Ende März wieder Direktflüge
Land OÖ zahlt 36 Millionen Euro für Verbindung Linz-Frankfurt
- Der Flughafen Linz kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen, nun gibt es zumindest bald wieder eine Direktverbindung nach Frankfurt.
- Foto: laumat/Christian Schürrer
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Ab Ende März gibt es wieder eine Direktverbindung zwischen dem Flughafen Linz und dem Drehkreuz Frankfurt. Nach einer internationalen Ausschreibung bekam die dänische Airline DAT den Zuschlag. Das Land OÖ fördert die Linienverbindung mit bis zu 36 Millionen Euro.
OÖ. Zwischen Montag und Donnerstag soll es voraussichtlich drei Flüge pro Tag von Linz nach Frankfurt und retour geben, am Freitag dürften es zwei Flüge sein und auch am Wochenende wird geflogen. Das Land OÖ und die dänische Airline DAT haben sich auf einen Vierjahresvertrag geeinigt, die Direktverbindung bleibt somit bis mindestens 2030 erhalten.
36 Millionen für vier Jahre Frankfurt-Linz
Allerdings muss Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) für diesen Vierjahresvertrag tief in die Tasche greifen, da die Verbindung nicht profitabel ist. Deshalb hatte die Lufthansa zuvor auch die Flüge nach Frankfurt eingestellt. Das Land OÖ wird als Verlustabdeckung in den nächsten Jahren maximal 36 Millionen Euro zur Verfügung stellen, heißt es. "Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir das Risiko, das die Fluglinie nimmt, auch entsprechend abfedern", so Stelzer. Heuer sollen maximal 7,5 Millionen Euro sein, da der Flugbetrieb erst Ende März startet.
Am Ende jedes Jahres soll ein Wirtschaftsprüfer abrechnen, ob die veranschlagte Fördersumme überhaupt notwendig sei. Dem Land OÖ zufolge, ist die millionenschwere Unterstützung als Anschubfinanzierung gedacht, um die Verbindung Linz-Frankfurt wieder wirtschaftlich zu machen. "Wir verstehen das nicht als Dauerlösung", so der Landeshauptmann.
Grüne: "Steuergeld für Manager-Shuttle"
Scharfe Kritik am Flug-Investment des Landes äußern die Grünen. „36 Millionen an Steuergeld rinnt in ein dänisches Shuttle, um vor allem Manager in die Finanzmetropole zu fliegen. Während hier im Land etliche Bereiche zusammengespart werden, bei den Ärmsten gekürzt wird, hat man offenbar noch genug Geld für die Konzerne", sagt Grünen-Klubobmann Severin Mayr. Es sei davon auszugehen, dass die Millionen an Steuergeldern "defacto in die Luft geblasen werden".
WKOÖ-Chefin: "Kein Luxus, sondern Standortfaktor"
Ganz anders kommentiert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer die Entscheidung des Landes. Die Wiederaufnahme der Verbindung zwischen Linz und Frankfurt sei ein "wichtiges Signal für den Wirtschaftsstandort". "Eine leistungsfähige internationale Anbindung ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung“, sagt Hummer. Oberösterreich sei ein exportorientierter Standort, für dessen Betriebe "die rasche und verlässliche Erreichbarkeit internationaler Märkte ein entscheidender Standortfaktor" sei.
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