Republik hatte Stromhunger, Ersatz für die 750 Megawatt Leistung des AKW musste her - und zwar rasch. Das war die Geburtsstunde des Kraftwerkes Dürnrohr. Nur wenige Kilometer neben der Kraftwerksruine in Zwentendorf wurde ein Kohlekraftwerk aus dem Boden gestampft. 1985 ging der erste Block in Betrieb, 1986 ein zweiter. Seither wurden im Tullnerfeld Millionen Tonnen Kohle zu Strom gemacht.

Kohle als Buffer für Ökostrom

Einst rauchten die Schlote mehr als 6.000 Stunden pro Jahr. zuletzt sah man die dünne, helle Abgasfahne nur noch rund 2.000 Stunden jährlich aus dem riesigen Schlot steigen. Immer dann, wenn die Windkraftwerke wegen Flaute stillstehen oder Wolken die Sonne verdecken und Solarstrom fehlt, schlägt die Stunde Dürnrohrs. Bis heute leistet das an einem Knoten zweier wichtiger Stromleitungen gelegene Kraftwerk einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Netze in Ostösterreich.

Im Oktober geht das Feuer aus

Doch damit ist bald Schluss. Auf der riesigen Kohlehalde lagert nur noch ein mickriges Berglein. Die 42.000 Tonnen Vorrat reichen noch für rund 25 Betriebstage. Wenn der letzte Kohlestaub aus Polen verbrannt ist, dann beendet der Kraftwerksbetreiber EVN das Kohlezeitalter in Ostösterreich. Das wird voraussichtlich im Oktober so weit sein. Im letzten Kohlekraftwerk im Kärntner Mellach geht dann erst im Frühjahr 2020 das Feuer für immer aus.

Ökostrom-Atlas: So umweltfreundlich ist der Strommix in Ihrem Bundesland:

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Klärschlamm und Sonnenkraft statt Kohle

Der Standort Dürnrohr ist für den Betreiber EVN aber weiter wichtig. Nach Umbauarbeiten wird dort Klärschlamm verbrannt und in Energie umgewandelt. Auch ein Sonnenkraftwerk wird 20 Megawattstunden Ökostrom liefern. Für die Netzstabilität werden in Zukunft trotzdem noch Gaskraftwerke einspringen müssen.

Autor:

Oswald Hicker aus Niederösterreich

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