OIB-Richtlinie
Kritik an den geplanten Auflagen für Neubauten
- Landeshauptmann-Stv. Manfred Haimbuchner und Landesinnungsmeister Bau OÖ Wolfgang Holzhaider.
- Foto: Land OÖ
- hochgeladen von Online-Redaktion Oberösterreich
Neu errichtete Gebäude müssen in Zukunft energieeffizienter werden – das hat die Europäische Union vorgegeben. Der Erstentwurf für die neuen Vorgaben (OIB-Richtlinien), erarbeitet vom Österreichischen Institut für Bautechnik, stößt auf Kritik.
OÖ. In Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage in Österreich angespannt ist, müsse man mit Augenmaß handeln und dürfe den eigenen Wohnungsmarkt sowie die Bauwirtschaft nicht durch überzogene Vorschriften zusätzlich belasten, sind sich der für Wohnbau zuständige Landeshauptmann-Stv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) und der Landesinnungsmeister des oö. Baugewerbes Wolfgang Holzhaider einig.
"Die geplanten Verschärfungen der OIB-Richtlinie gehen weit über das hinaus, was die EU verlangt, und würden dazu führen, dass ein erheblicher Teil des Wohnraums, wie wir ihn kennen, nicht mehr möglich wäre. Das bedeutet weniger Wohnraum, höhere Mieten und einen massiven Rückgang von Bauaufträgen, der tausende Arbeitsplätze gefährdet. Weniger Hürden muss unsere Devise sein, nicht mehr, sagt LH-Stv. Manfred Haimbuchner.
Laut Landesinnungsmeister Wolfgang Holzhaider könnten einige Gebäudetypen mit den neuen Vorgaben gar nicht mehr umgesetzt werden und es wären zusätzliche Dämmmaßnahmen und PV-Anlagen notwendig.
"Weiters ist in Österreich geplant, weiterhin an dem HWB-Wert festzuhalten. Dieser Wert ist aber laut der EU Vorgabe nicht mehr gefordert. Darum wäre es unserer Meinung nach angebracht, auf diesen HWB Wert zu verzichten, da er nicht von der EU gefordert wird, aber in der Praxis eine zusätzliche Hürde in Österreich darstellen würde“, betont Landesinnungsmeister Wolfgang Holzhaider.
OÖ würde einen eigenen Weg gehen
Haimbuchner fordert nun eine "praxistaugliche, wirtschafts- und sozialverträgliche Lösung" und setzt sich für ein gemeinsames Vorgehen aller Bundesländer ein. Sollte keine gemeinsame Lösung gefunden werden, die die Folgen des momentan vorliegenden Vorschlags nicht berücksichtigt, sei Oberösterreich bereit einen eingenständigen Weg, ohne die anderen Bundesländer, zu gehen.
UPDATE: OIB-Richtlinien werden entschärft
In der OIB-Gremiensitzung am Donnerstag, 17. Juli ist es Oberösterreich gelungen, die anwesenden Bundesländer, trotz der Komplexität der Sachfragen, vom oberösterreichischen Weg zu überzeugen, teilt Wohnbaureferent LH-Stv. Manfred Haimbuchner am Donnerstagnachmittag in einer Presseaussendung mit.
„Ich möchte mich sowohl bei den politischen Referenten, als auch bei den Fachbeamten aller Bundesländer für die Adaptierung des Entwurfes bedanken. Die Übernahme unserer Vorschläge ist nicht nur ein großer Erfolg für Oberösterreich, sondern auch ein Erfolg für ganz Österreich. Egal, ob im geförderten Wohnbau oder im Privatbereich, Wohnraum muss leistbar bleiben!“, zeigt sich Haimbuchner vom neuen gemeinsamen Vorgehen aller Bundesländer erfreut.
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