Rot-Kreuz-Präsident verstorben
Land OÖ trauert um Walter Aichinger
- Walter Aichinger: Der Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich ist am 27. August 71-jährig verstorben.
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Der 71-jährige Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich, Walter Aichinger, ist Dienstagfrüh nach längerer, schwerer Krankheit verstorben.
KRENGLBACH, LINZ. "Das OÖ. Rote Kreuz verliert mit Walter Aichinger einen wertvollen Gestalter und eine außerordentliche Führungspersönlichkeit. Er leitete die Organisation bis zu seinem Ableben mit kluger Weitsicht und Vertrauen. Menschlichkeit, ein wertschätzender Umgang, die stete Suche nach konstruktiven Lösungen machten ihn zu einem Vorbild. In Demut verneigen wir uns vor einem großen Humanisten und Botschafter der Menschlichkeit. ", heißt es in einer Aussendung des Roten Kreuzes Oberösterreich
Aichinger war seit November 2011 Präsident des OÖ. Roten Kreuzes. Schon davor engagierte er sich 13 Jahre lang als Vizepräsident. Von 1993 bis 2003 war er als Landesrat Teil der oberösterreichischen Landesregierung, danach bis 2018 Landtagsabgeordneter. Für seine Verdienste im Engagement für Mitmenschen und die Gemeinschaft wurde er 2019 mit dem Großen Ehrenzeichen des Landes OÖ. ausgezeichnet. 1953 in Wels geboren, hatte Aichinger Medizin studiert und war bis 2018 Primar am Institut für Hygiene und Mikrobiologie im Klinikum Wels Grieskirchen.
In seiner Funktion als oö. Rot-Kreuz-Präsident war es ihm ein Anliegen, die Bedeutung des freiwilligen Engagements - sei es in Form von Zeit-, Geld- oder Blutspenden - sichtbar zu machen und dadurch die Wertschätzung dafür zu erhöhen. und wertgeschätzt wissen.
Stelzer: Macher und Freund der Menschen
„Oberösterreich verliert mit Walter Aichinger einen politischen Macher, einen Freund der Menschen und eine große Persönlichkeit. Walter Aichinger war und bleibt für uns alle ein großes Vorbild. Wer auch immer Hilfe und Unterstützung gesucht hat, hat sie bei Walter Aichinger gefunden. Wer klare Haltung gesucht hat, Walter Aichinger hat sie vorgelebt. In diesen schweren und bitteren Stunden bin ich mit meinen Gedanken bei seiner Familie und seinen engsten Begleiterinnen und Begleitern“, zeigt sich Landeshauptmann Thomas Stelzer vom Ableben des ehemaligen Landesrates und aktuellen Präsidenten des Roten Kreuz OÖ auch persönlich tief betroffen: „Walter Aichinger war ein Freund und treuer Wegbegleiter über viele Jahre hinweg. Und er war der Anwalt der Ehrenamtlichen in diesem Land. Er war als Interessensvertreter mit Feinsinn und als Gesprächspartner über alle Parteigrenzen hinweg hoch geschätzt“, so Stelzer.
Haimbuchner: Handschrift bleibt sichtbar
Mit tiefen Bedauern reagierte auch Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner auf das Ableben des langjährigen Rot-Kreuz-Präsidenten: „In der Gesundheitspolitik und beim Roten Kreuz wird seine Handschrift weiterhin sichtbar bleiben. Walter Aichinger hat mehr als ein Vierteljahrhundert die Geschicke des Roten Kreuzes Oberösterreich geprägt. Die volle Anteilnahme gehört in diesen Stunden seiner Familie und seinen Freunden.“
Haberlander: Vordenker fürs Gesundheitsland OÖ
„Das Gesundheitsland Oberösterreich verliert einen Vordenker und prägenden Gestalter. Dr. Walter Aichinger hat durch seine Menschlichkeit, seinen Intellekt, seine Offenheit und seinen Weitblick beeindruckt. Sein unermüdlicher Einsatz für das Wohl der Menschen, sowohl als Politiker als auch als Präsident des Roten Kreuzes Oberösterreich, bleibt unvergessen. Über viele Jahre hinweg hat er die Gesundheitsversorgung unseres Landes mit großer Weitsicht und hohem Engagement geprägt. Oberösterreich verliert einen Gesundheitspolitiker, der stets seinem Gegenüber wertschätzend und respektvoll begegnet ist, der das Gemeinsame immer vor das Trennende gestellt hat, der geprägt von einem unerschütterlich positiven Menschenbild Brücken in schwierigen Zeiten gebaut hat und der uns ein Vorbild war und immer sein wird.“, zeigt sich Gesundheitsreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander vom Ableben Aichingers tief betroffen.
Lindner: Gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen
SPÖ-Landesrat Michael Lindner ist sich sicher: "Walter Aichingers Spuren werden auch in Zukunft durch sein Wirken in Oberösterreich und insbesondere beim Roten Kreuz sichtbar sein. Er hat in seiner Funktion als Landespolitiker und als Präsident des Roten Kreuzes seit mehr als zwei Jahrzehnten die Gesundheitspolitik in Oberösterreich entscheidend mitgeprägt und die Entwicklung des Roten Kreuzes in Oberösterreich maßgeblich beeinflusst - mit großem sozialen Engagement und einer guten Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg. In diesen Stunden gilt mein aufrichtiges Mitgefühl insbesondere seiner Familie und seinen Wegbegleiter:innen."
Kaineder: Wichtige Rolle in Flüchtlingskrise
„Als Landesrat und Landtagsabgeordneter hat Walter Aichinger die oberösterreichische Gesundheitspolitik wesentlich mitgestaltet und geprägt. Durch seine fachliche Expertise hat er Politiker:innen aller Parteien an einen gemeinsamen Tisch geholt, um die brennenden Themen der Gesundheitspolitik proaktiv anzugehen. Dabei hat er alle eingebunden, eine parteiübergreifende Zusammenarbeit auf Augenhöhe geschaffen und so in die Wege geleitet, dass die oberösterreichische Politik große Herausforderung gemeinsam gemeistert hat“, erinnert Grünen-Landessprecher und Landesrat Stefan Kaineder an das politische Wirken Aichingers.
Nicht zuletzt habe Aichinger im Jahr 2015, als die großen Fluchtbewegungen Oberösterreich herausforderten, einen kühlen Kopf bewahrt und sei so Garant dafür gewesen, dass vielen Menschen rasch geholfen werden konnte.
Ärztekammer: Verlieren verlässlichen Partner
„Wir hatten in der Zeit von Dr. Aichinger als Landesrat immer einen guten Ansprechpartner in der Politik, der auch die Interessen der Ärztinnen und Ärzte kannte und respektierte. Und wenn wir auch manchmal andere Vorstellungen hatten, so lösten wir die anstehenden Probleme immer auch zum Wohl der Patientinnen und Patienten. Wir verlieren nun mit Dr. Aichinger einen verlässlichen Partner im Gesundheitswesen“, sagt Peter Niedermoser, Präsident der Ärztekammer für Oberösterreich. Über den Hausärztlichen Notdienst (HÄND) habe die Ärztekammer für Oberösterreich eng mit Aichinger als Präsident des Roten Kreuzes zusammengearbeitet. „Seine Handschrift und sein Einsatz werden erhalten bleiben. Wir sind in Gedanken bei der Familie, der wir unser herzliches Beileid aussprechen“, so Niedermoser im Namen der oberösterreichischen Ärzte.
Gemeindevorstand, Landesrat, Präsident
Seine politische Laufbahn begann Walter Aichinger 1985 als Gemeindevorstand seiner Heimatgemeinde Krenglbach, deren Vizebürgermeister er 1991 wurde, im gleichen Jahr wurde er zum Abgeordneten des Oberösterreichischen Landtages gewählt. Von 1995 bis 2003 war er als Landesrat in der Landesregierung tätig, zuerst als Landesrat für Umweltschutz, Frauen, Jugend und Landesanstalten und ab 1997 als Landesrat für Jugend, Zivildienst, Landesanstalten und -betriebe, Feuerpolizei und Katastrophenhilfsdienst und Bodenreform. "Die Gesundheitsversorgung der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher war ihm stets ein Herzensanliegen, politisch, ehrenamtlich und in seinem Zivilberuf als Primar für Mikrobiologe und Hygiene im Klinikum Wels-Grieskirchen", heißt es in einer Aussendung des Landes Oberösterreich.
Hilfswerk und Caritas "tief betroffen"
Tief betroffen zeigt sich heute auch Hilfswerk-Obmann Max Hiegelsberger vom überraschenden Ableben des Präsidenten des Roten Kreuz OÖ Walter Aichinger. „Mit Walter Aichinger haben wir heute einen Mitmenschen verloren, der wie wenige andere für Mitmenschlichkeit, sozialen Zusammenhalt und das Ehrenamt eintrat. Er vereinte in seiner Person sowohl höchste Fachkenntnis als auch den Mut und die Kraft zur Umsetzung. Vor allem aber standen in all seinen Funktionen die Menschen mit ihren Bedürfnissen im Mittelpunkt.“ Walter Aichinger entwickelte in den Jahren 1996 bis 2011 das Hilfswerk konsequent weiter, eröffnete und stärkte neue Geschäftsbereiche wie die mobile Hauskrankenpflege und die Kinderbetreuung. „Walter Aichinger legte das Fundament für ein OÖ Hilfswerk, das die Menschen heute in allen Lebenslagen unterstützt“, würdigt Max Hiegelsberger das Wirken seines persönlichen Freundes.
Caritas-Direktor Franz Kehrer sagt über den verstorbenen Aichinger: "Aus unserer Zusammenarbeit im Rahmen der Landesarbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrt weiß ich, dass ihm u.a. die Sicherstellung einer menschenwürdigen Pflege und Betreuung für ältere Menschen ein Herzensanliegen war. Wir hatten immer eine gute Gesprächsbasis. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des OÖ Roten Kreuzes. Sie verlieren mit Walter Aichinger eine angesehene Führungspersönlichkeit, die sich mit Verstand und Herz für die Anliegen des Roten Kreuzes eingesetzt hat."
Volkshilfe: Wahrer Freund der Menschen
„Mit Walter Aichinger verliert Oberösterreich einen wahren Freund der Menschen und die Volkshilfe Oberösterreich einen verlässlichen Gesprächspartner, mit dem wir in den vergangenen Jahren vor allem in unserer wichtigen Arbeit für geflüchtete Menschen gut zusammengearbeitet haben“, erklärt Volkshilfe-Vorsitzender Michael Schodermayr.
Einen wichtigen Mitstreiter verliere die Volkshilfe mit dem Verstorbenen auch das zivilgesellschaftliche Engagement betreffend. „Walter Aichinger hat sich in seinen Funktionen stets für eine pluralistische, offene und solidarische Gesellschaft eingesetzt und war für mich in dieser Hinsicht zweifelsohne ein Bruder im Geiste“, so Schodermayr, dessen Mitgefühl in diesen Tagen vor allem der Familie Aichingers gehört.
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